Frage von blackhawk536, 94

KFZ-Richtlinie erlaubt keine Fahrt nach CZ

Hallo zusammen.

Die Dienstwagenregelung meines Zukünftigen Arbeitgebers erlaubt es mir nicht einige Staaten im östlichen Bereich der EU zu besuchen. Darunter auch Polen und Tschechien. In Tschechien habe ich Verwandte und Bekannte, die ich des öfteren Besuche. (meist 1-2x pro Jahr) Extra einen Privatwagen halten zu müssen für die Urlaubsfahrten/Besuche in der Tschechei wäre die wohl schlechteste Lösung. Deshalb bin ich natürlich um eine andere bemüht.

Eine Anfrage, ob ich etwas zuzahlen könnte um diesen Umstand zu verändern wurde verneint.

Meine nächste Idee war, dass ich den Dienstwagen mit dem Wagen meiner Eltern tausche und dann mit diesem weiterfahre. Allerdings macht mir da die nächste Bedingung einen Strich durch die Rechnung: Der Wagen darf nur von in häuslich Gemeinschaft lebenden Verwandten und Lebenspartnern mitbenutzt werden und ich lebe nicht mehr unter dem Dach meiner Eltern. Genauer gesagt ca. 150 km entfernt.

Nun meine letzte Idee: Wenn ich meinen Zweitwohnsitz auf das Haus meiner Eltern anmelde, zählen diese dann zu meiner häuslichen Gemeinschaft? Immerhin leben sie ja in meinem Zweitwohnsitz mit mir zusammen, den ich auch min. 1x im Monat für ein WE besuche.

Meint ihr so könnte man das "hintricksen", oder hat evlt. jmd noch eine andere Idee, wie ich einen Zweitwagen vermeiden kann?!

Vielen Dank schon mal für euren Rat und eine schöne Adventszeit.

Christian

Antwort
von Primus, 88

Ich stimme der Antwort von wfwbinder voll zu. Fahr mit der Bahn und miete Dir in Tschechien bei Bedarf einen Wagen, wenn Du den Dienstwagen behalten möchtest.

Verschiedene Länder werden nicht ohne Grund von der Kfz - Versicherung ausgenommen.

Antwort
von Snooopy155, 90

Wenn dir Deine Eltern schon anbieten, ihr Fahrzeug für diese Reisen zu benutzen, dann miete Ihnen doch für die paar Tage einen kleinen Leihwagen an, damit sie auch mobil sind, wenn die Bahn für Dich keine Alternative ist. Das ist allemal preiswerter als die Trickserei mit der Zweitwohnung.

Kommentar von blackhawk536 ,

Vielen Dank für die Antwort. In der Tat eine gute Idee. Muss man nur von Fall zu Fall durchrechnen wie sich das lohnt. So ein Mietwagen kostet ja auch ca. 30€ pro Tag. Je nachdem wie lange man dann unterwegs ist häuft sich das auch...

Antwort
von wfwbinder, 64
die ich des öfteren Besuche.

Da braucht man eine gute Lösung

meist 1-2x pro Jahr

So häufig? was ist dann selten.

wegen 2 Fahrten pro Jahr würde ich die Bahn wählen, oder einen Mietwagen, bzw. die Kombination. Mit der Bahn hinfahren udn dort einen Wagen nehmen, wenn man wirklich einen braucht.

Auf keinen Fall würde ich meinen Dienstwagen mit einer Trickserei riskieren.

Kommentar von blackhawk536 ,

Danke für die Antworten.

Wenn die Bahn eine Alternative wäre, dann hätte ich die Probleme nicht. Bahnfahren in CZ ist im Vergleich zu D sau billig, man bekommt Kaffee an den Platz, hat kostenloses WLAN...aber mit zwei Hunden ist Bahnfahren eher ungünstig...

Trickserei war hier nicht im wörtlichen Sinne gemeint. Es ging eher darum ob eine Versicherung - ich gehe mal davon aus, dass es um die Autoversicherung geht, das akzeptieren würde: also ob Personen die in meinem Zweitwohnsitz leben zu meinem Haushalt gehören.

Als Außendienstler hab ich auch nicht wirklich die Wahl ob ich einen Dienstwagen nehme oder nicht. Es ist nur entscheidend ob ich mir zusätzlich noch ein anderes Fahrzeug halten muss oder nicht und ob ich das trotz der Bedingungen die in der KFZ-Richtlinie verzeichnet sind irgendwie vermeiden kann.

