Frage von Privatier59, 11

Konto im Ausland-mal anders betrachtet

In früheren Jahrzehnten trugen deutsche Anleger ihr Geld in Tüten nach Luxemburg, Österreich, die Schweiz oder Liechtenstein. Steuern "sparen" war das Motiv. Das genügte fast allem.Auf Rendite schauten nur wenige der Anleger. Das Jahr 2008 hat alles geändert. Seitdem geht es Schlag auf Schlag: Schweizer Banken werfen deutsche Anleger zunehmend heraus wenn sie nicht steuerehrlich werden, Luxemburg will dem automatischen Informationsaustausch ab 2015 beitreten und die CD-Sammelleidenschaft deutscher Finanzbehörden vergällt zusätzlich das Vergnügen an der schwarzen Penunze. Wer aber sein Geld offen und ehrlich in der Schweiz und Co anlegt merkt auf einmal, dass dort Apothekenpreise verlangt werden. Und die Leistungen dafür? Stimmen die?

Welchen Grund gibt es für steuerehrliche Anleger im Jahre 6 nach Z. noch, ihr Geld im Ausland anzulegen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von FREDL2, 11
Welchen Grund gibt es für steuerehrliche Anleger im Jahre 6 nach Z. noch, ihr Geld im Ausland anzulegen?

Eine Immobilie in diesem Ausland und der häufige Aufenthalt dort? Diese Antwort hast Du vermutlich nicht gemeint, trotzdem beantwortet sie Deine Frage .Ein mir ehemals nahestehender Herr macht das so und fährt gut damit.

Kommentar von Privatier59 ,

Na, daran hatte ich nicht gedacht. Das wäre natürlich ein nachvollziehbarer Grund. Ich dachte an Anleger die in der Heimat bleiben.

Kommentar von Primus ,

Fredls Antwort wäre aber doch eine Überlegung wert, oder?

Kommentar von Privatier59 ,

Eben!

Antwort
von Rat2010, 9

Die DWS hat eine Niederlassung und eine Fondsplattform in Luxemburg, bei der die Kosten bis auf 40 Cent ebenso hoch wie in Frankfurt sind. Und die sind niedrig und werden in dem Jahr noch ganz angepasst.

Wer außerhalb Deutschlands anlegt, hat nicht das Problem, dass sein Geld mit jedem Switch weniger wird. Es kommt das an, was man verkauft. Steuer wird nachträglich erklärt und gezahlt, wenn eine anfällt. Jedenfalls dann, wenn er in Lux dem Datenaustausch mit dem deutschen Fiskus zustimmt. Das kann dann, wenn man Privatier ist und nur von dem Geld lebt, wichtig sein. Man behält aber auch als Normalanleger wesentlich leichter den Überblick und fährt die tatsächlichen Renditen ein.

Dann werden thesaurierende ausländische Fonds in D diskriminiert. Ein Verkauf und man hat 8.000 € Einkünfte, auf die Kapitalertragsteuer abgeführt wird. In Lux ist das nicht der Fall. Alles wird nach Erträgnisaufstellung besteuert.

Dazu kommt ein - begründetes oder unbegründetes - Misstrauen, dem deutschen Staat gegenüber. Eine Links-Linke Regierung könnte die Auswanderung nahelegen. Für mich kommt das jedenfalls in Frage und dann ist es gut, wenn das Geld schon vorausgegangen ist.

Ich frage mich, was für eine Anlage in Deutschland spricht. Der Steuerabzug? Aber der haut doch nur bei Kleinanlegern hin!

Antwort
von gandalf94305, 9

Es gibt genügend Produkte, die in Deutschland nicht angeboten werden (dürfen), jedoch im Ausland Investoren offen stehen. Für diese Anlagen sind Auslandskonten/-depots sinnvoll. Das betrifft weniger das typische EU-Ausland, als vielmehr die Schweiz, Malta, Zypern, Kanalinseln (in Europa), sowie Singapur und Hongkong. Von Hedgefonds auf den Cayman Islands will ich ja mal gar nicht sprechen.

Weiterhin gibt es Leute, die den deutschen Banken nicht uneingeschränkt trauen. Es geht also nur sekundär um Rendite, sondern um Sicherheit. Auch solche Leute tragen ihr Geld auf ausländische Banken.

