Frage von elli57b, 132

Kann man mit dem Erwerb mehrerer kleiner Eigentumswohnungen Gewinn machen?

Mein Mann und ich können beide nicht mehr arbeiten. Unsere Renten werden auch nur sehr gering ausfallen. Wir haben aber noch etwas Kapital, das wir gewinnbringend anlegen möchten. Würde es sich rentieren, 2-3 kleinere Eigentumswohnungen zu erwerben und von den Mieteinnahmen zu leben? Was gibt es ansonsten noch für kurzfristige Anlagemöglichkeiten? Weiß jemand Rat?

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Antwort
von HGiefing1210, 26

Ich würde mein Kapital in Fonds anlegen (ETF = minimale Kosten). Allerdings kostet die Beratung dafür ein Honorar, denn der Berater verdient nichts an der Fondsvermittlung.

Einmalanlage und Sparplan in mehrere internationale Aktien- und Anleihefonds streuen ermöglicht eine vernünftige Rendite und ab einer gewissen Depothöhe die Möglichkeit eines Entnahmeplanes = Zusatzrente.

Anlagehorizont idealerweise 7 Jahre aufwärts, bevor man mit Entnahmen beginnt.

Achtung auf die Depot- und Transaktionskosten = es gibt genug Depotbanken, die hierfür nichts berechnen.

Antwort
von LittleArrow, 77

Wir haben aber noch etwas Kapital

"etwas Kapital"? Ihr geht mit dem Wunsch nach ETWs offenbar ein erhebliches Klumpenrisiko ein. Die Liquidität ist de facto nur in einem Gebäude, günstigstenfalls in 2-3 Gebäuden gebunden. Eine ETW läßt sich auch nicht mal eben kurzfristig verkaufen.

Neben den von Euch erwarteten jährlichen Nettomietüberschüssen, kommen auf Euch Auszahlungen für Hausgeld (Verwaltung, Reparaturen, unbekannten Sanierungskosten und Einkommensteuern zu. Darüberhinaus besteht auch ein Mietausfallrisiko. Wo sind die finanziellen Reserven für diese Unwägbarkeiten?

Was gibt es ansonsten noch für kurzfristige Anlagemöglichkeiten?

Die 2-3 ETWs sind jedenfalls keine kurzfristige Anlagemöglichkeit! Ich sehe noch eine zeitlich unbestimmte Finanzierungslücke zwischen "nicht mehr arbeiten" und "Unsere Renten werden auch nur sehr gering ausfallen." Als Anlagealternative kann ich Euch daher nur Tages- und Jahres-Festgeldanlagen bei ca. 2-3 Banken empfehlen. Da gibt es noch einige "besser" verzinsliche Angebote von mind. 0,5 bzw. 1 % p.a., z. B. pbbdirekt, akf bank, Advanzia, MoneYou. Viel Zinsertrag wird das zwar nicht, aber Ihr könntet vielleicht auch noch bei Eurer monatlichen Ausgabenplanung Einsparungspotential finden, z. B. Strom-/gaskosten, Versicherungsprämien.

Kommentar von Andreeeea ,

Gewinn macht man nur zur Zeit mit Wohngen die du Flüchtlingen zur Verfügungstellst. Der Staat übernimmt 80% der Kosten, ein bank trägt den rest, die Flüchtlinge bleiben nach Vertrag 10 jahre.

Kommentar von althaus ,

Was bringt mir die Miete, wenn die Flüchtlinge alles zerstören. Macht doch keinen Sinn. 

Antwort
von Privatier59, 80

Zu den großen Irrtümern bei der Immobilienanlage gehört, sie mit Sparbücher, Termingeldern oder sicheren Staatsanleihen vergleichen zu wollen.

Das was der Vermieter an Miete einnimmt ist zunächst mal nur ein Rechnungsposten. Von dem gehen die Kosten des Betriebs der Wohnung ab und die Finanzierungskosten.

Nur ein Teil der Betriebskosten kann auf den Mieter umgelegt werden. Nicht umgelegt werden können insbesondere Sanierungskosten. Wie hoch die sind, weiß niemand im Vorhinein. In etwa abschätzen kann man das anhand von Erfahrungswerten.

Ich weiß natürlich nicht, was Ihr als kleinere Eigentumswohnungen anseht. Geht man mal vom klassischen Studentenappartement in der Größe von 20qm aus, so wird dafür in meiner Heimatstadt eine Gesamtmiete von 300 bis 400 Euro erzielbar sein, davon maximal eine Kaltmiete von 240 bis 280 Euro. Davon gehen dann aber noch die Reparaturkosten ab. Bei neu gebauten Wohnungen kann man in den ersten 10 Jahren wohl mit unter 5% der Kaltmiete pro Jahr rechnen, bei Altbauten können es schon mal 20% werden.

Von dem Überschuss leben zu wollen, erscheint doch etwas knapp.

Ach ja: Derzeit wird in meiner Heimatstadt für komplette Mietshäuser bis zum 26fachen der Jahreskaltmiete bezahlt. Bei Eigentumswohnungen dürfte man über dem 30fachen liegen.

Wertsteigerungschance? Studentenappartenents laufen derzeit wie verrückt. Nur wird die Zahl der Studenten in der Zukunft abnehmen und auch die Nachfrage. Ich würde nicht darin anlegen.

Antwort
von NasiGoreng, 46

Würde es sich rentieren, 2-3 kleinere Eigentumswohnungen zu erwerben und von den Mieteinnahmen zu leben?

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wäre das derzeit und in eurer Situation eine schwerwiegende Fehlinvestition.

1. In guter Lage sind kleine Eigentumswohnungen derzeit extrem teuer und in schlechter Lage fehlt es an solventen Mietern.

2. 2-3 Mietwohnungen erfordern einen 2-3 mal höheren Verwaltungsaufwand, den ihr im Alter nicht leisten wollt. Ein professioneller Verwalter mindert eure ohnehin dürftigen Netto-Mieteinnahmen erheblich.

3. Deutschland hat ein demographisches Problem, die Bevölkerung schrumpft. Die vielen Zuwanderer werden dieses Problem nicht mindern: Ein großer Teil wird in wenigen Jahren wieder verschwinden und die verbleibenden werden größtenteils nicht zu den Personen gehören, denen man mit gutem Gefühl seine Wohnung vermietet.

4. Wenn Ihr mal einen höheren Geldbetrag braucht, was dann? Eine ganze  Wohnung verkaufen weil ihr mal eben 5.000 € braucht?

Fazit: Finger weg von Vermietungsimmobilien.

Seht Euch besser mal im Bereich von Aktien- und Mischfonds um.   

Antwort
von althaus, 92

Na klar doch! Sanierungsbedürftige Wohnungen zu 1.500€ / qm kaufen. Für 500€ / qm renovieren und dann zu 8€ -9€ / qm vermieten oder zu 2.500€ - 3.000€ / qm wieder verkaufen. Geht schon, nur muss man die Immobilien dafür finden. Du bist nicht der einzige, der das vorhat. 

Kommentar von Privatier59 ,

Um mal einen aktuellen Erfahrungswert zu übermitteln: Ich habe im vergangenen Jahr eine verwohnte Wohnung komplett saniert. Für 47qm Wohnung entstanden 37.000 Euro Sanierungskosten. Mit 500 Euro/qm  liegt man da etwas zu knapp.

Kommentar von althaus ,

Es kommt immer auf den Einzelfall an. Es gibt Wohnungen, da gibt es kaum was zu sanieren. War doch nur ein Beispiel! 

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