Frage von Rosaeinhorn, 83

Kindesunterhaltnachzahlung wie verrechnet mit ALG II

Meine Tochter 14 lebt seit Nov. letzten Jahres nach einem 1 1/2 Jährigen Ausflug zum Vater wieder bei mir. Die Ältere 17 lebt weiterhin beim Vater. Da ich die Jahre zuvor seit dem 2 Lebensjahr der Jüngsten aleinerziehend war, habe ich kein so großes Einkommen. Dadurch, dass der Vater sehr gut verdient ist er der Kleinen Unterhaltsverpflichtet und da er sich dagegen währte, dauerte es etwas. Er soll 377€ zahlen abzüglich 50€, die meine ältere Tochter von mir bekäme. Seit Juni zahlte er nun endlich an das Jugendamt pluss 100€ Nachzahlung für den aufgelaufenen Unterhalt. DIeser wurde jedoch vom Jugendamt die ganze Zeit zurückgehalten, da der Vater keinen Titel unterzeichnete. Ende November tat er dies und nun soll das Geld, was beim Jugensamt lagert verrechnet werden, mit dem ALG II was ich erhalten habe. Einge genaue Aufrechnung soll auf dem Weg zu mir sein und mir wurde mitgeteilt, dass meine Tochter 74 € davon erhält. Der Rest soll ans Jobcenter gehen. Für mich unbegreiflich, da ich nicht in vollem Umfang ALG II erhalte sonder nur 180€. Wo kann ich erfahren wie was verrechnet wird? Gilt nicht der eigentliche Zufluss, also dann als er gezaht hat und es mir zufließen hätte müssen? Dürfen die ohne mein Einverständnis das einfach verrechnet?

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Antwort
von Primus, 61

Hast Du während der Zeit, in der der Vater nicht gezahlt hat , Unterhaltsvorschuss durch das Jugendamt erhalten, dann läuft alles korrekt ab.

Kommentar von Rosaeinhorn ,

Unterhaltsvorschuss wird nur bis zum vollendeten 12.Lebensjahr gewährt. Ich habe daher keinen erhalten, jedoch einen Teil als Zusatz vom Jobcenter.

Kommentar von Primus ,

Und nur diesen Zusatz dürfen sie Dir anrechnen.

Antwort
von Juergen010, 46

Der beste Tipp wird wohl sein, dich auf diesen Rechner zu verweisen: http://www.hartziv.org/hartz-iv-rechner.html

Hier kannst Du recht schnell rausfinden, ob du in der Vergangenheit richtig berechnet wurdest. Und nun, da die Sachlage sich geänder hat, kannst Du mit den geänderten Daten, berechnen, was dir bei normaler Berechnung zugestanden hätte.

Die Differenz daraus, wird (sollte) der Aufrechnungsbetrag sein.

Falls das nicht so ist, fristgerecht (quasi sofort) Einspruch einlegen und einen Überprüfungsantrag für die vergangenen Monate stellen.

Und ja, Du hast mit dem Zuflussprinzip recht. Minder-Berechnungen, die auf der Überlegung beruhen, dass dir hätte etwas zufließen können - tatsächlich aber in der Berechnungsperiode nicht zufloss, sind nicht korrekt und können über den Überprüfungsantrag korrigiert werden.

Der Aufrechnungsbetrag darf übrigens nur dann im Ganzen verrechnet werden, wenn für den laufenden Monat der Grundbedarf der Bedarfsgemeinschaft gesichert ist - sprich nicht unterschritten wird. Ist das nicht der Fall, muss entsprechend aufgeteilt werden.

