Frage von MadameGlory, 18

Keine USt-ID weil keine Unternehmereigenschaft?

Hallo ihr Lieben, ich habe vor kurzem eine USt.-ID beantragt und heute per Post die Absage dieser bekomme, da bei meinem Finanzamt keine "Unternehmereigenschaft" vorläge. Ich habe bisher (seit 2 Jahren) ein Kleingewerbe/Nebengewerbe nach §19 mit meinem Dawanda-Shop. Da ich diesen nun ausweiten möchte (langsam auf einen zusätzlichen separaten Online-Shop umstellen) und momentan in Kontakt mit Verkäufern im Ausland stehe (die teilweise zwingend eine USt-ID von mir erhalten möchten), brauche ich dringend die USt-ID, die, soweit ich gelesen hatte, ja auch Kleingewerben vergeben werden kann. Daher meine Frage an euch: Wie komme ich nun doch noch zu einer USt.-ID? Vermutlich fangen die ausländischen Händler mit meiner "normalen" Steuernummer ja eher weniger an?! Vielen Dank vorab!

Antwort
von EnnoBecker, 17

Offenbar hat das Finanzamt das Kennzeichen U nicht gesetzt.

Wie kann das passieren? Als du deinen Betrieb steuerlich angemeldet hast, hast du wahrscheinlich die Kleinunternehmerschaft angegeben. Folge der Kleinunternehmerschaft ist unter anderem, dass keine Umsatzsteuervoranmeldungen abgegeben werden müssen.

Möglicherweise hat der Sachbearbeiter geschlafen (oder sich sogar was dabei gedacht) und das Kennzeichen U nicht gesetzt, damit keine Erinnerungen an die Abgabe der UStVA versandt werden.

Dass dann offenbar die Umsatzsteuererklärungen tatenlos zur Kenntnis genommen wurden, überrascht dann schon eher.

Also:

Finanzamt anschreiben, sie mögen doch bitte deiner Unternehmereigenschaft bestätigen und durch geeignete Maßnahmen dafür Sorge tragen, dass eine Abfrage durch das Bundeszentralamt positiv beantwortet wird. Alternativ sollen sie begründen, warum du keine Unternehmereigenschaft haben sollst.

Kommentar von MadameGlory ,

Danke, das ist mal eine hilfreiche Antwort! :)

Antwort
von vulkanismus, 13

Klingt so als hättest Du Dein Gewerbe nicht angemeldet.

Kommentar von MadameGlory ,

Doch, defintiv - als Kleingewerbe nach §19 - ich mache ja auch jedes Jahr meine Steuererklärung dafür ans FA (sogar mit zwei Anhängen - einmal für meinen Dawanda-Shop und einmal für meine Nebentätigkeit als Model). Deswegen verstehe ich nicht, wo gerade das Problem liegt. ;-)

Kommentar von EnnoBecker ,
als Kleingewerbe nach §19

Bitte immer sauber trennen. Es gibt kein Kleingewerbe, das man anmelden könnte. Man meldet auch kein Gewerbe nach § 19 an. Man meldet ein Gewerbe an und das ist ein Vorgang, der sich beim Gewerbeamt abspielt.

Mit Umsatzsteuer hat das nichts zu tun. Die spielt sich nämlich im Finanzamt ab. Dort ist man bei Vorliegen der Voraussetzungen Kleinunternehmer, und das nach § 19 UStG.

Eins hat mit dem anderen nichts zu tun, also sauber trennen. Du kippst ja auch nicht das Dessert in die Vorsuppe.

Kommentar von EnnoBecker ,

???

Was hat denn die Gewerbeanmeldung mit der Unternehmereigenschaft zu tun?

Kommentar von vulkanismus ,

Weil erst wegen der Gewerbeanmeldung das U-Signal gesetzt wird.

Wird dieses nicht gesetzt (wie Du vermutest), kann auch die USt-Erklärung nicht verbucht werden.

Dennoch muss hier irgendwo ein mir unerklärlicher (nie erlebter) Hund begraben liegen.

Ein Anruf sollte genügen. Schriftlich wird das zu aufwändig.

Kommentar von EnnoBecker ,
Weil erst wegen der Gewerbeanmeldung das U-Signal gesetzt wird.

Dann haben die bei mir wohl was falsch gemacht und bei den von mir betreuten Holding-GmbHs wohl auch.

Ich hab nie eine Gewerbeanmeldung abgegeben und muss trotzdem Umsatzsteuer blechen.

Und die Holding hat ein Gewerbe angemeldet, aber kein Kennzeichen U bekommen. Logisch, ist ja auch kein Unternehmer.

Kommentar von vulkanismus ,

Nö, haben sie nicht.

Es gibt eben auch andere Gründe als die Gewerbeanmeldung, ein U-Signal zu setzen.

Z.B. auch zu Unrecht ausgewiesene USt.

Auch da zahlt man USt ohne Gewerbeanmeldung.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ja, den Betriebseröffnungsbogen.

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