Frage von swirschingBusiness Profil - Light, 89

Kassenbuch nur handschriftlich?

Darf das tägliche Kassenbuch nur handschriftlich verfasst und an das Finanzamt weitergegeben werden oder kann man auch mit Excel arbeiten und wird es steuerrechtlich anerkannt? Oder muß man Kassenbuch Software kaufen und verwenden?

Antwort
von wfwbinder, 89

Man kann die Ausdrucke aus den mordernen Computerkassen nehmen, wenn die die Voraussetzungen erfüllen, es gibt Excelvorlagen, die man aus dem Netz laden kann, oder die Kassensoftware von z. B. Lexware.

Alles ist möglich. Es muss nur sorgfältig, laufend und zeitnah geführt werden. Aber für kleine Kassen ist die Handschriftvariante auch noch immer OK:

Kommentar von EnnoBecker ,

Ausdrucke aus den mordernen Computerkassen

...mordenden...?

Kommentar von wfwbinder ,

Wäre doch ein interessanter Horrorschocker: "Der Angriff der Killerkassen."

Antwort
von TaxQA, 80

für alles haben wir Vorgaben und Gesetze:

'Für eine ordnungsgemässe Kassenbuchführung gilt folgender Grundsatz: Eintragungen in den Geschäftsbüchern müssen vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorgenommen werden (§146 Absatz 1 S. 1 AO)'

Quelle: http://www.muenchen.ihk.de/de/recht/Anhaenge/Merkblatt-Kassenbuchfuehrung3.pdf

Da steht noch viel mehr drin, wer muss, wer nicht etc.

Kommentar von TaxQA ,
Antwort
von EnnoBecker, 67

Du kannst das Kassenbuch auch in Stein hauen oder in indianische Perlschnüre flechten. Das ist deine Sache.

Solange du nicht gerade Gastwirt bist zumindest.

Zweckmäßig ist natürlich eine Form, die man weiterverwerten kann, also maschinenlesbar ist. Das kann auch Excel sein. Stichwort medienbruchfreie Erfassung.

Also ich würde Leute, die mit so einem ollen Schinken von Anno Knips ankommen, gepflegt zur Türe begleiten.

Kommentar von blackleather ,

Ich führe übrigens seit ein paar Monaten einen reizvollen Streit mit dem Fiskus um die Frage, ob

a) eine Verpflichtung besteht, jeden einzelnen Kassenumsatzvorgang aufzuzeichnen und elektronisch zu speichern und

b) der Fiskus ein Zugriffsrecht auf die gespeicherten Einzelumsätze hat.

Mir zur Seite steht dabei natürlich das Hessische FG-Urteil i.S. Apotheken, das StB Dr. Bellinger erfochten hat (der aber in vergleichbarem Sachverhalt vor dem FG Sachsen-Anhalt gescheitert ist). Der Fiskus hingegen argumentiert mit den Aufzeichnungspflichten nach § 22 UStG.

Kommentar von EnnoBecker ,

Du musst echt Zeit haben. Mein Schreibtisch biegt sich schon und ich komme kaum noch hinterher.

Geht es denn wenigstens um etwas?

Kommentar von blackleather ,

Geht es denn wenigstens um etwas?

Ganz im Gegenteil. Außer ums Prinzip geht es um nichts.

Ich würde ja gerne zur Argumentation des Fiskus mal wieder ein paar Klugscheißereien in der Fachpresse loslassen, aber dazu fehlt mir im Augenblick auch die Zeit.

Kommentar von EnnoBecker ,

Und wozu dann?

Ich schreib dir gleich mal PN zu einer aktuellen Situation...

Kommentar von blackleather ,

Und wozu dann?

Ich sag doch: Es geht ums Prinzip. Ich bin einer, der sich dem Fiskus in den Weg stellt, wenn jener meint, er könne seine Zugriffsrechte uferlos ausweiten und den gläsernen Steuerzahler noch gläserner machen, ohne auf Widerstand zu stoßen. Ich weiß, dass ich damit langfristig keinen Erfolg habe. Aber der Fiskus soll auch keinen kurzfristigen haben.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich kann es verstehen, denn es macht wütend.

Aber die Wut führt zu nichts. Also jedenfalls nicht bei mir. Ich hab da andere Mittel.

Wann bist du das nächste Mal hier in der Gegend?

Kommentar von blackleather ,

Wann bist du das nächste Mal hier in der Gegend?

Nicht vor März. Ich will vorher erst mal zwei Wochen in Urlaub.

Kommentar von EnnoBecker ,

Dann bist du hier eingeladen.

Kommentar von blackleather ,

Gerne. Ich sag Bescheid.

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