Kommentar von Zitterbacke ,

Ich hoffe sie schafft das !!! Ohne , daß du dabei bist . ;-)))))

Kommentar von Zitterbacke ,
Antwort
von Rosaeinhorn, 70

Heute nun den Brief erhalten und nun weiß ich auch warum ich so gestutzt habe bei der Berechnung der Dame vom Jugendamt. Eine Tochter lebt bei mir wofür der Unterhalt ist und in der Zeit wo sie beim Vater war lief Unterhalt meinerseits ihr gegenüber auf. Insgesamt 643,50. Das Gleiche gilt für die Tochter, die beim Vater lebt und noch für 13 Monate a 50 €, also 650€ seit Dez letzen Jahres. Es sollte verrechnet werden. Natürlich nur der Unterhalt für das Kind, welches nicht bei mir lebt. Das Jugendamt hat mir das aber nun dagegen gerechnet und nun frage ich mich wo dieses Geld ist? Alles andere was das Jobcenter verlangt hat, wurde auch schon verrechnet und angewiesen. Das scheint auch korrekt zu sein, aber wo sind die 643,50 für meine Tochter die hier lebt? Die können doch nicht den Unterhalt, der ihr zusteht mit gezahlten Schulden die ihr auch zu stehen verrechnen.

Es kommt bei der Berechnung zu einer Auszahlung von 74,50.

Es geht also bei der ganzen Sache nun nicht um eine Falschberechnung vom Jobcenter sondern ein merkwürdiges verrechnen von Beträgen die beim Jugendamt gelagert wurden. Was sagen denn nun die Experten hierzu?

Antwort
von cyracus, 38

Ergänzend zu den Antworten, die Du nun bekommen hast: Geh auf jeden Fall mit einem Beistand zum Amt (dazu gleich mehr).

Bitte hole Dir auch Rat von einer Sozialberatung - google so und füge Deinen Wohnort hinzu (oder den nächstgrößeren, falls Deiner klein ist). - Dir werden so Beratungsstellen wie die Caritas, Diakonisches Werk, Paritätischer Wohlfahrtsverband oder die Arbeiterwohlfahrt (AWO) gezeigt. Vereinbare dort einen Beratungstermin. - (Falls Du in Hamburg wohnst, ruf an bei der Arbeitslosen Telefonhilfe Hamburg, dort ist man in Sachen Hartz IV sehr erfahren.)

Vorsorglich diese Hinweise von mir:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird. - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache sogar zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit jobcenter unterlagen verloren.

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Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im Vertrauen landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ (wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden.

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Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen. Dieser muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Der Beistand kann aber auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google mit 13 sgb 10):

  • (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtliche Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

Ämterlotsen

Behördenlotsen

Behördenbegleiter

Hartz IV Mitläufer

Hartz IV Gegenwind e.V.

Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und (die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus. (Sag beim Amt niemals, Du hättest einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die hast Du ein Recht.)

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft): Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

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Und google mit

legitimation eines beistands pdf

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen.

Auch erfährst Du so, dass wenn Dein Beistand für Dich etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es gesagt.

Wenn Du bei einer Sozialberatung bist, frage dort, ob dort Beistände / Behördenbegleiter ehrenamtlich Dienst machen.

Zum Amt mit einer erfahrenen Begleitpersonen zu gehen ist in diesem Fall sehr empfehlenswert.

Kommentar von Rosaeinhorn ,

Danke für diese ausfürliche Beschreibung, wie man mit den Behörden umgehen sollte um sich zu schützen. Da ich schon einige Erfahrung habe was Falschberechnungen bei mir, Freunden, Bekannten angeht und ich auch schon öfter ein Bestand war, berücksichtige ich zum Glück all diese Dinge. Daher weiß ich auch was mir zusteht oder was berechnet werden darf. Bei mir ging es eher um erbrachte Leistungen, die mit, vom Jugendamt gelagerten Unterhalt des Kindsvaters verrechnet werden sollte. Am Telefon gab es da sehr komische Aussagen zu Verrechnungsbeträgen. Wie aber in meinem Post nun schon geschrieben, scheint die Verrechnung des Jobcenters in Ordnung zu sein, aber die Verrechnng mit Unterhaltszahlungen zu den Kindern ist sehr zweifelhaft.

