Frage von AchillesMD,

Kauf Eigentumswohnung - Eigenkapital vorhanden - Wie weiteres Vorgehen?

Hallo zusammen,

bin recht jung, seit über zwei Jahren im Berufsleben und habe durch Disziplin rund 40.000 EUR angespart, welches lediglich auf dem Tagesgeldkonto liegt. Eine Bausparvertrag oder ähnliches liegt nicht vor.

Ich spekuliere seit längerem eine Eigentumswohnung im Rhein-Main-Gebiet (Wiesbaden) zu finanzieren, welche ich selber nutzen möchte. Die Eigentumswohnung sollte dabei max. 150.000 EUR kosten. Geplant wäre eine mittelfristige Nutzung von rund 10 Jahren. Da Eigenkapital vorhanden ist, denke ich, dass zumindest die Umsetzbarkeit nicht unmöglich ist. Zugegeben, mehr Eigenkapital ist natürlich besser. Bedenken habe ich jedoch, was die Sinnnhaftigkeit angeht bzw. was ich eigentlich noch berücksichtigen muss!

Ich bin mir bewusst, dass zum Preis für die Immobilie zusätzlich Notar-, Grundbucheintragskosten, Steuern und Hausgeld sowie ggf. Maklerkosten anfallen.

Mir ist jedoch nicht klar, was es genau heißt, künftiger Besitzer einer Eigentumswohnung zu sein. Was muss ich berücksichtigen beim Kauf der Wohnung? Wie kann ich den Wert der Wohnung bewerten? Mängel? Eigentümergemeinschaft? Grundstücksbesitz auf dem das Wohngebäude liegt? Wie finanziert man das ganze eigentlich (Baufinanzierung? immobilienfinanzierung? ...)?

Wäre super, wenn Ihr mir bei dieser - für mich großen und wichtigen - Sache unterstützen könntet. Erste Beratungs- und Anlaufstellen sowie Literatur sind ebenfalls sehr gerne gesehen! Bin für jeden Beitrag dankbar. Ich möchte nämlich nichts überstürzen.

Herzlichen Dank

AchillesMD

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von hypothekenteam,

Da gibt es Vieles zu beachten. Suchen Sie sich am besten einen unabhängigen Finanzierungsexperten, der kann über 100 Banken vergleichen. Das kann jemand vor Ort sein, oder auch via Internet jemand aus der Ferne. Heute kann man mit Telefon und Mail fast alles erledigen. Der Berater erhält sein Geld übrigens von der Bank, weil die sich Kosten spart. Sonst müssen Sie zu etlichen Banken latschen und wissen dann immer noch nicht, ob die günstigste dabei war.

Zum Objekt: je älter, dest mehr Vorsicht. Ich würde ab einem Alter von etwa 15-20 Jahren einen Bausachverständigen einschalten. Das kostet ein paar Hunderter, kann aber viel Geld sparen. Ebenso sollte man sich die Protokolle der Eigentümerversammlung der letzten paar Jahre ansehen. So weiß man, ob sich die Eigentümer vertragen, oder ob es Zoff gibt. Ferner sieht man, ob die Rücklagen in Ordnung sind und welche Instandhaltungsmaßnahmen gemacht sind. Es empfiehlt sich auch immer mal beim Nachbarn zu klingeln und sich allg. zu erkundigen.

Alexander Solya

Antwort
von diekert,

Drei Dinge musst du beachten: 1. Lage. 2. Lage. 3. Lage ( alte Immobilienweisheit ! ). Gemeint ist das Beleihungsobjekt. Ansonsten empfehle ich: mit dem Bank- oder Immobilienberater deines Vertrauens ein erstes Grundsatzgespräch führen und - wie es so schön heißt - die Karten auf den Tisch legen ( Einkommenssituation, persönliche Lebensplanung etc. )

Antwort
von Franzl0503,

Achilles:

Einige Empfehlungen liegen dir bereits vor. Ich beschränke mich auf ein paar Zahlen zur ersten unverbindl. Orientierung:

Ausgangslage: ETW in Wiesbaden, verfügbare Eigenmittel 40 000 €:

