Frage von Doisi, 81

Kann mein Arbeitgeber einfach meinen Lohn kürzen?

Ich arbeite seit März als Hauswirtschafterin in einem landwirtschaftlichen Betrieb, 20 Stunden die Woche. Die ersten 4 Monate war alles okay, doch jetzt auf einmal will mein Chef mir Pausenzeiten abziehen die ich nie gemacht habe. Normal arbeite ich von 9 Uhr bis 13 Uhr. Ich war immer 15 bis 20 min vorher da, und bin auch erst kurz nach 13 Uhr ( 5 bis 10 nach 13 Uhr) gegangen. Sicher habe ich eine kurze Pause gemacht, max. 2 mal 5 Minuten. Und Mittagessen hat er mir angeboten, wo ich auch 15 Min am Essen war. Dies hat er die ersten 4 Monate okay befunden. Doch jetzt plötzlich will er mir nur 3,25 Stunden pro Tag anrechnen und zieht mir jeden Tag 45 Minuten für Pausen auch rückwirkend ab, so dass ich in die Minusstunden gekommen bin. Darf er das? Dadurch hat er jetzt einfach meinen Lohn um fast 400 Euro gekürzt.

Antwort
von barmer, 69

Nein, darf er nicht. Denn bei 4 Stunden Arbeit sind keine  Pausen vorgeschrieben (erst ab 6 Std.). Und dann kann er maximal das abziehen, was Du tatsächlich an Pausen gemacht hast, wenn er das erfasst hat.

Gibt es einen Arbeitsvertrag ? Riecht nach Ärger !

Viel Glück

Barmer

Kommentar von Doisi ,

Ja gibt einen Arbeitsvertrag. Er will mich ja zur Mittagspause zwingen. Entweder ich stimme dem zu , oder ich kann gehen sagt er. Leider haben wir keine Stechuhr, wo meine Pausen dann festgehalten werden.

Kommentar von Gaenseliesel ,

......dann geh lieber ! 

Das wird nicht die letzte Schikane deines Chefs sein. Fordere deinen ausstehenden Lohn, notfalls bemühst du das Arbeitsgericht. 

Was steht eigentlich über Pausenregelung im AV ? Ist nichts darüber geregelt, brauchst du dich nachträglich auch nicht damit einverstanden erklären. 

Deine bezahlte Arbeitszeit lt. AV ist von 9 bis 13 Uhr - fertig ! 

Kommentar von Doisi ,

In meinem AV steht nur: Arbeitszeit von 9 bis 13 Uhr ohne Pause 

Kommentar von Gaenseliesel ,

Na also .......damit bist du doch auf der sicheren Seite ! 

Soll der Chef sich eine andere Dumme suchen ! ;-)

Sollte er nicht einlenken, ist das Arbeitsklima ohnehin gestört, das kann krank machen. Er müsste dann noch 6 Wochen Lohnfortzahlung leisten. Zeit sich einen neuen Job zu suchen und das Arbeitsgericht einzuschalten.

Alles Gute und lass dich nicht ausnutzen ! 

Antwort
von Gaenseliesel, 53

Hallo,

solch ein Vorgehen geht gar nicht, zudem auch arbeitsrechtlich bedenklich !

Nimm all deinen Mut zusammen, fordere deinen ausstehenden ungekürzten Lohn und setze dem Chef dafür eine kurze Frist. (höchstens 1 Woche, denn du brauchst deinen Verdienst) 

Sag ihm wenn es so ist, dass du um keine Pausen gebeten hattest, da lt. Arbeitsrecht bei 4 Std. Arbeitszeit keine Pausen vorgeschrieben sind und du von dir aus auch keine nehmen musst.

Nebenbei - schau dich schon einmal nach einem anderen Arbeitgeber um, hier wirst du auf Dauer nicht glücklich !!!

Antwort
von billy, 36

Das kann er natürlich nicht so einfach machen. Es hört sich vielleicht einfacher an als getan aber ich würde nach dem Motto verfahren „wehret den Anfängen“, soll heissen nicht gefallen lassen und einen Arbeitsrechtler (Anwalt, Gewerkschaft. Arbeitnehmervertreter) zu Rate ziehen. 

Klar sollte dann aber auch sein, die Arbeitsatmosphäre wird vergiftet werden und der Chef ist wahrscheinlich noch zu ganz anderen Dingen fähig. Also dann besser kündigen als sich weiter so ausbeuten zu lassen. 

Kommentar von Gaenseliesel ,

...Ich würde mich erst einmal krank melden und mich kündigen lassen. Solche " feinen " Chefs brauchen es genau so unfair. 

" wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es wieder raus "!

Kommentar von billy ,

In Deiner Antwort kommt die verständliche Empörung durch, kann Deine Gedanken nachvollziehen. 

Aber in dieser Situation sollte die Fragestellerin ihrem miesen Chef nicht noch Kanonenfutter für eine evtl. fristlose Kündigung liefern. 

Kommentar von Gaenseliesel ,

och billy, 

bei der Überprüfung einer evtl. fristlosen Kündigung vor dem Arbeitsgericht stellt sich dann heraus, dass die Kündigung zu Unrecht erfolgt ist, da 1. eine Abmahnung vorausgegangen sein muss (schwerwiegender Grund ) und 2. die Tatsachen nachweislich dagegen sprechen.

Kommentar von billy ,

Ach Gaenseliesel,  

 … wenn die Fragestellerin den Mut und die Courage hätte den Klageweg zu beschreiten. Dein Argument ist ja berechtigt, aber es gibt weitere Gründe weshalb ich zu besonnerem Verhalten raten würde. Einer wäre z. Bsp. eine unvorteilhafte Beurteilung des „alten AG“ für spätere Bewerbungen. 

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