Frage von kostonix, 123

Konkreter Fall: Grunderwerbssteuer und Grundbuchkosten bei Nachlass?

Hallo, folgender konkreter Fall: Ein Elternhaus wird an zwei Kinder vererbt. Nach dem Tod des Vaters sind die Kinder bereits zu jeweils 1/4, also gesamt 1/2 Eigentümer des Hauses, die Mutter hat den anderen 1/2 Anteil geerbt. Nach dem Tod der Mutter erben die beiden Kinder den 1/2 Anteil der Mutter zu jeweils der Hälfte, also 1/4 pro Kind. Die Kinder wären nach kostenloser Umtragung im Rahmen des Nachlasses durch das Amtsgericht dann zu jeweils 1/2 Anteil Eigentümer des Hauses.

Nun die Frage: wenn jetzt eines der beiden Kinder das gesamte Haus mit Hilfe einer Ausgleichszahlung vom anderen übernehmen will, was ist das beste Vorgehen hierzu in Hinsicht auf Umtragungskosten (Notar, Amtsgericht, Grundbuchamt) und Grunderwerbssteuer? Das Haus ist nach dem Tod der Mutter bisher noch nicht umgetragen worden.

1) Ist es möglich, den 1/2 Anteil der Mutter ohne Umtragungskosten auf ein Kind zu übertragen oder ist die kostenlose Umtragung im Rahmen des Nachlasses nur gemäß Erbschein möglich (zu jeweils 1/2 des halben Anteils der Mutter an die beiden Kinder, also 1/4)?

2) Sind für den 1/4 Anteil, der an das eine Kind im Zuge des Nachlasses vom Vater gefallen ist und nun an das andere Kind übergehen soll - Umtragungskosten fällig und ist Grunderwerbssteuer für diesen Anteil zu bezahlen?

3) Muss die Umtragung in zwei Schritten erfolgen (erst gemäß Erbschein, dann gesondert, um die vollständige Eintragung für ein Kind zu erzielen)?

4) Welche Kosten entstehen?

  • Umtragung 1/2 Anteil Mutter gemäß Erbschein an beide Kinder?
  • Umtragung bestehender Anteil Kind 1 an Kind 2?
  • Grunderwerbssteuer?

5) Gibt es Möglichkeiten/Konstellationen, die zur Umsetzung dieses Ziels sinnvoller sind?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo kostonix,

Schau mal bitte hier:
Erbe Grundbuch

Antwort
von barmer, 98

Hallo,

ich fass mal zusammen:

Für die weitere Eigentumsübertragung innerhalb der Erbengemeinschaft ist ein Notar notwendig, der entsprechend dem übertragenen Anteil seine Gebühren berechnet.

Grunderwerbssteuer fällt in einer solchen Erbauseinandersetzung nicht an (wenn man nicht zu lange wartet).

Die Grundbucheintragungen, die über den Erbschein hinausgehen, sind kostenpflichtig.

Was es genau kostet, kann hier keiner sagen, weil wir den Preis des Hauses nicht kennen.

Ich denke, man sollte zuerst die kostenlose Übertragung in Eigenregie vornehmen. Macht man es alles beim Notar, könnte der auf die Idee kommen, mindestens eine Beratung für den vollen Wert des Hauses abzurechnen.

Viel Glück

Barmer

Kommentar von kostonix ,

Eine Frage noch - entfällt die Grunderwerbssteuer sicher auch für den 1/4 Teil des Hauses an, der dem einen Kind bereits gehört hat und dann an das andere Kind übertragen wird?

Kommentar von barmer ,

Hallo, meines Erachtens ja, wenn bisher noch eine Erbengemeinachaft mit Bruchteilen besteht und noch keine Erbauseinandersetzung stattgefunden hat. (Das heißt: später noch mal tauschen kostet dann.) Und der Erbfall sollte nicht allzulange lange her sein, so dass noch von Erbauseinandersetzung gesprochen werden kann. Exakte Fristen kenne ich nicht.

Antwort
von Franzl0503, 85

Kostonix:

In nur einer notariellen Urkunde wird festgestellt, daß die beiden Abkömmlinge ihre Mutter zu je 1/2 gemäß dem vorliegenden Erbschein beerbt haben.

Gleichzeitig wird in derselben Urkunde erklärt, dass ein Abkömmling das Eigentum an seinem bisherigen Miteigentumsanteil und den von der Mutter geerbten Anteil an den anderen Abkömming veräussert, so dass dieser Alleineigentümer des Hausgrundstücks wird.

Grundsätzlich gilt: Stehen mehrere verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten zur Wahl, so hat der Notar auf den billigsten Weg hinzuweisen, wenn dieser eine für die Erreichung des gewollten Erfolgs angemessene und zumindest in gleicher Weise sichere und zweckmässige rechtliche Form darstellt.

Empfehlung: Lass dir vom Notar den kostengünstigsten Weg aufzeigen und ersuche ihn um eine Kostenauskunft, bevor du ihm den Beurkundungsauftrag erteilst.

Antwort
von betroffen, 85

Umtragungen kosten immer Gebühren, egal aus welchem Grund sie stattfinden.

Erwirbst Du Anteile vom Anwesen von Personen, welche nicht in gerader Linie mit Dir oder Deinem Ehepartner verwandt sind, kannst Du Dich auch nicht von der Grunderwerbsteuer befreien lassen.

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