Frage von Philodendron, 222

Katze angefahren.Fahrer sagte Kostenübernahme zu.Rechnung wurde zurueckgesendet , laesst sich am Telefon verleugnen.Wie weit ist die muendliche Zusage binden?

Meine Katze wurde angefahren. Der Fahrer sagte die Kostenübernahme zu. Rechnung wurde zurückgesandt. Nun lässt er sich am Telefon verleugnen. Wie weit ist die mündliche Zusage bindend?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Mikkey, 222

Wende Dich halt an den Zentralruf der Autoversicherer, erfrage von dort die Versicherung des Schädigers und verlange von denen die Kostenerstattung.

Du kannst die Erstattung auch per Einschreiben mit Fristsetzung verlangen. Ich halte den obigen Weg aber für den einfacheren.

Kommentar von gammonwarmal ,

Mich würde schon interessieren, wie ein schuldhaftes Verhalten des Fahrers aussehen könnte. Denn die Voraussetzung für eine Leistungsverpflichtung ist nun einmal die "Schuld". Mir fehlt da, abgesehen von einer Fahrt durch den Vorgarten, die Fantasie.

Kommentar von Mikkey ,

Das habe ich aus der Fragestellung vorausgesetzt.

Und natürlich fallen mir noch ein paar weitere Möglichkeiten ein  - weit überhöhte Geschwindigkeit in einer Spielstraße, "draufhalten", wenn die Katze auf der Straße sitzt.

Kommentar von gammonwarmal ,

"draufhalten", wenn die Katze auf der Straße sitzt.

Vorsatz war noch nie versichert :-).

weit überhöhte Geschwindigkeit in einer Spielstraße

Das könnte dann klappen, wenn die Verletzungen der Katze dieses beweisen. Relativ unwahrscheinlich.

Kommentar von Mikkey ,

Autofahrer zur Bäuerin: "Ich habe Ihren Hahn überfahren, aber werde ihn selbstverständlich ersetzen". Bäuerin: "Meinen Sie, dass Sie das können?"

Antwort
von Primus, 175

Also wenn es um die Tierarztkosten geht, bin ich ehrlich und muss sagen, dass ich den Autofahrer verstehen kann, wenn er die Rechnung nicht übernimmt.

Genauso könnte man auf die Idee kommen, dem Katzenhalter die Reparaturkosten für das Auto in Rechnung zu stellen, sofern der Wagen beschädigt wurde.

Es ist bekannt, dass Katzen plötzlich und unvorhersehbar auf Straßen springen. 

Auch wenn der Autofahrer die Katze sieht,  kann eine Katze so ruckartig und plötzlich vor das Auto laufen, dass auch bei sofortigem Bremsen ein An- oder Überfahren nicht ausgeschlossen werden kann. Außerdem würde der Fahrer dumm dastehen, wenn durch das plötzliche Bremsen ein Auffahrunfall geschieht, da für Kleintiere nur gebremst werden darf, wenn keinerlei Gefahr für andere besteht. 

Kommentar von Philodendron ,

Es geht drum dass er sagte Kosten sind kein Problem,selbst nach der Behandlung als ich anrief war es alles gut,Er wollte Versicherung fragen (war zu dieser Zeit beruflich mit Diakonie Auto unterwegs) und sich melden.Ab da hat sich niemand mehr gemeldet,habe Rechnung mit netten Breit gesendet, kam ohne Absender zurück!Das ist kein Benehmen und deshalb will ich dass er zu seinem Wort steht.Die Zusage hat die ganze Familie mitbekommen.Der Kater war schwer verletzt ,sollte erst eingeschläfert werden,hat es gerade so geschaft. Alle Kosten der Nachbehandlung sowie spezielles Aufbau Futter wurde nicht berechnet.Nochmal vielen Dank für die Antwort und schönen Advent !


