Frage von appstoregewerbe, 88

Kleinunternehmer - Frage zur Lohnsteuervorauszahlung

Hallo,

folgender Sachverhalt: Ich bin hauptberuflich Angestellter, und habe Anfang Februar ein Gewerbe für den nebenberuflichen Verkauf von Apps in Apples AppStore angemeldet. Ich habe noch nie eine Steuererklärung abgegeben, denn 2014 ist das erste Jahr (nach meinem Studium), in dem ich richtig verdiene.

In den nächsten Tagen erwarte ich den Fragebogen vom Finanzamt, auf dem ich ja unter anderem auch den erwarteten Gewinn durch das Gewerbe im Jahr 2014 und 2015 angeben muss, woraus sich dann ja u.a. die vierteljährlichen Lohnsteuervorauszahlungen errechnen. Ich möchte nach Kleinunternehmer-Regelung (§19 Abs.1 UStG), also ohne Umsatzsteuer, operieren.

Ich erwarte durch das Gewerbe vorerst Einnahmen zwischen 0-$75 (also etwa 55€) im Monat, also etwa 600€ im Jahr. Das würde ich so auch angeben.

Ich möchte nun allerdings vermeiden, dass mich die erste Lohnsteuervorauszahlung in ein paar Wochen aus den Socken haut, und wenn ich mich nicht täusche, dann sollte das ja auch eigentlich nicht der Fall sein, oder? Für mein reguläres Arbeitnehmergehalt zahlt ja bereits mein Arbeitgeber die Lohnsteuer für mich, so dass ich essentiell nur für die etwa 600€ im Jahr die Lohnsteuer selbstständig an das Finanzamt vorausbezahlen muss, was etwa 75€ im Quartal wären (wenn man vom Spitzensteuersatz ausgeht).

Habe ich irgendwo einen Denkfehler, oder bin ich auf der sicheren Seite?

Freue mich über konstruktive Antworten und Kommentare.

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Antwort
von Kevin1905, 86
woraus sich dann ja u.a. die vierteljährlichen Lohnsteuervorauszahlungen errechnen.

Als Einzelunternehmer erhälst du keinen Lohn, zahlst demnach auch keine Lohnsteuer.

Ich möchte nach Kleinunternehmer-Regelung (§19 Abs.1 UStG), also ohne Umsatzsteuer, operieren.

Dies tritt automatisch ein, wenn du einen Umsatz von wenigrt als 17.500,- € generierst und dich nicht für die Regelbesteuerung entscheidest.


Versteuert bei der ESt. wird das zu versteuernde Einkommen. Also der Gewinn deiner Selbständigkeit zzgl. deinem Arbeitseinkommen, abzgl. der Sonderausgaben und was sonst noch geltend gemacht werden kann.

Ob es hier überhaupt zu einer Nachzahlung kommt wage ich zu bezweifeln, ebenso, dass du Vorauszahlungen für die Selbständigkeit leisten musst, bei dem schmalen Gewinn.

Antwort
von jowaku, 71

Die Lohnsteuer wird Dir direkt vom Lohn abgezogen. Hier geht es um Einkommensteuer-Vorauszahlungen.

Sind die 600€ Einnahmen, oder der Gewinn (=EInnahmen - Ausgaben)? Für die Einkommensteuer ist nur der Gewinn relevant.

Selbst bei höchstem Steuersatz gäbe das nur ca. 240 € zusätzliche Steuer. Das verteilt auf 4 Vorauszahlungstermine wären 60 €. Klingt nicht sehr schlimm.

Antwort
von TaxQA, 64
die vierteljährlichen Lohnsteuervorauszahlungen errechnen

das bekommst du nicht, denn in dem Falle ist es eine Einkommensteuervorauszahlung.

Wenn deine Einnahmen sich in dem Bereich bewegen, den du nennst, dann gib keine Einnahmen an. Wenn es dann doch 600 Euro p.a. werden, spielt das weiter keine Rolle.

Antwort
von vulkanismus, 53

Das passt schon. Nur heisst es nicht Lohnsteuer, sondern Einkommensteuer.

Kommentar von appstoregewerbe ,

Ja, du hast natürlich vollkommen recht. Ich korrigiere das mal.

Edit: Scheint nicht mehr zu gehen - danke dennoch für den Hinweis.

Kommentar von EnnoBecker ,
Edit: Scheint nicht mehr zu gehen

Wer was gegen meine Oma (Edith) sagt, kriegt es mit mir zu tun.

Hier gilt: Was geschrieben ist, ist geschrieben. Und ich hab mich wegen der fehlenden Korrekturmöglichkeit hier auch schon mehrfach zum Otto gemacht.

Aber wer was gegen meinen Opa (Otto) sagt, lebt nicht mehr lange.

Antwort
von EnnoBecker, 48

http://www.finanzfrage.net/tipp/kleinunternehmer

Also deine Lohnsteuervorauszahlung, ja?

Nagut, mit Hilfe Vulkis hast du das ja schon geklärt: Nicht alles, was auf -steuer endet, beginnt mit Lohn-.

Am ehesten gehen die Leute zugrunde, die diesen Fragebogen "ins Blaue hinein" ajusfüllen und sich dann trotz fehlender Einnahmen einer nachträglichen Einkommensteuervorauszahlung fürs Vorjahr sowie der EStVZ fürs laufende Jahr gegenüber sehen, ohne zu wissen, wie sie das bezahlen sollen.

Für den Fragebogen brauchst du in deinem Fall sicherlich keinen Steuerberater, aber einen Rat, und den bekommst du hier:

Du füllst den Bogen mit einer Null aus. Und bei der Umsatzsteuer schreibst du ebenfalls eine Null hinein.

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