Frage von alteDame, 15

Kontoabfragen der Behörden nehmen zu

ich habe gelesen, dass die Behörden von Jahr zu Jahr eifriger Kontodaten abfragen. Muss man hier besorgt sein?

Ich frage mich auch, welche Informationen die Behörden abfragen können. Ist das der gesamte Kontoauszug mit Buchungen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Meandor, 15

Bei einer Kontoabfrage nach § 93 Abs. 7 AO erfährt dass Finanzamt alle Konten die ein Steuerpflichtiger hat.

Das Finanzamt erfährt dabei Name und Anschrift der Bank, die Kontonummer und die Aussage ob der Anfrage Kontoinhaber, wirtschaftliche Berechtigter oder Verfügungsberechtigter ist.

Zu den Konten gehören nicht nur Konten bei einer Bank, sondern auch Bausparkonten und bestimmten Arten von Versicherungskonten.

Antwort
von Primus, 13

Finanzämter interessierten sich dabei vor allem für die finanziellen Verhältnisse von Personen, die ihre Steuerschuld nicht beglichen hatten.

Die Arbeitsagenturen sind besonders bei der Bewilligung von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe penibel.

Auch BaFöG-Ämter, Wohngeldstellen und Gerichtsvollzieher (seit 2013) dürfen Privatpersonen nachspionieren.

Kontoauszüge erhalten neugierige Beamte aber zunächst nicht, sondern nur die Stammdaten (Kontonummer, Eröffnungszeitpunkt, Inhaber).

Stoßen die Behörden allerdings auf Gelddepots, Sparbücher, Spar- oder Kreditkonten, die der Überprüfte nicht angegeben hat, dann können sie bei der abgefragten Person nachhaken. Kommt es dann zu keiner Klärung, dann steht den Behörden in letzter Konsequenz der Gang zu den Banken offen, um an gewünschte Auskünfte zu gelangen.

Das alles wird aber nicht hinter Deinem Rücken geschehen, denn die Bank wird Dich benachrichtigen.

Kommentar von vulkanismus ,

"Finanzämter interessierten sich dabei vor allem für die finanziellen Verhältnisse von Personen, die ihre Steuerschuld nicht beglichen hatten" - das ist doch logisch.

Dabei geht es aber nicht um Kontendaten. Bekannt gewordene Konten werden gepfändet. Und dies hinter dem Rücken des Schuldners.

Kommentar von Meandor ,

"... denn die Bank wird Dich benachrichtigen."

Nein, wird sie nicht. Vom Kontenabruf erfährt die Bank nichts. § 93 Abs. 9 Satz 2 AO. Das Finanzamt hat den Steuerpflichtigen zu informieren.

Auch wenn die Kontoverbindungen im Rahmen eines Steuerstrafverfahrens erfolgen, darf die Bank unter Umständen gar nicht informieren.

Das Finanzamt interessiert sich nur am Rande für die finanziellen Verhältnisse von Steuerschuldner. Die hat der Steuerschuldner nachzuweisen. Schafft er das nicht, pfändet das Finanzamt. Was auf dem Konto ist, erfährt man dann hinterher.

Antwort
von allesOeko11, 13

die Kontobewegungen werden nicht rausgegeben. Es werden die wichtigsten Daten vermittelt. Besteht ein weiterer Anlass, Nachforschungen zu tätigen, kann es dazu kommen. In vielen Fällen wirst du davon informiert. Wenn die Staatsanwaltschaft ermittelt, kann das auch ohne Meldung erfolgen.

Antwort
von Privatier59, 13

Die Kontoabfrage bezieht sich auf die Stammdaten. Einzelne Kontobewegungen sind davon nicht erfasst. Dazu bedarf es weiterer Maßnahmen die allerdings eingeleitet werden wenn das von Interesse ist.

Kommentar von GAFIB ,
Maßnahmen die allerdings eingeleitet werden wenn das von Interesse ist.

Das FA z.B. darf nicht ohne Grund in Konten "stöbern" - es muss schon ein konkreter Verdacht gegeben sein, dass Steuerhinterziehung vorliegen könnte.

Deshalb ist es z.B. ratsam, Freistellungsaufträge für Kapitalerträge niemals höher zu erteilen als bis zur Maximalgrenze von 801 € / 1.602 € (vh).

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