Frage von chaoshirsch, 68

Kleinunternehmerregelung für Selbständige, was ist, wenn diese Summe um ein geringes überschritten wird?

Für meine Leistungen als Stadtführerin und Reiseleiterin erhalte ich Honorare von den Auftraggebern. Ich kaufe keine Waren ein. Also kann ich keinen Vorsteuerabzug weitergeben und muss aus meinen Honoraren (fester Satz) die Umsatzsteuer herausrechnen, also z.B. erhalte ich 300,00 EUR, davon muss ich 19%, d.h. 57,00 EUR an das Finanzamt abführen. Deshalb erscheint mir für meine Tätigkeit die Kleinunternehmerregelung günstiger, dann darf ich wohl möglichst nicht 500 EUR mehr verdienen? Ist das so richtig, ich darf im Jahr nur 17500 EUR verdienen, wenn es 18000 EUR sind, werden automatisch 19% Umsatzsteuer auf dieses Einkommen berechnet?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von FreelanceMarket, 41

Hallo chaoshirsch,

wie unten schon erklärt wurde, geht es bei der Kleinunternehmerregelung nicht um deinen Gewinn, sondern um deinen Umsatz.

Übersteigt dein Jahresumsatz also die Schätzung von maximal 17.500 Euro, bleibst du im laufenden Jahr noch Kleinunternehmer. Erst im Folgejahr (Kalenderjahr) werden dann die zusätzlichen Zahlungen fällig.

Noch ein Hinweis: Für den Umsatz werden Einnahmen und Ausgaben gegeneinander verrechnet. Ausgaben sind aber nicht nur Wareneinkauf, sondern auch persönliche Kosten wie z.B. dein Transport zur Arbeit, spezielle Arbeitskleidung (wetterfeste Ausrüstung) etc. Wenn das bei dir anfällt, kannst du das verrechnen und fällst damit weiterhin unter die 17.500 Euro Grenze.

Schau mal genauer in den Link, das ist ein Dokument zum Herunterladen zum Thema. Dort wird auch erklärt, warum es evtl. Vorteile haben kann, die Kleinunternehmerregelung nicht in Anspruch zu nehmen.

Anm. Support: Beitrag wegen Werbung editiert.

Kommentar von chaoshirsch ,

Deine Antwort kommt mir sehr entgegen. Aber wenn ich die anderen Antworten sehe, werde ich doch stutzig: Umsatz=Einnahmen und Ausgaben gegeneinander verrechnet, das wäre schön für mich? Sind Umsatz nicht die reinen Einnahmen? Gewinn=Einnahmen und Ausgaben gegeneinander verrechnet? 

Kommentar von FreelanceMarket ,

Du hast Recht, der Umsatz ist nicht dein Gewinn, da hatte ich einen Denkfehler.

Dein Umsatz ist alles, was du an Waren oder Dienstleistungen in einem Betriebsjahr verkaufst: Umsatz = Anzahl verkaufter Produkte / Leistungen x Preis. Die Obergrenze für Kleinunternehmen liegt hier bei 17.500 Euro im 1. Jahr und 50.000 Euro im 2. Jahr.

Du kannst aber auch Vorteile davon haben, diese Regelung nicht anzuwenden: Du kannst dir z.B. unter Umständen die Vorsteuer abziehen.

Und: Gewisse Betriebsausgaben werden Neuunternehmer im ersten Jahr auch erstattet (vorweggenommene Betriebsausgaben).

 

Antwort
von EnnoWarMal, 39

Zum Thema "Kleinunternehmer" hatte ich hier mal einen gut lesbaren und verständlichen Tip eingestellt. Leider wurden die Tip(p)s hier weggeriat. Ich habe aber auch keine Lust, das stets von Neuem zu beschreiben.

erhalte ich 300,00 EUR, davon muss ich 19%, d.h. 57,00 EUR an das Finanzamt abführen

Nein. Aus 300 Einnahmen können bei 19% USt nur 47,90 Euro USt anfallen. Du musst bei Prozentrechung besser aufpassen.

KU bist du, wenn

  • du ein im Inland ansässiger Unternehmer bist
  • dein Umsatz im Vorjahr nicht höher war als 17.500 Euro
  • dein Umsatz in DIESEM Jahre VORAUSSICHTLICH 50.000 Euro nicht übersteigen wird.

Das prüfst du jedes Jahr am Anfang des Jahres. Jetzt kannst du die Frage sicherlich auch beantworten.

 werden automatisch 19% Umsatzsteuer auf dieses Einkommen berechnet?

Nein. Umsatzsteuer wird auf den Umsatz berechnet. Auf Einkommen wird Einkommensteuer berechnet. Darum heißen die Steuerarten so.

Kommentar von chaoshirsch ,

Danke für den Hinweis zur Prozentrechnung, da brauch ich noch Nachhilfe

Antwort
von wfwbinder, 52

1. es geht nicht um verdienen (Gewinn), sondern Umsatz (Einnahmen).

2. Wenn Du in einem Jahr die 17.500,- überschreitest, bist Du ab dem Folgejahr keine Kleinunternehmerin mehr.

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