Frage von lohepudel, 88

Keine Erbschaft, Lotteriegewinn oder super Geschäftsidee in Sicht: Wie kommt man als normaler Angestellter trotzdem finanziell auf einen grünen Zweig?

Ideen für normale Durchschnittsverdiener? Regelmäßige Fortbildung ist sicherlich ein Schritt. Aber hier die richtige Bildungsmaßnahme zu finden ist angesichts der Vielzahl an Kursen und Anbietern fast unmöglich.

Sparpotential bei Versicherungen etc. wurde bereits gehoben und wird regelmäßig geprüft. Trotzdem wird es gerade mit Familie recht eng. Ein Stellenwechsel ist je nach Branche oft sinnvoll, aber ich sehe hier kein Verbesserungspotential in meinem Fach-Bereich.

Es reicht zum Überleben, aber eben nicht mehr. Wer hat ein paar Tipps? Die meisten in meinem Umfeld können auf eine Erbschaft hoffen, welche oft Grundlage z.B. für den Aufbau einer Existenz oder Immobilienkauf stellt.

Antwort
von Sammy760, 20

Zur Fortbildung: Willst Du Dich in Deinem Beruf fortbilden, oder neue Qualitäten erreichen um eine besser bezahlte Stelle zu bekommen?

Wo sind Deine Talente? Suche Dir einen Arbeitgeber, der diese erkennt und fördert?

Was ist bei Dir "Durchschnittsverdienst"? 

Laut DRV liegt das durchschnittliche Bruttoarbeitsentgelt 2016 bei 26.267€. Mit St. Klasse III und zwei Kinder sind das bei einem Einkommen 2200€ netto zzgl. Kindergeld.

Führt mal ein Haushaltsbuch. Dann seht Ihr wohin das Geld geht. Ihr könnt dann entscheiden, welche Ausgaben nicht unbedingt zur Steigerung der Lebensqualität dienen, bzw. unnötig sind.

Rechnungen gleich zu bezahlen ist auch ein guter Tip. In der Praxis sieht man immer wieder Fälle die gerne die ersten Mahnungen abwarten. Dann wird es teurer.

Keine Konsumkredite. Sehr verlockend, doch die mtl. Kosten fressen liquidität.

Wenn es Einkommensmäßig ganz eng sein sollte, prüft mal den Anspruch auf Wohngeld.

Auch wenn es eng ist, etwas Geld zur Seite legen. Von der nächsten Gehaltserhöhung die hälfte zus. Anlegen, die andere Hälfte zur Steigerung der Lebensqualität nutzen.

Antwort
von Bankier2016, 8

Wichtig ist eine flexible Anlage, die keine hohen Gebühren
aufwirft. Dafür gibt es eine ganze Reihe an lohnenswerten Instrumenten,
von der betrieblichen Altersversorgung (bAv), um steuerbegünstigt und
gemeinsam mit dem Arbeitgeber den Ruhestand finanziell abzusichern, bis
hin zu Anlageformen für den Vermögensaufbau, um die persönlichen Ziele
zu erreichen.

Das ist auch mit wenig Startkapital und/oder kleineren monatlichen Beträgen möglich. Man muss nur wissen, wie, und sollte sich deshalb auf einen wirklich vertrauensvollen Berater verlassen. Ich persönlich bin Kunde bei einem Vermögensberater in der Region Niederrhein und bin sehr zufrieden http://www.wortmann-fin.de/). Versuch es dort oder hör Dich doch einmal im Bekanntenkreis um, ob Dir jemand einen guten Finanzberater empfehlen kann.

Antwort
von Rat2010, 32

Ich denke, es ist normal, dass ein normaler Angestellter oder Arbeiter durch Arbeit nicht auf das kommt, was du "einen grünen Zweig" nennst. Dafür sind sie ja normale Angestellte oder Arbeiter. Ich glaube nicht, dass das zu irgendeiner Zeit oder in igendeinem Land anders war/ist.

Die Einstellung, mit der es sehr schwer ist, sich was aufzubauen, wird vererbt. Wenn du es ändern willst, wirst du dich also irgendwie verbiegen müssen. Zu viel Gerechtigkeitssinn sorgt z. B. dafür, dass man es als ungerecht empfindet, wenn man zu was kommt. Dem "auf einen grünen Zweig kommen" ist das nicht zuträglich.

Wenn du etwas dagegen machen willst, empfehle ich dir, dem Glück auch eine Chance zu geben.

Es müssen keine Erbtanten sein, wenn es die nicht gibt. Mancher kommt zu etwas, indem er erbt, auch wenn bei der Verwandtschaft nichts zu holen ist. Also immer schön nett mit den alten Leuten sein, die einen kennen.

Zweitens ergeben sich wesentlich mehr Gelegenheiten, als man glaubt. Eine gewisse Tendenz zu "ja" statt zu "Bedenken" ist sicher hilfreich. Vor allem, wenn es Richtung Aufstieg oder Vertrieb geht, kann das die Gelegenheit sein, die man dann, wenn man etwas erreichen will, nicht abtun sollte.

Antwort
von Snooopy155, 54

Durchleuchte mal Euer Einkaufsverhalten, möglicherweise gibt es hier Ansätze. Wenn Kinder da sind, wäre mal zu prüfen, ob sich hier Prospekte austragen anbietet.

Wenn Du an Weiterbildung denkst, dann frage in Deiner Firma, welche Maßnahmen auch finanziell belohnt werden.

Antwort
von Privatier59, 54

Ich bin nichts, ich kann nichts, gebt mir ein Amt! Einfach in die Politik gehen. Die Parlamente sind voll mit zweibeinigen Nullnummern und die verdienen sich da eine goldene Nase!