Z. B. Wiesbaden-Freudenberg 2.700 €/qm entspricht Wohnfläche von 50,5 qm = 136.400 Erwerbskosten 10 % = rd. 13.600,--, Gestehungskosten 150 000 €

Eigenkapitaleinsatz mindestens 20 % = 27.000 + Erwerbskosten 13 000, Fremdkapital 109 000, Annuität langfristig 6 % = mtl. 545,-- + 150 Wohngeld

Antwort
von althaus,

Viele Fragen, wenn man keine Ahnung hat. Da kann man viel falsch machen und viel Geld verlieren, vor allem wenn man vom falschen beraten wird und das kommt oft vor, da Du nicht weisst ob das richtig oder falsch ist was man Dir erzählt. Wenn Du eine Wohnung gefunden hast und Dich sicher bist, das das die richtige ist, dann investieren ein paar hunder Euro in einen Gutachter, der dich berät und die Wohnung einschätzen kann, was Du nicht kannst. Zudem gehe zu verschiedenen Banken und lasse Dich hinsichtlich Immobilienfinanzierung beraten. So sammelst Du Erfahrung. Es führen in der Immobilienfinanzierung immer mehrere Wege zum Ziel. Die wirst Du erfahren. Dann kannst Du ja immer noch hier fragen, welche die beste Lösung ist. Sonst heisst es nun Erfahrung sammeln und Objekte besichtigen. So schnell findet man keine gute Immobilie. Es tummeln sich sehr viele Schrottimmobilien die den Anschein haben billig zu sein.

Antwort
von gurusucher,

Wenn du einen Kredit aufnimmst, dann mit Zinsbindung oder Zinsfreischreibung. Bloß keinen Kredit mit variablen Zinsen, die in den nächsten Jahren steigen können. Daran sind schon viele gesteigert. Worauf man beim Kaufvertrag achten sollte, da habe ich mir diesen Link mal notiert: http://www.hildebrandt-maeder.de/sites/Immobilienrecht.php?pageid=4

Antwort
von robinek,

Stimme zunächst der Antwort von "althaus" vollkommen zu. Habe auch meine erste von einigen Immobilien in jungen Jahren gekauft, selbst aber zur Miete gewohnt und die erste gekaufte Immobilie zunächst aus steuerlichen Gründen eine Zeit lang vermietet! Kenne Deine Einkommens- und Vermögensverhältnisse nicht, würde Dir aber zunächst empfehelen mit einem Steuerberater darüber zu sprechen

Antwort
von NasiGoreng,

Bedenken habe ich jedoch, was die Sinnnhaftigkeit angeht bzw. was ich eigentlich noch berücksichtigen muss!

Die selbstgenutzte Wohnung ist die beste Kapitalanlage überhaupt, weil sie nicht nur Miete spart, sondern auch das Gefühl der Sicherheit und Selbstbestimmtheit vermittelt.

Was muss ich berücksichtigen beim Kauf der Wohnung?

Der Preis muss stimmen. Vergleiche die Preise vergleichbarer Objekte in der Region.

Wie finanziert man das ganze eigentlich (Baufinanzierung? immobilienfinanzierung? ...)?

Die risikoloseste Baufinanzierung ist immer die, bei welcher der Kredit innerhalb der Zinsfestschreibung getilgt wird.

Bei einer Kreditsumme von 100.000 € und 15-jähriger Festschreibung beträgt derzeit der Festzins etwa 2,5%. Bei Volltilgung innerhalb dieser 15 Jahre errechnet sich daraus eine feste mtl Kreditrate (Zins u. Tilgung) von 667 €. Für 1000 € mtl. kannst Du also 150.000 € Kredit aufnehmen.

Wenn Du aber Dein Haus sofort baust oder kaufst, kannst Du eine erheblich höhere Belastung tragen, weil der bisherige Aufwand für die Kaltmiete entfällt. 25% Eigenkapital und einen einigermaßen sicheres Einkommen solltest Du aber schon haben.

Du hast bei einem sofortigen kreditfinanzierten Hauserwerb also drei Vorteile: 1. Du sparst die bisherige Miete 2. Deine Wohnung wird jedes Jahr nominal teurer 3. Die Schulden werden durch die Inflationsrate jedes Jahr real immer weniger wert.

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