Frage von Tochter999, 2

Kostenübernahme eines vom Verstorbenen abgeschlossenen Bestattungsvorsorgevertrages?

Wer muss die in einem Bestattungsvorsorgevertrag aufgeführten Leistungen für die Bestattung übernehmen, wenn vom einzigen Kind das Erbe wegen Überschuldung ausgeschlagen wird?

Ich meine damit, ist das Kind, das die Bestattungskosten zu tragen hat, verpflichtet, den mit einem Beerdigungsinstitut vor 10 Jahren abgeschlossenen Bestattungsvorsorgevertrag zu erfüllen und die darin genannte Summe (die sich sicherlich in der Zwischenzeit für die gewünschten Leistungen verdoppelt hat) für die Beerdigung aufzubringen? Oder ist es möglich, eine günstigere Bestattung zu wählen, trotz dem abgeschlossenen Bestattungs-Vorsorgevertrag?

Schon mal Danke für eure Meinung zu diesem Thema.

Antwort
von Privatier59,

Bestattungsvorsorgeverträge sind für Bestatter ein willkommener Anlaß, sich die in Auftrag gegebenen Leistungen oftmals schon bezahlen zu lassen, so habe ich es im Bekanntenkreis zumindest erlebt. Ist das hier auch der Fall? Schau besser die Unterlagen nochmals genau durch.

Vertragliche Pflichten ergeben sich immer nur gegenüber dem Vertragschließenden oder dessen Rechtsnachfolgern. Wenn das Erbe ausgeschlagen wurde, bist Du jedenfalls aus der Pflicht raus und ich nehme an, jeder dann zum Erbe berufene wird ebenso handeln. Konsequenz ist, dass der Bestatter keine Leistungen erbringen wird und somit Du in der Entscheidung über die Art der Bestattung völlig frei bist.

Sofern es Deine finanziellen Verhältnisse zulassen, mußt Du -irgendeine- Bestattung als Kind aber unabhängig von der Erbenstellung bezahlen.

Kommentar von Tochter999 ,

Ja, auf beide Bestattungsvorsorgeverträge wurden ca. 80 % der Kosten eingezahlt.

Ist dann das Bestattungsinstitut verpflichtet, mit dem eingezahlten Geld "auszukommen" und eine entsprechende "günstigere" Bestattung auszurichten? Oder würde das Geld zum Erbe gerechnet werden (das ja ausgeschlagen bzw. nicht angetreten wird) um damit evtl. die Schulden zu tilgen?

Kommentar von Privatier59 ,

verpflichtet, mit dem eingezahlten Geld "auszukommen

Diese Frage kann man nur beantworten wenn man den Inhalt des Vertrages kennt. Fakt ist allerdings, dass dieses Geld "weg" ist, wenn man die Leistungen des Bestatters nicht in Anspruch nimmt. Der Bestatter hat nämlich per Vertrag Anspruch auf Ausführung der Bestattung.

Kommentar von Tochter999 ,

OK, danke für die Rückantwort. Sollte diese Bestattungsvorsorge irgendwann in Anspruch genommen werden, muß ich mich wohl mit dem Bestattungsinstitut hinsichtlich der Ausführung und Kosten arrangieren, ggfs. über einen RA.

Ich bin eigentlich der Meinung, dass es nicht sein kann, wenn die Eltern einen Bestattungsvorsorgevertrag abschließen, der ihren unfassenden Wünschen/Ausstattung einer Beerdigung entspricht, die nächsten Angehörigen die Kosten zu tragen haben.

Eine würdenvolle und angemessene Beerdigung lässt sich, nach meinen bisherigen Recherchen, auch für weniger Geld arrangieren. Von den** noch zusätzlich** zu erbringenden Friedhofsgebühren mal ganz abgesehen.

Antwort
von blnsteglitz,

Ich behaupte Nein - das Kind muss sich nicht an den Vertrag halten- weil :

Die Bestattung wird aus dem Erbe bezahlt - gibt es hier nicht.

Erbe wird ausgeschlagen.

Bestattungspflicht besteht trotzdem nach dem Bestattungsgesetz.

Mal sehen was die Juristen dazu sagen....

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