Ist doch allemal besser als den Teebeutel viermal aufzubrühen oder sich bei Fortbildungsmaßnahmen Blasen am Südpol zuzuziehen!

Kommentar von lohepudel ,

Danke Privatier59. Du hast Recht, aber so schmierig wie man in der Politik sein muss, das kann eben nicht jeder ;o).

Jetzt aber mal ohne Witz, gerade mit Familie ist es echt kein Zuckerschlecken das ganze Thema. Als Single täte ich mir bei etlichen Themen leichter. Jammern hilft zwar nix, musste aber raus.

Kommentar von Privatier59 ,

Wie soll man denn Deine Frage in aller Allgemeinheit beantworten?

Fortbildungsmaßnahmen mögen "ganz allgemein" ein Mittel sein, die Einnahmen zu steigern. Was aber ist, wenn man in einem Beruf arbeitet in dem es keine Aufstiegschancen gibt?

Beispiel: Rechtsanwaltsfachangestellter. Der kann sich noch so viel fortbilden, Rechtsanwalt wird er trortzdem nicht. Es sei denn natürlich, er studiert, wird Referendar und besteht 2 Staatsexamen, aber das ist dann wiederum ein völlig anderes Thema.

Und bei der Ausgabenseite besteht das Sparpotential nicht nur im Versicherungswechsel. Es gibt eine ganze Menge an Einsparungsmöglichkeiten, wenn man denn will. Und da liegt der Hund begraben. Wer würde es schon wagen die Familie mit der Neuigkeit zu überraschen, daß es die nächsten 10 Jahre keinen Urlaub mehr gibt? Wenn man den Junioren das so heiß begehrte Smartphone aus Kostengründen verweigert, hätte man keinen ruhigen Abend mehr.Da muß man eben abwägen: Weiter jammern oder knallharte Entscheidungen treffen.


Kommentar von Rat2010 ,

Du solltest überlegen, ob (Mit-)Jammern nicht kontraproduktiv ist. Man übersieht vor lauter Jammern, dass es einem eigentlich ziemlich gut und dass es einem Großteil der Leute schlechter geht.

Vielleicht übersieht man auch, dass zur Rente das, was an Riester und bAV gefördert wird eigentlich reicht, die VL vom Arbeitgeber mitgenommen werden sollten und etwas mehr an Fondssparplan auch noch drin ist.

Vielleicht auch, dass die Frau nicht nur arbeiten könnte, sondern auch arbeiten möchte und es ihr gut tut. Kindergeld war noch nie so üppig wie heute. Wer nichts auf die Seite bringt hat oft das Thema, dass er nicht weiss, wofür. Ziele (Sabatical, Urlaube) bringen einen echt weiter.

Jammern ist sehr, sehr deutsch und viele Jammern aber man muss ja nicht alles mitmachen.

Antwort
von Angelsiep, 34

Als Durchschnittsverdiener (lt. Rentenversicherer 36000/Jahr) sollte es schon zu schaffen sein, auf dem Land, sich eine kleinere Immobilie zuzulegen.

Kommentar von lohepudel ,

Bei uns im Umkreis von 30 km kostet ein EFH mindestens 300.000 € oder es ist ein uralter Schuppen mit hohem Investitionsbedarf.

Kommentar von Rat2010 ,

Auch wenn deine eine sehr regionale Ansicht ist (hier brauchst du unter dem dreifachen an Einkommen für ein Haus nicht anfangen):

Eine kleinere Immobilie in mittlerer Lage würdest du als "auf einen grünen Zweig kommen" bezeichnen???

Man hat dann mitte 30 entweder etwas ältere Steine (und etwas Glas) in für die mittlere Lage ordentlicher Lage oder neue Steine am Rande des Ortes mit der mittleren Lage.

Dann gibt man 45 Jahre lang alles, was anderen zum Leben übrig bleibt dafür aus, die Steine nicht verfallen zu lassen. Vielleicht spart man auch mehr als andere. Dummerweise weiss man ab 65 nicht mehr wofür und davor traut man es sich nicht, es auszugeben, weil es könnte ja was kommen.

Mit Ende 70 hat man dann fünfzig Jahre alte Steine in hoffentlich noch mittlerer Lage (kommt aber nicht wirklich darauf an; man muss ja wohnen), Kinder die kein Interesse daran haben und vielleicht einen Enkel, der es eventuell übernehmen würde.

Weil man es selbst nicht mehr "halten" kann und will, wird der Grund verkauft. Das Haus ist dann nur noch den negativen Abriss wert (oder werden bei euch 50 Jahre alte Häuser ernsthaft verkauft).

Mit etwas Pech haben die Kinder auch kein Interesse an den Eltern und an den Geschwistern. So ein Haus kann der Grund dafür sein, dass man mehr arbeitet als andere und idealerweise auch noch länger zur Arbeit hat (weil man sich das Haus nur auf dem Land leisten kann). Vielleicht kommt man dann sogar auf einen grünen Zweig. Der Preis (keine Zeit und keine Urlaube sind nicht gut für die Familie) ist aber hoch. 

Das ist nebenbei das "mid-case-Stenario". Mit etwas Pech geht die Ehe noch in der Bauzeit auseinander, einer der Ehepartner segnet das Zeitliche und der andere verschuldet sich beim Versuch, das Haus zu halten oder irgendwas anderes sorgt dafür, dass einem von dem Abenteuer Haus nur Schulden übrig bleiben, die man ein Leben lang abzahlt und die trotz Einkommen dafür Sorgen, dass man ganz sicher nie mehr auf einen grünen Zweig kommt.

Vielleicht ist das mit-case-Szenario besser als Grundsicherung. Vielleicht auch viel schlechter. Auf einen grünen Zweig kommen sehe ich aber anders.

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