Kommentar von gammonwarmal ,

Einmal abgesehen davon, dass man sich als Fahrer sich so nicht verhält (dazu weiter unten noch eine Anmerkung):

Offensichtlich ist der Unfall mit einem Firmenwagen der Diakonie geschehen. Es ist nun kein Problem, diesen Schaden der Versicherung zu melden. Aber in dem Moment ist die Meinung des Fahrers zur Schadenersatzpflicht nicht mehr relevant. Hier entscheidet ausschließlich die Versicherung, ob geleistet wird oder nicht. Meine Meinung: Sie leistet nicht, weil das Anfahren einer Katze auf der Straße sicherlich nicht dem Autofahrer angelastet werden kann. Eine Schuldanerkenntnis, vielleicht auch unter dem Druck der ganzen anwesenden Verwandtschaft, ist versicherungsrechtlich unerheblich. Es würde zum Rechtsanspruch nicht reichen.

Und nun frage Dich bitte einmal selbst, wie der Autofahrer diesen "Zusammenstoß" hat schuldhaft verursachen können, oder erkläre einmal hier, warum er Schuld war. Aber eine Leistungsverpflichtung gibt es eben nur aus Verschulden, nicht aus Mitleid oder Angst!

Kommentar von Primus ,

Du sprichst mir aus der Seele.

Antwort
von billy, 140

Wenn es für den Sachverhalt keinen Zeugen gibt, ist überhaupt nichts bindend. Ich vergleiche die Situation auch mal mit einem anderen beteiligten Tier. Wenn zum Beispiel ein Hund oder ein Pferd unvermittelt auf die Fahrbahn läuft und von einem Fahrzeug angefahren wird, ist der Tierhalter bzw. seine Tierhalterhaftpflichtvers. verpflichtet die Kosten des Fahrzeughalters zu erstatten. Einige Tierhalter zahlen für ihre Tiere wiederkehrend Steuern und die Haftpflichtpolice ist bindend, andere Tierhalter nicht, kann man auch mal drüber nachdenken. 

Kommentar von Philodendron ,

Danke für die Antwort. Die gesamte Familie war anwesend.Außerdem geht es drum dass man erst sagt kein Problem, selbst bei einem folgenden Telefongespräch und plötzlich meldet man sich nicht mehr ....Das ist keine Art!!! Müssen wir cdas einfach so hinnehmen???Wäre das Auto beschädigt worden müssten vwir es auch bezahlen!!

Vielen Dank für die Antwort und schönen Advent!!!!

Antwort
von Privatier59, 140

Fangen wir mal so an: Mündliche Zusagen wären nur dann nachweisbar, wenn man eine dritte Person als Zeuge dafür benennen könnte. Außerdem sieht die Rechtsprechung spontane Zusagen nach einem Unfall angesichts der Schockwirkung auf die Beteiligten ohnehin kritisch und verneint oft den Bindungswillen.

Bliebe also der gesetzliche Anspruch. Da habe ich mal im Archiv gekramt und eine höchst lehrreiche Stellungnahme gefunden, zufälligerweise von mir höchstselbst:

https://www.finanzfrage.net/frage/angefahrene-katze-muss-man-als-autofahrer-fuer...

Kommentar von Philodendron ,

Hallo,danke für die Antwort. Alle aus unsere Familie ware dabei.Der Fahrer war zu der Zeit mit Diakonie Auto beruflich unterwegs.Sagte wir können ihn ohne Problem jederzeit bei der Diakonie erreichen.wir haben dann auch telefoniert.Er wollte dann noch mit seiner Versicherung sprechen und sich dann wegen der Kontodaten nochmal melden.Aber niemand hat sich gemeldet.Dann haben wir mehrmals bei der Diakonie um seinen Rückruf gebeten,was ihm auch ausgerichtet wurde.Trotzdem keine Rückmeldung. Dann schickte ich einen netten Brief mit bei liegender Rechnung und seinem Namen an die Diakonie. Dieses kam unbeantwortet ohne Absender zurück von ihm.Es ist peinlich dauernd dort anzurufen.allerdings dürfen sie keine Adresse rausgeben. Sich einfach nicht mehr melden und fertig!!!Das geht doch gar nicht,oder?!?! Was man ich nun noch tun?

