Frage von catberlin,

Kosten Direktversicherung bav / Rürup /Riester bei Pausierung oder Beitragsfreistellung

Ich besitze private Rentenverträge und wie es so ist: man schliesst die Dinger aber ohne sich groß um die Kosten zu kümmern - dafür kommt danach - habe ich - ein großes Erwachen, hinterfragt man irgendwann die Kostenfaktoren.

Festgestellt habe ich, dass die bav der Friends Provident einen Kostensatz von nahezu 60% im Verlauf der ersten Jahre hat ... schockschwerenot

Die Kosten bei der Skandia Rürup belaufen sich auf ca 30% und nach Ablauf der Zillmerungsphase auf immer noch Sage und Schreibe 9%. Trotz einer Beitragspause fallen die Kosten in Höhe von 29% weiter an - und diese werden gerechnet auf den bei Abschluss vereinbarten Beitrag (recht hoch).

Die Riester Rente scheint mit Kosten um die 5.5% noch zu den günstigsten Policen zu gehören ... (ist eine DWS Riester Rente Premium - freue mich, wenn ihr hier entgegen den Auskünften der Versicherung in Bezug auf die Kosten anders lautende Infos haben solltet)

Bedenkt man dann, dass in der Auszahlungsphase Sozialversicherung und Steuern auf die ausgezahlten Beträge entfallen - macht man Riesenverluste - denn die Kosten kann keine Versicherung der Welt wieder einholen. (Falle es eine geben sollte: bitte unbedingt nennen :-))

Nun habe ich folgende Fragen zu den Policen: 1) Kann man die Kosten umgehen oder zumindest verringern, in dem man die Policen beitragsfrei stellt? Worauf ist zu achten? 2) Lassen sich die Kosten reduzieren, wenn man die Beiträge zur Police - trotz Pausierung zB in der Basisrente - reduziert (so dass nach der Pausierung die reduzierten Beiträge gelten und während der Pausierung die Kosten auf die reduzierten Beiträge gerechnet werden) 3) Welche anderen Möglichkeiten der effektiven Kostenreduzierung gibt es? 4) Wie sieht es bei Wechsel des Versicherers aus - lohnt sich dies oder fallen dann erneut die Kosten für Abschluss/Provision an und erhält der ursprüngliche Makler (den man umgehen möchte) die Provision auch der neuen Versicherungen?

Alle Policen befinden sich im zweiten/dritten Abschlussjahr - und unterliegen damit noch der Zillmerung.

Ich bin sehr froh über jeden fundierten Tipp oder Information, worauf zu achten ist. Welche Empfehlungen in Bezug auf die Weiterführung von Policen in der privaten Vorsorge könnt ihr geben?

Dankeschön und Grüße

Antwort
von leuschner44577,

Hallo catberlin,

die Kosten, die du hier ansprichst, sind die Kosten für den Versicherungsmantel. Die meisten Kostenpositionen, die hier zu Buche schlagen, haben Auswirkungen auf die Anlagequote, d. h. wieviel von deinem Zahlbeitrag tatsächlich verzinst, bzw. angelegt wird. Gerade zu Beginn des Vertrages sowie anteilig bei jeder Erhöhung z. B. bei Dynamik, schlagen die Abschluss- und Vertriebskosten besonders zu Buche, da sie auf Basis der gesamten während der Laufzeit eingezahlten Beiträge berechnet werden und auf die ersten fünf Jahre verteilt belastet werden. Das führt zu einer sehr eingeschränkten Flexibilität. Eine Reduzierung oder Beitragsfreistellung ist zwar regelmäßig möglich, die ursprüngliche Kostenbelastung bleibt jedoch weitgehend. Das ist bei jeder auf provisionsbasierten Rentenversicherung so. Für langfristige Sparanlagen in Form von Rentenversicherungen stellt sich so immer die Frage, ob man die Sparrate während der gesamten Laufzeit leisten kann. Dies können die wenigsten über einen Zeitraum von 20 oder 30 Jahren und mehr absehen. Ob diese Nachteile durch die entsprechende Rendite ausgeglichen werden, möchte ich hier nicht werten. Eine Möglichkeit, die Kosten insgesamt (also im Versicherungsmantel und auf Kapitalanlageebene) zu reduzieren, bieten echte Nettotarife. Außerdem wird durch die Trennung von Vergütung des Beraters und dem Produkt eine Flexibilität erreicht, die ein provisionsbasierte Produkt nicht haben kann.

Bei der bAV wird eine Umstellung eventuell problematisch, da der Arbeitgeber der VN ist und du genau genommen kein Mitspracherecht für den Anbieter hast.