Kommentar von cyracus ,

Wenn Du keine Bekannten in Hamburg hast, die für Dich bei der Arbeitslosen Telefonhilfe anrufen können, empfehle ich Dir, geh zu einer der Sozialberatungen. Dort kennt man sich zwischenzeitlich auch sehr gut in Hartz IV-Fragen aus.

(Leider darf die Arbeitslosen Telefonhilfe in Hamburg nicht mehr bundesweit beraten, ich hatte sie immer sehr gern empfohlen. - Falls Du in Bremen wohnst, habe ich einen Link für Dich.)

Weil Du selbst schon Menschen als Beistand zum Amt begleitet hast, ist Dir ja auch bekannt, dass sich vielfach die Mitarbeiter gar nicht wirklich in den Gesetzen auskennen. Außerdem sind sie angehalten, "auf Teufel komm raus" auf Kosten der bereits ärmsten Bürger zu sparen.

Vielleicht bittest Du hier VirtualSelf per Kompliment, Deine Frage anzuschauen. - Und/oder stell Deine Frage auch auf https://www.finanzfrage.net. Vielleicht sieht dort isomatte Deine Frage. Beide sind in Sachen Hartz IV sehr erfahren. (Gib als Stichwort auch "Hartz IV" an.

Viel Glück und Erfolg.

Antwort
von Tina34, 28

ok und was verdienst du selber?

Es wird doch ALG 2 für dich und deine Tochter gerechnet + angemessene Miete, davon gehen dann Unterhaltszahlungen etc. ab.

Wie sollen wir den anhand der Zahlen raten ob oder was richtig ist?

Kommentar von Rosaeinhorn ,

Ich bekomme 180,95 monatlich vom Jobcenter für meine Tochter. Den Rest finanziere ich durch mein Einkommen und das Kindergeld selber inkl. Miete.

Antwort
von Zitterbacke, 28
Einge genaue Aufrechnung soll auf dem Weg zu mir sein ... .

Genau diese nimmst du mit zum Amt ! Aber nur wenn du sie nicht verstehst .

Die Erklärung sollte dort erfolgen .

Gruß Z... .

Kommentar von Rosaeinhorn ,

Ich würde aber auch gerne eine Gesetzesgrundlage dazu haben, damit ich mir das auch nachschlagen kann. Am Telefon wurden Dinge erwähnt mit Aufrechnungen, die nicht korrekt sind und die Dame vom Jugenamt konnte mir rein gar nichts Erklären. Daher möchte ich mich gerne unabhändig von den Ämtern schlau machen und hoffe hierdurch Tipps zu bekommen, wo ich sowas finde oder vielleicht weiß ja jemand mehr.

Kommentar von Zitterbacke ,

Was nützt dir das ??

Am Telefon wurden Dinge erwähnt mit Aufrechnungen, die nicht korrekt sind ...

Woher willst du das wissen .

Hier das Gestz :

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/

Kommentar von Rosaeinhorn ,

Es verschafft Klarheit, da ich schon mehrfach falsch berechnet wurde. Es war immer ein langer Kampf. Entweder einige Mitarbeiter haben oder wollen keine Ahnung von der Materie haben mit er sie arbeiten oder die Computerprogramme sind falsch programmiert und da die Mitarbeiter damit ja arbeiten müssen, fallen Fehler häufig nicht auf. Ich sehe es nicht ein alles hinzunehmen und möchte es mir selbst berechnen was meinem Kind wirklich davon zusteht. Im SGB2 steht im übrigen nichts darüber, denn das ist das Erste was ich in diesem Fall zu Rate zog.

Kommentar von Rosaeinhorn ,

Im Übrigen weiß ich was ich bekommen habe und dort dürfte wohl nicht mehr verrechnet werden. daher weiß ich es, dass die Angaben nicht korrekt waren

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