Frage von niclueb,

kosten inkassoverfahren, wenn schuldner vor einleitung verstirbt

Meine Mutter ist verstorben. Bei ihrem Tod war eine Rechnung nicht bezahlt. Nach ihrem Tod wurde ein Inkassoverfahren gegen sie eingeleitet. Die Hauptschuld habe ich beglichen. Muss ich auch die Kosten des gegen sie gerichteten inkassoverfahrens tragen? Schon mal vielen Dank, niclueb.

Antwort
von Kevin1905,

Inkassokosten sind i.d.R. ohnehin nicht vom Schuldner zu tragen, da die Beauftragung eines Inkassobüros weder zweckdienlich noch schadensmindernd ist. Das Inkassobüro bleibt auf seinen Gebühren zu meist sitzen.

Deine Frage stellt sich daher eigentlich gar nicht.

Ich hoffe aber du hast die Zahlung an den Gläubiger geleistet und nichts and Inkassobüro, dieses dürfte die Zahlungseingänge nämlich zuerst mit den Gebühren verrechnen, so das u.U. noch Teile der Hauptforderung offen wären.

Antwort
von alphabet,

Hallo,

ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen und sogar ergänzen. Du hast zwar gezahtl, aber gemäß rechtlicher Seite hast Du durch Deine Zahlung erst eine Zahlung auf die aufgelaufenen Kosten geleistet, sofern Du Deine Überweisung nicht entsprechend eingeschränkt hast. Der verbleibende Vertrag nach Abzug der Kosten wird auf die Hauptforderung angerechnet, so dass aus der Hauptforderung noch immer Zahlungen offen sind.

Gruß alphabet

Antwort
von Werniman,

Als Schuldner hat man das Recht, festzulegen,wofür eine Zahlung zu verrechnen ist (z.B. für die Hauptforderung) Das muss man aber auf der Überweisung auch entsprechend angeben. Andernfalls ist das Inkassobüro berechtigt, die Zahlung erstmal mit seinen eigenen Kosten zu verrechnen, womit du die Hauptschuld noch immer schuldig wärst (§367 Abs.1 BGB).

Kommentar von Werniman ,

Ergänzend muss ich dazu sagen: Das Recht des Schuldners, den Verwendungszweck zu bestimmen, leitet sich aus §366 Abs.1 BGB ab. Allerdings darf der Gläubiger die Zahlung gemäß §367 Abs.2 BGB ablehnen, wenn der Schuldner vom erwähnten §366 Gebrauch macht. Kommt in der Praxis aber eher selten vor, weil gerade die Inkassobüros froh sind, überhaupt Kohle zu bekommen.

Kommentar von mig112 ,

BGB §366 kann hier gar nicht greifen, weil es sich lt. Fragesteller um nur EINE Rechnung dreht; also nicht um mehrere Schuldverhältnisse. BGB §367 anzuwenden halte ich für mehr als zweifelhaft, auch weil Empfänger wohl der Inkassobetrieb und nicht der Gläubiger selbst ist.

Kommentar von Werniman ,

Das sehe ich anders. Ab dem Moment, in dem ein Inkassobüro eingesetzt wird, tritt dieses hier als vermeindlicher Gläubiger auf (denn auch an dieses soll ja die Hauptschuld gezahlt werden). Da das Inkassobüro aber nicht nur die Hauptschuld berechnet, sondern auch die Inkassokosten, existieren hier genaugenommen ebenfalls mehrere Schuldverhältnisse und §366 BGB trifft zu.

Antwort
von niclueb,

Ich habe denen genau geschrieben, wofür ich zahle - vor der Überweisung.

Kommentar von mig112 ,

Das nützt gar Nichts!! Ich hab ja bereits geschrieben, dass du einem weit verbreiteten Irrtum erlegen bist.

Antwort
von mig112,

Irrtum!! Mitnichten hast du die Haupfschuld beglichen - ein weitverbreiteter Irrtum übrigens - vielmehr hast du eine Anzahlung auf den Gesamtbetrag der Forderung geleistet! Nun geht das Verfahren einfach mit verringerter Forderung weiter... bis du den letzten Cent gezahlt hast!

Antwort
von obelix,

der oder die Erben müssen die Kosten tragen, sofern sie das Erbe annehmen.

Ich würde als Erbe mit der Inkassostelle verhandeln.

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