Frage von huhuhu12345, 466

Kleingewerbe ohne MWST. -- Berechnung Gewinnunh

Hallo ich habe mal eine Frage. Ich überlege mir ein Kleingewerbe ohne MWST. anzumelden.

Wie berechne ich bei meinen Produkten den Gewinn.

Also ich stelle mir das so vor:

Stückpreis Brutto + Gebühren ( z.b ebay ) + Versandkosten + Materialkosten brutto = X Betrag + 19% die ich dem Lieferanten bezahle.

Jetzt habe ich den Betrag inkl. Materialkosten und Versand und Gebühr.

Darauf berechne ich nun meinen Gewinn. und ziehe wieder bei den Einnahmen wieder 19% ab.

Also 19 % Einkauf und 19 % Verkauf - die differenz ist mein Gewinn.

Ich muss also bei dem Verkaufspreis zwar den Preis hinschreiben aber mir die 19 % steuer trotztem im Kopf halten . richtig???

Wäre für andere Beispiele erfreut.

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Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Finanzamt, 460

Deine Rechnerei geht von falschen Voraussetzungen aus.

  1. Gehen wir mal davon aus, dass es eine Gewerbe, als Nebenerwerb werden soll.

  2. Ob Du umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer bist, richtet sich spätestens ab dem zweiten Jahr, nach den tatsächlichen Verhältnissen. Wenn Du im Vorjahr über 17.500,- Umsatz (Einnahmen) hattest, gelten die allgemeinen Regeln des Umsatzsteuergesetzes.

  3. Bei Deiner ganzen Kalkulation brauchst Du als Kleinunternehmer die Umsatzsteuer/Mehrwertsteuer//Vorsteuer überhaupt nicht zu berücksichtigen.

  4. Was Du für die Ware zahlst, bis sie bei Dir im Lager ist, sind Deine Anschaffungskosten. Dann addierst Du Deinen Aufschlag für Deine Kosten und Gewinn und verkaufst zu dem Preis. Umsatzsteuer fällt weder als Vorsteuer bei einkauf an, noch als Umsatzsteuer beim Verkauf.

  5. Die Differenz zwischen Deinen Beschaffungskosten und dem Verkaufspreis ist Dein Rohgewinn. Davon gehen Deine Kosten (PC, Internet, Bürobedarf, usw.) runter. Der Rest ist Gewinn (oder Verlust).

Kommentar von huhuhu12345 ,

Hallo Danke für die super schnelle Antwort.

Aber ich gehe doch von dem Brutto Beschaffungspreis aus. Dieser liegt beispielsweise bei 8 € Zum Verkauf dann so meine kalkulation:

Jetzt habe ich Materialkosten , sagen wir grob 0,20 cent und 1,45 versandkosten . Das wären 1,65 .

Diese rechne ich auf den Bruttopreis zu , somit habe ich 9,65 . Jetzt muss ich meinen Gewinn reinrechnen zb 1 euro.

= 10 , 65 hinzu kommen noch 0,90 ebaygebühren.

Dann wären das 11,55 € .

Muss ich zu diesem Verkaufpreis nicht im Kopf die 19 % mitrechnen , die ich dem FA später bezahlen muss. Das wären 2,20 € c.a.

Also verkauft ( : 9,35 € und und Beschaffungskosten: 8 €.

Somit hätte ich 1,35€ gewinn .

Oder liege ich da komplett falsch.

Kommentar von wfwbinder ,

Wenn Du Kleinunternehmer bist, wird die Umsatzsteuer doch nicht erhoben.

Oder willst Du auf die allgemeinen Vorschriften optieren? Dann mit Umsatzsteuer, dann gibt es auch den Vorsteuerabzug.

Aber davon mal abgesehen, mit einem Aufschlag von ca. 1 Euro = 10 % für Gewinn und Kosten, gehst Du pleite.

Wie viele dieser Teile sollen denn pro Monat/Jahr verkauft werden?

Kommentar von huhuhu12345 ,

Aber das Finanzamt rechnet doch die Ausgaben brutto und Einnahmen Brutto zusammen.

