Frage von Lohnverrechnung, 29

Krankenkasse und medizinischer Dienst der KK halten AN für gesund, kann dieser widersprechen?

Wir haben einen Langzeitkranken im Betrieb- dieser hat nun angerufen, daß die KK und der MDK die Krankschreibung per 21.8.13 für erledigt hält. Der Mitarbeiter fühlt sich aber noch krank und weiß nun nicht weiter. Hatte so einen Fall auch noch nicht, die Frage ist, kann man dagegen widersprechen? Oder bleibt nur der Arbeitsbeginn als Ausweg bzw. Kündigung durch den AN?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Primus, 29

In einem ähnlichen, mir bekannten Fall, wurde von dem Kranken bei der KK ein Widerspruch gegen die MDK - Entscheidung eingereicht.

Daraufhin wurde der Kranke nochmals zum MDK geschickt und von einem anderen Arzt untersucht, der ihn dann weiter krank schrieb.

Vielleicht sollte der Mitarbeiter Eures Betriebes diesen Weg auch einschlagen.

Antwort
von Juergen010, 28

Der Krankgeschriebene sollte doch noch Mal den krankschreibenden Arzt aufsuchen und um Klärung bitten. Der soll dann in die fachspezifische Diskussion mit MDK und KK eintreten und seine Krankschreibung begründen.

Kann er das nicht - ist der AN als gesund anzusehen und muss wieder zur Arbeit erscheinen. Natürlich hindert das den AN nicht, sich alsbald, mit neuer Diagnose wieder krank schreiben zu lassen.

Btw, so ohne Anstoß durch den Arbeitgeber wird die Krankenkasse und der MDK nicht tätig.

Antwort
von qtbasket, 26

Dem Arbeitnehmer steht der Klageweg offen beim Sozialgericht - allerdings wird das Krankengeld nicht weiter bezahlt, er ist ausgesteuert.

Die wenig empfehlenswerte aber praktizierte Methode ist, dass er einen Tag arbeitet und sich dann erneut krankschreiben lässt.

Allerdings kann dann der Arbeitgeber recht einfach die ordentliche Kündigung durchsetzen, auch bei den Arbeitsgerichten - kein Arbeitgeber ist verpflichtet den Arbeitsplatz dauerhaft freizuhalten und die anderen Kollegen mehr zu belasten. Zumindest erhält der Arbeitnehmer wieder 6 Wochen Lohnfortzahlung. Nach der Beendigung des Arbeitsverhältnis gibt es zunächst ALG 1, wenn der Arbeitnehmer dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht.

Wenn auch das Sozialgericht im Sinne der Krankenkasse entscheidet geht der Weg nach Hartz IV.

Antwort
von Awando, 23

Ich denke einmal, dass hier der Patient begutachtet wurde. Wurde der MDK hier durch die Kasse beauftragt ? Wahrscheinlich schon. Insofern haben wir dann eigentlich 1 Gutachten. Also nicht MDK u. Kasse.

Gegen ein Gutachten kann man Einspruch erheben. Man kann auch eine Gegengutachten erstellen lassen.

Wie reagiert denn der behandelnde Arzt, die behandelnden Ärzte ?

Zunächst einmal gehe ich ja zum Arzt wenn ich krank bin. Dann gibt es Untersuchungen und irgendwann dann ein Gutachten. In der Regel aber sieht der Arzt dann auch kein Krankheitsbild.

Dann ist es vielleicht eine psychische Sache ?

Wie dem auch sei. Es müsste der komplette Vorgang betrachtet werden. Wer war wann beteiligt und hat welche Urteile gefällt ? Welche Untersuchungen führten zu welchen Ergebnissen ?

Und dann kann man überlegen, ob man hier ein eigenes Gutachten erstellen lassen möchte.

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