Frage von lisalisalisa, 3.320

Kleinunternehmer Steuererklärung 2012, weniger als 200 Euro eingenommen

Hallo ihr Lieben,

ich habe im Jahr 2012 ungefähr 2000 Euro mit meinem Kleingewerbe eingenommen für unterschiedliche Tätigkeiten (Nachhilfeunterricht, Festivalarbeit, usw.) (Ausgabe kann man bei der kleinen Summe wahrscheinlich vernachlässigen?! und ein Steuerberater wäre irgendwie auch Quatsch?!). Außerdem habe ich monatlich 465 Euro BAföG und 185 Euro Kindergeld erhalten. In welcher Form muss ich nun meine Steuererklärung abgeben? Also welche ausgefüllten Formulare muss ich abgeben und muss ich irgendwo das BAföG und Kindergeld mit angeben? Ich lese leider in jedem Ratgeber was anderes und bin schon total durcheinander.

Vielen Dank, Lisa.

Antwort
von nataly,

Bafög und Kindergeld sind einkommensteuerfrei und haben in der Einkommensteuererklärung nichts zu suchen. Wenn die 2000 EUR gewerbliche Einkünfte dein einziges steuerpflichtiges Einkommen sind, besteht nach § 56 EStDV keine Verpflichtung zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung. Ich gehe davon aus, dass du in deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer ausgewiesen hast, als Kleinunternehmer bist du dazu auch nicht verpflichtet (§ 19 UStG). Dann entfällt auch eine Umsatzsteuererklärung. Auch eine Gewerbesteuererklärung entfällt.

Antwort
von Meandor, 3.320

Erstmal ein Kompliment, dass Du tatsächlich ein Gewerbe angemeldet hast. Du wirst jetzt allerdings auch die Nachteile haben, dass das Finanzamt Steuererklärungen haben will.

Eigentlich solltest Du die Nachhilfe und die Festivalarbeit trennen, da es zwei verschiedene Tätigkeiten sind, aber beide, zumindest die Nachhilfe ist freiberuflich und nicht gewerblich.

Wie hier schon jemand erwähnt hat, ist das BAFöG steuerfrei, und das Kindergeld steht den Eltern zu und wird (wenn überhaupt) bei denen "berücksichtigt".

Du müsstest bei einer Steuererklärung also den Mantelbogen mit den persönlichen Angaben ausfüllen. Dann nimmst Du eine Anlage S und schreibst bei erster Tätigkeit rein "Nachhilfe" und dahinter die Einnahmen und bei zweiter Tätigkeit "Festivalarbeit" und dahinter die Einnahmen.

Auf der ersten Seite unterschreiben und ab ans Finanzamt.

Wenn Du das mit der ELSTER Software machst, brauchst Du ungefähr 30 Min. Circa 10 Minuten bis Du die Homepage gefunden, Dich durchgeklickt und Elster runtergeladen hast (Tip: Nimm die für Privatanwender, bei der Version für Unternehmer fehlt die Einkommensteuer und nur die brauchst Du).

Circa 5 Minuten bis Elster glaubt, dass es aktuell ist. 7 Minuten für das eintippen der persönlichen Daten. Die restlichen 8 Minuten gehen drauf um herauszufinden wo die Anlage S ist, und um diese auszufüllen.

Antwort
von jowaku,

Ich habe ca 2000 Euro im gesamten Jahr verdient. Je Rechnung waren das zwischen 200 und 400 Euro. Dieses Kleingewerbe wo man umsatzsteuerbefreit ist mit max 17500 Euro im Jahr.

Vorab: Es gibt kein Kleingewerbe, sondern nur ein Gewerbe. Der Umgang mit der Umsatzsteuer ist bei Dir vereinfacht, weil Du die Klienunternehmer-Regelung nutzt. Das ist genaugenommen keine Befreiung, sondern nur eine Vereinfachung.

Einkommensteuer: Ausgaben sollte man nie vernachlässigen, sondern genauso ordentlich erfassen wie die Einnahmen. Aus Einnahmen - Ausgaben ergibt sich (in einer ordentlichen Übersicht und das ist die Einnahmen Überschussrechnung EÜR) der Gewinn. Der Gewinn kommt in Anlage G der Einkommensteuererklärung. Steuererklärung ist (auch wenn dabei schließlich keine Steuern anfallen) für Gewerbler Pflicht.

Das Bafög kommt nicht in die Steuererklärung, weil steuerfrei, das Kindergeld kommt auch nicht rein weil (steuerfreies) Einkommen der Eltern.

Dem Bafög-Amt muss der Gewinn (auch wenn dadurch nichts passiert) mitgeteilt werden.

Antwort
von EnnoBecker,

und ein Steuerberater wäre irgendwie auch Quatsch?

Ja.

Aber andererseits solltest du dir ein paar Grundkenntnisse zu eigen machen. Und die liefere ich hier:

In deinem Fall gibst du schlichtweg keinerlei Steuererklärung ab. Du hast nichts zu versteuern, weder bei der Umsatzsteuer noch bei der Einkommensteuer oder sonstwo.

Von der Kanzel herab kann man natürlich sagen, dass du diese und jene Pflichten hast, aber kein Finanzbeamter wird mit mehr als mit der Schulter zucken, wenn es um dich geht. Es hat nämlich überhaupt keinen Sinn, steuerlichen Pflichten nachzujagen, die jemand nicht erfüllt, wenn daraus keinerlei Konsequenzen resultieren.

Also sack die ungefähr 2.000 Euro ein und gut ist. Falls es irgendwann in den nächsten 13 Jahren mal irgendwelche Schwierigkeiten mit dem Finanzamt deswegen gibt, dann beruf dich auf mich und schreib mich halt an. Ich schaffe das dann aus der Welt.

Und wenn du dein Einkommen vertausendfachst, schreib mich auch an, okay? Dann will ich aber auch was abhaben.

Antwort
von lisalisalisa,

ich habe 2000 Euro eingenommen, so wie es im Text, nicht in der Überschrift steht, :)

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