Steueroptimierung war noch nie ein guter Leitfaden für Geldanlagen. Man macht das nebenbei und irgendwie zum Schluß, aber man sollte sich nicht primär daran orientieren.

Antwort
von wfwbinder, 7

Stellen sich für mich zwei Fragen:

  1. ist die Frage wortwörtlich so gemeint? Also volle Steuerehrlichkeit? Dann wäre es die Rendite. Wenn aber in unserer Währung als Euro, werde ich bei gleicher Sicherheit keine bessere Rendite bekommen.

Oder ich gehe ins Wechselkursrisiko/Wechselkurschance, dann eben Schweiz, GB, Australien.

  1. oder war das mit der Steuerehrlichkeit nur "Pro Forma," dann gibt es genügend Adressen, mit vernünftiger Rendite udn ohne CD Risiko und bei sauberer Beratung auch nciht einmal illegal.
Kommentar von Privatier59 ,

Ich meine immer alles was ich sage - es sei denn, das ich es nicht so meine. In dem Fall aber ist das wirklich wörtlich zu nehmen. Es gibt ja immer noch, vorwiegend in der älteren Generation, Menschen die z.B. die Schweiz mit absoluter Sicherheit verbinden. Nur, zahlt sich dieses Vorurteil auch renditemäßig aus? Das war meine Frage.

Kommentar von wfwbinder ,

Renditemäßig nicht. Es gibt aber ein gutes Gefühl, wenn man an den Fränkli glaubt.

Könnte auch tatsächlich klappen. Ist aber nur was für Leute, die Zeit haben zu warten.

Kommentar von FREDL2 ,

@wfwbinder

Es gibt aber ein gutes Gefühl, wenn man an den Fränkli glaubt.

oder man ist der Schweiz in anderer Form herzlich verbunden.

Kommentar von wfwbinder ,

Ja, dort zu wohnen wäre schon eine Option. leider eine teure

Antwort
von GAFIB, 8

Meines Erachtens gibt es kaum noch Gründe, außer einem emotionalen "Sicherheitsgefühl", das aber primär der Schweiz gilt. Sinnvolle Anlage ist ohnehin global zu streuen, das kann man ebenso gut von Deutschland aus.

Das klassische Banking ist in der Schweiz teurer als in Deutschland, man bezahlt sein Sicherheitsgefühl also ganz ordentlich - von extra logistischem Aufwand ganz abgesehen.

Steuerlich betrachtet gibt es auch aus D heraus z.B. Fondskonstruktionen, die ganz legal erst zum Verkaufszeitpunkt steuerpflichtig werden, z.B. synthetisch replizierende ETFs, die sämtliche z.B. Dividendenerträge zwar im Swap erhalten, aber noch nicht lfd. besteuert werden. Swaps unterliegen nicht der Thesaurierungs-Fiktion und sind deshalb erst im Veräußerungszeitpunkt inkl. evt. Kursgewinne zu besteuern.

Man kann sein Sicherheitsbedürfnis auch noch anders und einfacher stillen: Mit physischem Gold. Das ist im übrigen das EINZIGE, was nicht in den Büchern ist und nach einem Jahre Haltedauer auch steuerfrei veräußerbar ist.

Antwort
von qtbasket, 6

Also, es gibt noch genügend andere Steuerschlupflöcher ...

...und wer prominent und reich geworden ist, zahlt auch woanders wenig Steuer.


Die Frage lautet doch in Wahrheit: Leiden Deutschlands Reiche unter dem Ulli Hoeness Syndrom ??? Ich hoffe ja, denn ich gehöre zu denjenigen, die hier jährlich ihre Steuererklärung abgeben und die weder das vermögen, noch die Chance oder noch die Zeit haben, sich große Gedanken zu machen, wie man am deutschen Fiskus vorbei agieren könnte.

Also für mich und meinesgleichen ist eher die kalte Steuerprogression ein Thema.

Antwort
von alfalfa, 5

Als Unternehmer fällt mir ein ganz praktischer Grund ein. Um Zahlungsfähig zu sein, wenn das Finanzamt Konten sperrt. Passiert gerne mal und hat durchaus banale Gründe wie Bearbeitungsfehler beim Amt!

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