Frage von BartS1975, 39

Kfz-Versicherung: Beitragserhöhung bei nicht ermittelter Unfallschuld?

Mein Vater hatte vor einigen Monaten einen Autounfall mit Sachschäden. Beide Fahrer der in den Unfall verwickelten Fahrzeuge waren sich keiner Schuld bewusst und haben dies gegenüber ihrer jeweiligen Kfz-Versicherung auch schriftlich zum Ausdruck gebracht, d.h. es stand Aussage gegen Aussage. Die Versicherung meines Vaters hat sich nach wochenlangem Hin und Her bereiterklärt, die Hälfe seiner von einer Reperaturwerkstatt festgestellten Schadenssumme zu tragen, was mein Vater, schon um die Sache zu einem Ende zu bringen, akzeptiert hat. Der ausgezahlte Betrag belief sich auf rund 500 Euro.

Gestern hat mein Vater nun von seiner Versicherung eine deutliche Beitragserhöhung erhalten, eben wegen jenes Schadens. Die SF-Klasse wurde von 12 auf 5 verringert, so dass sich der jährliche Beitrag fast verdoppelt hat.

Meine Fragen:

  1. Spielt es bei der SF-Erhöhung keine Rolle, dass die Unfallschuld nicht geklärt werden konnte?

  2. Hat es Aussicht auf Erfolg, gegen die Erhöhung Widerspruch einzulegen? Falls ja, mit welcher Argumentation?

Danke.

Antwort
von LittleArrow, 18

Könnte es sein, dass Dein Vater schon über 65 Jahre alt ist? Da werden plötzlich - auch altersbedingt - die Haftpflichtprämien höher. Vielleicht ist auch der gewählte Versicherungsumfang und -tarif nicht mehr optimal.

In seinem Fall könnte sich auch gut die Übernahme der Schadenskosten lohnen, um nicht SF-mäßig herabgestuft zu werden.

Antwort
von benjaminstiess, 27

Zu 1: Es ist eine Schadensregulierung erfolgt.Somit erfolgt natürlich auch eine Rückstufung.                                                                             

Zu 2. Sie haben die Möglichkeit und ich empfehle das ausdrücklich,den Schaden zurück zu kaufen und in die günstige SF12 zurückzustufen.Die Ersparnis ist hier sicher enorm,trotz der Summe von 500€.Ein Gespräch und eine Berechnung des Versicherers hilft Ihnen sicherlich sehr weiter.Ich hoffe ich konnte für Klarheit sorgen.Mit freundlichen Grüssen,Benjamin StiessVersicherungsfschmann IHK

Kommentar von BartS1975 ,

Danke schon mal. Ich habe eben noch ein wenig recherchiert und dabei mittels der Angabe unter "Vergleichsbeitrag" festgestellt, dass fast die Hälfe der Erhöhung nicht auf die Änderung der SF-Klasse zurückzuführen ist, sprich, der Beitrag der SF 5 wurde von 343,02 auf 416,55 Euro erhöht. Das entspricht also einer Erhöhung von über 20 Prozent - gibt es irgendeine Möglichkeit, dies OHNE Kündigung mit Aussicht auf Erfolg "nachzuverhandeln"?

Kommentar von Apolon ,

Man kann den Schaden ausgleichen, in dem man den Betrag an den Versicherer überweist.

Dann reduziert sich der Beitrag auf die nächst höhere Schadensfreiheitsstufe.

Antwort
von Apolon, 5

Zu Frage 1:

Dein Vater war doch wie du selbst schreibst mit der Zahlung seiner Kfz-Haftpflichtversicherung einverstanden. Also gibt es zum 01.01.2017 eine Veränderung der Schadensfreiheitsstufen zu seinem Nachteil.

Zu Frage 2:  Nein, wie in Frage 1 schon geschrieben - dein Vater war mit der Zahlung einverstanden.

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