Beim Riester ist eine Anbieterwechselmöglichkeit sogar ausdrücklich vom Gesetzgeber gefordert.

Für die Basisrente gibt es diese Wechselmöglichkeit so nicht. Hier geht nur Beitragsfreistellung und Neuabschluss wenn du wechseln möchtest.

Antwort
von alfalfa,

Zunächst sollte man anhand der Verträge prüfen, ob diese Zahlen stimmen. Scheint mir sehr hoch zu sein. Beitragsfreistellung ist möglich. Und wenn es diese Anlageklasse sein soll, so besteht auch die Möglichkeit einen Neu Abschlusses auf Basis von Nettotarifen. Jedoch ist die Beratungsleistung zu vergüten. In dem Fall helfen Versicherungsberater weiter. Doch generell wäre zunächst einmal zuerst ein Schichtenvergleich anzuraten.

Antwort
von Underfrange,

Altersvorsorge ist ein Thema welches viele beschäftigt. Die meisten Verbaucher reduzieren das jedoch auf Versicheurngen. Es gibt darüber hinaus aber noch wesentich effektivere Möglichkeiten für das Alter vorzusorgen. Betriebliche Altersvorsorge verbinden auch die meisten Kollegen mit einer Versicherung, aber das muss nicht sein. Viele Unterstützungskassen z.B. sind NICHT mit Versicherungen abgedeckt sondern über das Vermögen des Arbeitgebers (bei großen Betrieben).

Wer aktuell mehr als 100€ zur Verfügung hat kann sich unter Beteiligung des Finanzamtes auch alternativ und vor allem inflationssicher ein Vermögen aufbauen.

Die Kosten eines laufenden Versicherungsvertrages kann man nicht reduzieren. Allerdings könnte man den beitragsfrei stellen und das verfügbare Einkommen sinnvoll für die Zukunft anlegen. In meiner Tätigkeit als Versicherungsmakler biete ich zwar auch z.B. Riesterund Rürup an, mein Hauptaugenmerk jedoch ist der Vorteil des Kunden und die sichere Anlage seines Vermögens. Im Bereich Kapitalanlage und steuernsparenden Anlagen stehe ich gerne telefonisch zur Verfügung.

Antwort
von HilfeHilfe,

Sorry

aber anscheinend gehört du zu der Spezies " Finanzberaterliebling !"

Gerade bei Neuabschluss ( da ist egal welches Produkt) zahlst du in den ersten Jahren die Abschlußvergütung. Das armotisiert sich erst nach Jahren. Erst dann "entfaltet" sich so eine Altervorsorge.

Hier auf nur die Kostenseite zu schauen um das letzte 0,05 % auszupressen halte ich für unfug. Bisher scheint es dich auch nicht interessiert zu haben.

Gerade Rürup / Riester sind aufgrund der Förderung & Steuervorteils trotz Kosten interessant. Welche Alternative hast du sonst ?

Nochmal zu der Steuer. Ja die Riester werden im alter besteuert. Allerdings ist der steuervorteil jetzt wesentlich höher wie die Steuerlast später ! Aktuell verdienst du mehr ( ergo dein Steuersatz ist höher) und wirst eine kleinere Rente ( Steuersatz niedriger & nur zur Hälfte besteuert).

Freu Dich das du Geld über hast fürs Alter vorzusorgen

Kommentar von catberlin ,

Vielen Dank für die Antwort - wenngleich diese leider in der Fragestellung nicht weiterhilft.

Ich freue mich über jeden konstruktiven Beitrag der Alternativen aufzeigt oder Hinweise und Tipps gibt, wie/ob sich die hohen Kosten entsprechend der aufgezeigten Ansätze verringern lassen

Danke

Kommentar von HilfeHilfe ,

Hallo

zunächst mal habe Ich Ihr "Problem" erklärt.

Eine Mögliche Handlungsalternative wäre es selbst zu managen !

Sprich Tages, Festgeld, Wertpapiere etc.

Das Problem dabei ist das die Sparer dazu neigen diese schnell vewertbaren Spargroschen immer anzugehen wenn es mal eng wird. Somit erfüllt es nicht die Charakteristik einer Altersvorsorge !

Zudem muß man in Wertpapieren so Fit sein das man keinen Verlust erleidet. Dies soll selbst dem besten Profi wiederfahren !

Man hat also hier entweder die klasische Altersvorsorge oder den Stress es selbst zu managen in der Hoffnung im Alter bleibt was über !

Viel Erfolg !

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