Als selten hätte ich bezeichnet wenn man im Schnitt weniger als 1x im Jahr in ein Land reist. Am Anfang war ich ja auch skeptisch und dachte jedes Mal, dass mein Wagen am nächsten Morgen nicht mehr da ist. Aber seid 10 Jahren ist nie was passiert. Das wird wohl auch etwas übertrieben.

Kommentar von gammoncrack ,
Am Anfang war ich ja auch skeptisch und dachte jedes Mal, dass mein Wagen am nächsten Morgen nicht mehr da ist. Aber seid 10 Jahren ist nie was passiert. Das wird wohl auch etwas übertrieben.

Ja, Du hast vom Grundsatz her Recht.

Die Wahrscheinlich eines Totaldiebstahls (dort) bewegt sich natürlich nicht in einem 10%-Bereich. Das wäre ja ganz schrecklich, weil man dann ja allein für die Teilkaskoprämie 10% des durchschnittlichen Fahrzeugwertes ansetzen müsste, also bei einem 50.000.- Euro-Fahrzeug 5.000.- Euro.

Die Einschränkung machen die Versicherer häufig bei bestimmten Fahrzeugen. Man kann als Versicherer auch darauf verzichten, dann aber gegen eine erheblich höhere Selbstbeteiligung und einen Verzicht auf die Neuwertentschädigung (bis zu 4 Jahren) bei einem Diebstahl in einem dieser Länder.

Wenn die Firma das nicht möchte, ist das vielleicht auch nachvollziehbar.

Antwort
von Rabbicook, 48

Dann miete Dir doch für die Fahrten zu Deinen Verwandten und Bekannten ein Auto.

Antwort
von FREDL2, 43
Meint ihr

Was wir meinen, ist völlig irrelevant. Dein Dienstwagennutzungsvertrag hat klare Bestimmungen und wenn Du diese nicht einhalten willst, musst Du das mit Deinem Arbeitgeber klären.

Übrigens gammoncrack hat siccher Recht. Es muss mit der Versicherung des Autos zu tun haben. In meiner KFZ-Versicherung ist Polen, Rumänien, Bulgarien etc. ausgeschlossen. Macht mir nix, da wollte ich eh noch nie hin. Tschechien ist für meine Versicherung offenbar kein Problem, dahin kann ich.

Antwort
von gammoncrack, 49

Die Frage ist hier, warum Dein AG das so macht. Für ihn macht das eigentlich wenig Sinn, wenn es sich nicht um eine versicherungstechnische Regelung handelt. Manche Versicherungen stellen die Frage bezüglich der Kaskoversicherung, in welche Staaten man fährt oder nicht fährt. So sind Fahrten in die ehemaligen Ostblockstaaten gegen einen entsprechenden Beitragsnachlass ausgeschlossen. Hintergrund ist das hohe Diebstahlrisiko.

Wenn Du also trotzdem fährst, würdest Du im Diebstahlfall also Risiko laufen, bei einer, in diesem Fall, höheren Selbstbeteiligung die Differenz selbst zahlen zu müssen, oder, falls der Kaskoschutz dort total versagt wird, den Totalverlust aus eigener Tasche zahlen.

Die Beschränkung, dass nur Personen im eigenen Haushalt mit dem Fahrzeug fahren dürfen, ist eigentlich ungewöhnlich. Meistens ist das so formuliert, dass keine dauerhafte Überlassung an anderen Personen, außer im eigenen Haushalt wohnende, nicht erlaubt ist. Das würde ich noch einmal prüfen.

Meine Meinung: Eigenltich sollte ein AG einer derartige Einschränkung nicht machen, wenn der Firmenwagen auch zur privaten Nutzung zur Verfügung steht.

Kommentar von LittleArrow ,

Sehe ich auch so:-)

Der Schwarzfalke45 sollte daher mit dem Arbeitgeber nach Lösungen suchen, z. B. die Mehrkosten der passenden Versicherung als Eigenanteil zu übernehmen oder auf ein kleineres Wagenmodell zu setzen, bei dem die Fahrzeugkosten mit einem reiseunbeschränkten Tarif nicht über den Kosten des Wagen mit reisebeschränkter Versicherung liegen.

