Frage von endlichFrei, 9

Kleinunternehmerregelung oder Regelbesteuerung und Vorsteuerabzug

ich kann nicht nachvollziehen, warum jemand die KU-Regelung nimmt. Ich frage mich immer, warum man diese 19% 'Vorteil' bei berufsbezogenen Ausgaben nicht mitnimmt.

Eure Meinung....

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von EnnoBecker, 6

Die KU-Regelung ist immer dann sinnvoll, wenn man an Kunden liefert oder leistet, die nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind. Man hat dann einen kleinen Wettbewerbsvorteil, der der Höhe entspricht, die die Umsatzsteuer auf die Marge betragen würde.

Alles Wissenswerte zur KU-regelung kann man in diesem leicht lesbaren Tip lesen: http://www.finanzfrage.net/tipp/kleinunternehmer

Wobei sich der Tip eher auf den Anwender bezieht und weniger auf philosophische Aspekte.

Die Argumente von Rat2010 kann ich so nicht nachvollziehen, aber ich antworte dort.

Kommentar von endlichFrei ,

das mit dem Kundenkreis übersieht man wohl, wenn man nur im B2B-Umfeld unterwegs ist.

Antwort
von wfwbinder, 6
andere Meinung
  1. Die Kleinunternehmerregelung ist gut, wenn man nur, oder fast nur private Kunden hat, die keinen Vorsteuerabzug haben. man hat den eingehenden Betrag für sich und braucht nichts abführen, bze. einen Vorteil gegen andere Unternehmen, weil man als wirksame einnahme eben mehr hat

  2. ein Verwaltungsvorteil, weil es weniger Buchungsaufwand ist und man keine Voranmeldungen machen muss.

--------------------------------- aber

  1. wenn man gewerbliche Kunden hat, die die Vorsteuer abziehen dürfen, kann man eben die Umsatzsteuer aufschlagen.

  2. zusätzlich hat man den Vorteil des Vorsteuerabzugs.

Es ist wirklich eine Frage des Kundenkreises, den man hat.

Antwort
von Rat2010, 7
die KU-Regelung ist gut, weil ....

Die Umsatzsteuer bläht - jedenfalls dann, wenn man sonst nur ein mal im Jahr seine Einkommensteuererklärung abgibt - den buchhalterischen Auwand auf.

Dazu zahlt man ja mehr Umsatzsteuer, als man an Vorsteuer abziehen kann, so dass sich - die Umsatzsteuer zahlt der Kunde - ein Preisvorteil oder Mehrertrag gegenüber Mitbewerbern ergibt, wenn man an Endkunden liefert.

Ich denke also, du hast das System nicht verstanden, wenn du glaubst, die 19 % wären für irgendwen ein Vorteil.

Kommentar von EnnoBecker ,

Die Umsatzsteuer bläht ... den buchhalterischen Auwand auf.

Das kann man so nicht stehenlassen. Die KU-regelung ist an bestimmte Bedingungen gebunden, beispielsweise an die Höhe der Umsätze. Deshalb muss man die kennen, und zwar Anfang Januar. Wer seine Buchhaltung nicht vernünftig macht, kann sich deshalb ziemlich tief in die Nesseln setzen, wenn er im Oktober feststellt, dass er seit Januar kein KU mehr ist und die rechnungen nicht mehr berichtigen kann.

Noch schlimmer wird es, wenn man vom Finanzamt darauf hingewíesen wird, wenn man mit seiner Umsatzsteuererklärung angewedelt kommt.

Dazu zahlt man ja mehr Umsatzsteuer, als man an Vorsteuer abziehen kann

Das kann kein Argument sein. Die Umsatzsteuer zahlt der Kunde oben auf den Preis drauf, so dass hier kein wirtschaftlicher Schaden entsteht. Der wirtschaftliche Schaden entsteht aber an der Stelle, wo man die Vorsteuer nicht abziehen kann.

ein Preisvorteil oder Mehrertrag gegenüber Mitbewerbern ergibt, wenn man an Endkunden liefert.

Ja, dies ist der eigentlich Vorteil.

Ich denke also, du hast das System nicht verstanden, wenn du glaubst, die 19 % wären für irgendwen ein Vorteil.

Ich glaube da etwas anderes, aber das schreibe ich hier nicht.

Neben der Frage, ob die Umsatzsteuer nun im steuerlichen Sinn gut oder schlecht ist, muss man auch andere Aspekte einbeziehen. So kenne ich eine Rechtsanwältin, die angestellt ist. nebenbei macht sie im Jahr ein paar Fälle, die sie zur KU machen. Sie leistet an Privatmandanten. Trotzdem hat sie zur Umsatzsteuer optiert, denn welcher Mandant möchte vom Rechtsanwalt eine Rechnung mit KU-Hinweis haben? Das schreit ja regelrecht nach "Ich mache kaum Umsatz."

Antwort
von Privatier59, 5
andere Meinung

Wer ist denn KU? Das sind oft Leute die sich abstrampeln im wahrsten Sinne des Wortes und an allen Ecken sparen, auch jegliche steuerliche Beratung. Kein Wunder, dass die nicht zwischen Vor- und Nachteilen abwägen. So und nun hoffe ich, dass jemand auch noch die dritte Farbe reinbringt.

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