Frage von Kantarr, 29

Können die Einnahmen aus dem Verkauf von Gesellschafter-Anteilen für das Elterngeld wirksam gemacht werden?

Hallo liebe Community,

es geht um folgendes: Meine Partnerin wird im Dezember nach der Geburt unseres gemeinsamen Kindes Elterngeld beantragen. Im Frühjahr hat sie ihre Anteile an einer GmbH verkauft. Für diese GmbH war sie auch als Geschäftsführerin als Angestellte tätig. Nach dem Verkauf hat sie die Stelle gewechselt und ist dort seitdem beschäftigt.

Für das Elterngeld wird sie die letzten 12 Lohnabrechnungen vorlegen. Kann sie darüber hinaus auch die Einnahmen aus dem Verkauf der GmbH-Anteile beim Antrag angeben? Wenn ja, wie geht das?

Antwort
von LittleArrow, 23

Leider konnte ich den Erlös aus meinen Aktien- und meinem PKW-Verkauf auch nicht bei der Elterngeldberechnung geltend machen.

Kommentar von Kantarr ,

Ist das ernst gemeint? Deine Antwort ist wenig hilfreich.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Nur ist Aktien- und meinem PKW-Verkauf ein bisschen was anderes. Aktienverkäufe sind § 23 oder § 20 (je nachdem, wann sie gekauft wurden) und PKW ist gar nichts, nicht mal § 23.

Deswegen wird man nicht umhinkommen, einen Blick ins Gesetz zu werfen.

Naach § 2 BEEG berechnet sich das Elterngeld in Höhe von 67 Prozent des Einkommens aus Erwerbstätigkeit....

Erwerbstätigkeit ist danach die Summe aus


1. nichtselbständiger Arbeit nach § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 des Einkommensteuergesetzes sowie

2. Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbständiger Arbeit nach § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 bis 3 des Einkommensteuergesetzes,


So. Der Anteilsverkauf ist § 17 und gehört damit zu § 2 Satz 1 Nummer 2 EStG.

Hiernach ist also m.E. der Veräußerungsgewinn grundsätzlich einzubeziehen.





Kommentar von Kantarr ,

Hallo Enno, danke für die Erläuterung. Was ich bisher nicht verstanden habe, ist, dass die Einkünfte aus der Veräußerung der GmbH-Anteile wohl als "Einkommen aus Gewerbebetrieb" zu betrachten sind. Da bin ich jetzt schlauer. Demnach handelt es sich bei den Einkünften meiner Partnerin wohl um ein Mischeinkommen aus selbständiger und nicht-selbständiger Tätigkeit. Das Problem ist, dass die Elterngeldstelle das Wirtschaftsjahr VOR dem Geburtsjahr des Kindes für selbständige Einkünfte heranzieht. So steht es zumindest überall. Und das wäre dann 2015 und da gab es kein Einkommen aus Selbständigkeit bzw. Gewerbebetrieb. Dieses ist nur einmalig in diesem Jahr durch die Veräußerung der Anteile entstanden. 

Müssen wir uns damit abfinden, dass aufgrund des "ungünstigen Timings" der Geburt dann nur das Lohneinkommen einbezogen wird oder gibt es einen Weg, den ich noch nicht sehe? 

Kommentar von EnnoWarMal ,

Das ist richtig. Wenn man rausgefunden hat, was alles zu den Erwerbseinkommen zählt, muss man noch prüfen, welche nun im zeitlichen Rahmen konkret dazugehören.

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