Ich verkaufe es doch als Brutto oder etwa nicht? ich muss doch von meinen Verkaufspreis dem FA auch was abgeben ???

Ich möchte so c.a 250 artikel im monat zu verkaufen.

Kommentar von Kevin1905 ,

Als KU gibst du von deinem Umsatz gar nichts ans Finanzamt, nur von deinem Gewinn (bzw. von deinem zu versteuernden Einkommen).

Kommentar von wfwbinder ,

ein Kleinunternehmer rechnet nur netto. Ausgaben sind ausgaben, einnahmen sind einnahmen.

Nun zum zweiten Problem.

250 artikel im Monat Einzelpreis ca. 11 Euro = 2.750,- Monatumsatz. das ganze mal 12 sind 33.000,- Euro Umsatz. Damit bist Du, weil 33.000,- eindeutig mehr als 17.500,- Euro sind, kein Kleinunternehmer mehr.

Somt: alles auf Anfang.

Du arbeitest mit Umsatzsteuer. Ausser natürlich die 250,- Stück erwartest Du erst im nächsten Jahr bei Vollbetrieb und in diesen Jahr erstmal im Schnitt nur so 130 - 150 Stück im Monat.

Dann mußt Du im Januar 2015 gleich Deinen Umsatz 2014 überprüfen um ggf. ab 2015 mit Umsatzsteuer zu arbeiten.

Antwort
von Rat2010, 330

Sieht nach Ei des Kolumbus aus ;)

Leider ist man entweder Kleinunternehmer, dann kann man sich die Umsatzsteuer vom Lieferanten nicht hilen.Sie erhöht deine Anschaafungskosten.

Oder man ist mit Umsatzsteuer unterwegs. Dann kann man zwar die Vorsteuer abziehen, muss sie aber auch von Kunden verlangen.

Das eine gehört zum anderen.

Antwort
von freelance, 266

wäre das ein Businessplan, der zu bewerten ist, würde man dich Hausaufgaben machen lassen, denn das ist ein Plan, der einiges durcheinander wirft und sicher in die Pleite führt.

  • zum einen sprichst du von Kleingewerbe, damit geht man von einem Kleinunterternehmer (KU) aus
  • wenn KU, dann ist da keine USt abzuführen
  • wenn KU, dann kannst du auch keine Vorsteuer geltend machen

Dann zu den Kosten:

  • hier sind nur die Materialkosten
  • du willst 250 Artikel pro Monat verkaufen und gehst von 1,35 Euro Gewinn aus je Artikel. Das wären dann ca. 335 Euro, korrekt?
  • was ist mit Personalkosten, Raumkosten, Telefon, Rechner, Anschaffungen etc? Arbeitest du für lau?
  • das sieht nach Handel aus. Im Handel gibt es auf die Einkaufspreise eher einen Aufschlag von 100%, nicht von wenigen Euro pro Stück. Und dieser Aufschlag lohnt auch nur bei hohen Stückzahlen

Beim Thema Steuern geht es bunt durcheinander. Das ist zu "schärfen", nicht nur in der Darstellung, sondern auch vom Verständnis.

Antwort
von jowaku, 339

Kurzfassung: Es gibt kein Kleingewerbe, sondern nur Gewerbe.

Für Gewerbler mit einem Umsatz unter 17.500 € gibt es die Kleinunternehmer-Regelung. Sie dient "nur" zur Vereinfachung des Umgangs mit der Umsatzsteuer/Mehrwertsteuer: Ein Kleinunternehmer zahlt das, was Ihm seine Lieferanten in Rechnung stellen (samt deren MwSt.) Das sind seine Ausgaben.

Ein Kleinunternehmer darf seinen Kunden keine Mehrwertsteuer auf die Rechnung schreiben. Die so eingenommenen Beträge sind seine Einnahmen.


Längere Fassung:

  • Zu den Ausgaben gehören auch die Fahrtkosten des Kleinunternehmers

  • Die Kosten für seine Maschinen und Werkzeuge müssen (wenn sie netto über 410 € kosten) auf mehrere Jahre verteilt (=abgeschrieben werden.

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