Frage von Deesse, 36

Kosten von Therapeutenausbildung von 26 jährigem Kind wo steuerlich absetzen?

Meine Tochter macht nach ihrem Masterstudium in sozialer Arbeit eine Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichentherapeutin. Wir zahlen dafür monatlich neben dem normalen Unterhalt 395 Euro an das Institut, das auf die staatliche Approbationsprüfung hinführt. Kann man diese Kosten als Sonderausgaben absetzen? So wie Schulgeld? Bei der Anlage Unterhalt können wir nichts machen, da unsere Tochter sozusagen unter die zumutbare Belastung fällt. Sie ist ja auch keine Belastung sondern unser Sonnenschein! Dennoch wäre es toll, wenn wir wenigstens die monatlichen Institutskosten absetzen könnten. Kann mir jemand Hinweise geben?

Antwort
von billy, 29

Die Ausbildungskosten von erwachsenen Kindern, für die kein Kindergeld-Anspruch mehr besteht, können Eltern nur indirekt absetzen: indem sie Unterhalt überweisen. Hier zählen maximal 8.004 Euro pro Jahr, eigenes Einkommen des Kindes über 624 Euro pro Jahr wird angerechnet.

Kommentar von EnnoBecker ,

Sehr richtig und sehr guter Hinweis.

Der Weg zur Absetzbarkeit führt hier über § 33a (1) EStG.

Der Fragesteller mag hier im Forum mal danach suchen.

Kommentar von GAFIB ,
Kommentar von EnnoBecker ,

Und hier ein Link zum Gesetz statt zu einer ominösen Drittquelle: http://www.buzer.de/s1.htm?a=33a&g=estg

Kommentar von GAFIB ,

Das Portal "Steuernetz" halte ich für eine seriöse Quelle, sonst hätte ich den Link nicht gepostet. Die gestellte Frage ist dort vor allem exakt und leicht nachvollziehbar beantwortet.

Den Fragestellern kommt es i.d.R. auf eine verständliche Darstellung an, und nicht auf den originären Gesetzestext, der gerade in den Steuergesetzen oft sperrig ist.

Kommentar von EnnoBecker ,
Das Portal "Steuernetz" halte ich für eine seriöse Quelle

Das steht dir frei. Gleichwohl wird da auch nur das Gesetz im Rahmen des Verstandenen diskutiert. Etliche von den dortigen Forenteilnehmern kenne ich auch, beispielsweise aus einem anderen Forum, welches nur für Steuerexperten geschaffen wurde. Die meisten Dinge werden dort von Steuerberatern, Finanzamtsleuten usw. bedient.

nicht auf den originären Gesetzestext, der gerade in den Steuergesetzen oft sperrig ist.

Das kommt wohl auf die Übung an.

Grundsätzlich finde ich es aber besser, wenn man aus der Originalquelle seine eigenen Folgerungen zieht als nur den ollen Priem anderer nachzukauen. Das birgt natürlich die Gefahr, dass man auch mal falsch liegt, aber das macht nichts. Hier laufen genug Leute rum, die einen wieder in die Spur bringen.

Man denke beispielsweise an meine völlig falsche USt-Antwort, die ich aus nachvollziehbaren Gründen nicht verlinke :-)))

Antwort
von EnnoBecker, 25
Kann man diese Kosten als Sonderausgaben absetzen?

Nein, es sind keine Sonderausgaben, sondern Werbungskosten. Also solche kann deine Tochter die Aufwendungen in ihrer Steuererklärung natürlich absetzen. Sogar dann, wenn die Eltern das bezahlt haben.

Dennoch wäre es toll, wenn wir wenigstens die monatlichen Institutskosten absetzen könnten

Ja, das fände ich auch toll, wenn ich die Aufwendungen anderer Leute in meiner eigenen Steuererklärung ansetzen könnte. Der Gesetzgeber hat das aber leider nicht vorgesehen.

Kann mir jemand Hinweise geben?

Keine Ahnung. Könnte sein, dass es für Steuerfragen irgendwann mal einen entsprechenden Berufsstand geben wird, so eine Art Steuerberater oder so.

Kommentar von EnnoBecker ,

Besser als meine Antwort ist die von billy. Bitte dort weiter forschen.

Kommentar von Deesse ,

Lieber Herr Becker,

meine Tochter hat kein Einkommen, da die Ausbildung im Institut am Wochenende stattfindet und sie in der Woche in einer psychiatrischen Klinik gearbeitet hat. Sie erhielt lediglich 300 Euro Praktikumsvergütung. Also kann sie die Kosten der Weiterbildung nicht absetzen. Ich zahle gerne für mein Kind, zumal sie mit 27 Jahren über einen Master verfügt, der ja die Eingangsvoraussetzung für die Ausbildung zur Kindertherapeutin ist. Dennoch möchte ich einfach keine Möglichkeit versäumen, einen Teil wieder erstattet zu bekommen. Danke für Ihren Hinweis und Danke für Ihre Mühe. Aber leider hilft er uns nicht bzw. wir müssen also insgesamt damit leben. Ingeborg Derksen-Schlaaf

Kommentar von EnnoBecker ,

Liebe Frau Doppelname,

es gibt in meiner Stadt viele Leute, die kein Einkommen haben. Und für die zahle ich auch, und wenn es über die Steuern ist.

Trotzdem gelingt es mir und auch anderen nicht - und auch nicht zum

Teil wieder erstattet zu bekommen

was ich zahlte. Ich würde auch nicht einsehen können, warum es dir da anders gehen sollte als mir.

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