Frage von Tessa44, 476

Kann man Kosten für Aufwand den Erben in Rechnung stellen, wenn man wg. Vollmacht einiges erledigte?

Ich hatte von meiner Nachbarin eine Vollmacht, für den Fall ihres Todes, der jetzt eingetreten ist, die Angelegenheiten zu regeln, sprich die Wohnung räumen zu lassen (die Möbel waren alle sehr alt und wertlos, die Wohnung klein). Wertsachen hab ich in Kartons gepackt und bei mir in Verwahrung genommen, daß Testament hab ich zum Amtsgericht gebracht. Die Bank informiert und so weiter. Im Testament wurde ich nicht bedacht. Kann ich denn nun den Arbeitsaufwand den ich habe den Erben in Rechnung stellen?

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von imager761, 476

Kann ich denn nun den Arbeitsaufwand den ich habe den Erben in Rechnung stellen?

Das sie deine Untertützung honorieren, mindestens deine Aufwendungen ersetzen, halte ich für eine Selbstverständlichkeit.

Ob sich daraus allerings ein Forderungsanspruch ableiten liesse, bezweifle ich. Zumal wenn die Erben dich nicht um die Nachlassabwicklung gebeten haben, dies durchaus selbst erledigen wollten oder die Vollmacht überhaupt nicht kannten oder widerrufen haben.

Etwas anderes wäre nur anzunehmen, wenn du hingegen ausdrücklich im Testament als Testamentsvollstreckerin benannt wurdest: Dann steht dir sogar eine angemessene Vergütung - je nach Nachlasshöhe 4 - 1,5% - vom Bruttonachlasswert zu.

G imager761

Antwort
von wfwbinder, 418

Die Erblasserin hatb eine Vollmacht im Fall des Todes erteilt.

Also durften Sie das tun. klar, aber nur zur Sicherheit.

Die Verstorbene hat die Vergütung nciht geregelt.

Damit greift meines Erachtens analog die Vorschrift für Vergütung und Auslagenersatz nach § 677 ff BGB.

Diese ist aus dem Erbe zu bestreiten. Aber eben der Höhe nach auch auf den Wert des Erbes begrenzt.

Antwort
von Privatier59, 338

Du bist in Wahrheit nicht "Bevollmächtigte", sondern Nachlaßpflegerin. Bei hauptberuflichen Nachlaßpflegern gibt es spezielle gesetzliche Vergütungsvorschriften, bei ehrenamtlichen Nachlaßpflegern nur Anspruch auf Aufwendungsersatz:

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1835.html

Wenn letztwillig etwas anderes bestimmt wurde, hat das natürlich Geltung. Was steht denn dazu im Testament?

Kommentar von Tessa44 ,

ok, dann werde ich Aufwendungsersatz in RG stellen, Dank Dir!

Kommentar von LittleArrow ,

Ist das der richtige Paragraf? Der gibt das ja nicht unmittelbar her, wird aber bei Wikipedia zur Nachlasspflegschaft auch so genannt. Nur hier fehlt es an der nachlassgerichtlichen Beauftragung als Grundlage für die Nachlasspflegschaft.

Kommt daher hier nicht eher §§ 662 und 667 BGB in Frage?

Kommentar von Privatier59 ,

Sehe ich so, ist in dem Falle analog anzuwenden.

Kommentar von imager761 ,

Du bist in Wahrheit nicht "Bevollmächtigte", sondern Nachlaßpflegerin.

Ohne Beschluss des Nachlassgerichts? Nur kraft lebzeitiger (Vorsorge-)Vollmacht der Erblasserin oder doch eher nur durch ausdrückliche Einsetzung, etwa als Testamentsvollstreckerin, in einer letzwilligen Verfügung?

IMHO fällt die Rechtsnachfolge des Nachlasses andernfalls den Erben zu.

G imager761

Antwort
von robinek, 277

Finde Deine Ausdrucksweise "in Rechnung stellen" schon etwas hart. Hast Du mit den Erben über dieses Thema schon gesprochen? Kennen die Erben die von Dir in Verwahrung genommenen "Wertsachen"?

Kommentar von Tessa44 ,

ja sind informiert-was heißt hier hart? Um sonst ist der Tod, sonst nichts..

Kommentar von imager761 ,

Informiert über deine umfängliche Tatigkeit der Nachlassregelung? Stimmen sie dem zu, weil sie sich nicht kümmern können, werden sie das wohl auch honorieren, oder?

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