Kommentar von blackhawk536 ,

Vielen Dank für die Antwort. Gut heißen tue ich das natürlich auch nicht, diskriminiert es ja sozusagen jeden EU-Bürger der aus diesen Staaten kommt, da eine Besuch nicht mehr möglich ist...

Warum der AG das macht ist für mich klar. Es wurden einfach die günstigst möglichen Bedingungen genommen.

Zitat aus der Richtlinie: (...) darf nur von folgenden Dritten genutzt werden: (...) in häuslicher Gemeinschaft lebenden Familienangehörigen (...) Lebenspartner. Vor der Nutzung ist eine Kopie des Führerscheins einzureichen. Haftung ist wie wenn man selber fährt.

Man darf auch keine Anhalter oder unbekannte Personen mitnehmen. Nehme mal an, das ist damit man keinen auf Taxi macht ;-)

Ich habe auch schon konkret nach der Möglichkeit gefragt etwas zuzuzahlen um die Versicherung zu ändern oder eben, dass ich den Wagen mit meinen Eltern für die Zeit tausche, diese sich aber eben nicht in meiner häuslichen Gemeinschaft befinden - beides wurde abgelehnt...

Aber da in den Bedingungen das "ständig" in häuslicher Gemeinschaft lebt fehlt ist mir gerade die Idee mit dem Zweitwohnsitz gekommen. Wenn Personen die in meinem Zweitwohnsitz leben also zu meinem Haushalt zählen, dann wär die Sache ja geritzt. Vielleicht fällt ja jemandem auch noch was anderes ein. Vielleicht gibts ja eine Zusatzversicherung nur für eine begrenzte Zeit. Wenn Leute die so einen Vertrag haben doch mal nach CZ wollen.

Kommentar von gammoncrack ,

Die einzige Möglichkeit würde sein, eine eigene Kaskoversicherung für das Auto abzuschließen.

Allerdings wird kaum ein Versicherer eine Vollkaskoversicherung ohne die dazugehörige Kfz-Haftpflichtversicherung zeichnen.

Die Nutzungsklausel bezieht sich übrigens nicht auf Beifahrer, sondern nur auf Fahrer.

Und dem AG kannst Du ruhig einmal mitteilen, dass das keine Firmenwagenregelung ist, die man mit "privater Nutzung" gleichsetzen kann.

Kommentar von blackhawk536 ,

Die Nutzungsklausel bezieht sich übrigens nicht auf Beifahrer, sondern nur auf Fahrer.

In der KFZ-Richtlinie steht konkret drin, dass keine Anhalter bzw. Fremde mitgenommen werden dürfen.

Und dem AG kannst Du ruhig einmal mitteilen, dass das keine Firmenwagenregelung ist, die man mit "privater Nutzung" gleichsetzen kann.

Wenn es mir was bringen würde, außer dass ich als Querulant auffallen würde, würde ich es direkt machen.

Kommentar von gammoncrack ,

In der KFZ-Richtlinie steht konkret drin, dass keine Anhalter bzw. Fremde mitgenommen werden dürfen.

So etwas habe ich noch nie gehört. Das ist aber ganz sicher nur eine vom Arbeitgeber gestrickte Richtlinie, deren Sinn ich nicht verstehe. Versicherungen machen derartige Einschränkungen nicht.

Mal eher scherzhaft:

Wenn da ein Anhalter steht, musst Du das folgendermaßen machen:

"Darf ich mich bekannt machen: "Walter Sikorksy". Der sagt dann: "Darf ich mich bekannt machen: "Fritz Müller".

In dem Moment seid Ihr Euch bekannt. Er kann dann mitfahren.

Dass Du den AG nicht darauf ansprechen willst, kann ich nachvollziehen.

Kommentar von FREDL2 ,

@gammoncrack

Der Ausschluss "keine Anhalter usw." ist durchaus üblich. Zumeist steht auch noch drin, dass nur der Lebenspartner zu Fahrten berechtigt ist oder auch gar keiner ausser dem AN.

Für mich gilt ausserdem auch hier: wer zahlt, schafft an.blackhawk kannte den Vertrag doch vor seiner Unterschrift.

Kommentar von gammoncrack ,

Die Einschränkung bezüglich Fahrer kenne ich. Das ist normal. Ich hatte bei 3 unterschiedlichen Unternehmen einen Firmenwagen. Die Anhalter-Geschichte kam aber nie vor. Aber, es waren natürlich nur 3 Konzerne von vielen.

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