Vielen DNk für die Antwort und schönen Advent

Antwort
von Hauseltr, 126

Wenn sein Tier überfahren wird, muss grundsätzlich ein Tierhalter, der sein Haustier frei herumlaufen lässt, für den Schaden selbst auf kommen.

Er muss ausserdem auch für den eventuellen Schaden am Fahrzeug aufkommen.

Entsprechende Gerichtsurteile gibt es.

Kommentar von Hauseltr ,

AG München vom 06. Juni 2005 (Az. 331 C 7937/05)

Antwort
von Gaenseliesel, 134

Eine mündliche Absprache ist  ganz schlecht per Brief zu versenden, will man weitere rechtliche Schritte einleiten.

Gibt es Zeugen des Vorfalls ? 

Kommentar von Philodendron ,

Die ganze Familie war dabei.Der Fahrer sagte es seine kein Problem wenn Kosten entstehen. Wir sollen uns bei der Diakonie melden,da er dort arbeitet und zu der Zeit beruflich mit dem Diakonie Auto unterwegs war.Als wir das erste mal dort anriefen konnten wir ihn nicht erreichen.Er rief uns später zurück und sagte er versuche es über seine Versicherung,und würde sich die nächsten Tage melden wegen der Kontodaten.Niemand meldete sich.Habe mehrfach bei der Diakonie angerufen mit der Bitte um seine Rückmeldung. Nichts. Dann habe ich einen ganz netten Brief mit der Rechnung mit seinem Namen darauf bei der Diakonie eingeworfen.vier Tage später kam beides per Post in neuem Umschlag mit unserer Adresse aber ohne Absender an uns zurück. Dieses Verhalten kränkt mich sehr.Deshlab möchte ich dass er die Rechnung begleicht. Vielleicht versteht es niemand aber es lässt mich nicht los! Vielen Dank für deine Antwort und einen schönen Advent!!!

Kommentar von Gaenseliesel ,

Verstehe ! so unrecht hast du wirklich nicht, wenn ich jetzt noch erfahre, dass der Beteiligte in der Diakonie tätig zu sein scheint.

Als d i e soziale Einrichtung in Deutschland, sollten gerade deren Mitarbeiter u.a. auch ein " Herz für Tiere " haben und erst recht, wenn er sich am Ort des Geschehens (noch dazu unter Zeugen) seiner       " Schuld " bewusst war und sich für die Regulierung des Schadens voreilig bereit erklärt hatte.

Denn erst durch die mündl.  Zusicherung sind schließlich Tierarztkosten entstanden, ansonsten hätte man evtl.eine andere Entscheidung getroffen. 

Deine Auslagen jetzt erstattet zu bekommen wird schwer bis aussichtslos, denn ein Rechtsstreit würde nur zusätzlich Kosten verursachen. Ich schätze du bleibst auf diesen Kosten sitzen, leider ! 

Wie jetzt weiter ? Du kannst dich mit diesem Thema an eure  regionale Tagespresse wenden. 

Gerade jetzt in der Adventzeit, erzeugt solch ein moralisches Fehlverhalten ausgerechnet eines Diakonie Mitarbeiters, ganz sicher für gewisse unangenehme Aufmerksamkeit. ;-)

Konfrontiere zuvor den Verursacher mit dieser Absicht, sich an die Presse zu wenden, vielleicht lenkt er dann doch noch ein. Falls nicht, bekommst du für diesen Artikel sicher einen kl. Obolus und kannst einen Teil der Tierarztkosten damit decken.

Tut mir leid nicht besser helfen zu können.

Auch dir eine angenehme Adventzeit !

Antwort
von Einhorngold, 90

Huhu! also laut § 28 StVO muss ein Tierhalter dafür Sorge tragen, sein Haustier von der Straße fern zu halten...leider kostet es sogar noch ein Bußgeld von 10 oder 15 Euro oder so für den Tierhalter, wenn das eigene Tier überfahren wird.... :(

Kommentar von gammonwarmal ,

Das muss mit Gefährdung verbunden sein. Bei einer Katze relativ unwahrscheinlich! Außer für die Katze!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community