Frage von MilchundZucker, 16

Kann man für eine 60%ige Nutzung des Arbeitszimmers Werbungskosten angeben?

Ist es möglich für eine 60%ige Nutzung des Arbeitszimmers Werbungskosten anzugeben oder besteht hier nur Aussicht auf Erfolg wenn das Zimmer zu 100% beruflich genutzt wird?

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Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Steuern, 9

Es gab ein Verfahren zu einer "Arbeitsecke", in dem diese Option anerkannt wurde (FG Köln vom 19.5.2011, 10 K 4126/09). Allerdings haben andere Finanzgerichte in ähnlichen Sachen genau entgegengesetzt entscheiden.

Siehe auch hier: http://www.bundesfinanzhof.de/anhaengige-verfahren/entscheidungsvorschau

Verfahren III R 62/11 und X R 32/11.

Daher solltest Du die Ansetzung als Werbungskosten vornehmen und auf die entsprechenden BFH-Verfahren verweisen. Wird das Arbeitszimmer nicht anteilig anerkannt, dann ist Einspruch mit eben diesem Verweis auf BFH-Verfahren einzulegen.

Kommentar von vulkanismus ,

Wobei zu bemerken ist, dass mit diesem Einspruchsverfahren beim Finanzamt mindestens drei Personen beschäftigt sind, ohne dass der Steuerpflichtige letztendlich auch nur einen einzigen Euro "rausholen" wird.

Da immer mehr Personal eingespart, aber solch propagierter Unsinn immer weiter um sich greift, wird z.B. die ESt-Erstattung künftig eben mehr als üblich dauern.

Und das trifft dann dankenswerterweise auch den Streithansl.

Kommentar von gandalf94305 ,

Mag sein, aber das ist für mich kein Argument, einen begründeten Einspruch nicht einzureichen. Die Einführung von Elster hat immerhin einiges an Beschleunigung in den Bearbeitungsprozeß gebracht, da die Daten bereits elektronisch von den Steuerpflichtigen bereitgestellt werden. Da wird ein Teil dieses Freiraums doch wohl für die Bearbeitung berechtigter Einsprüche zu verwenden sein.

Und apropos "propagierter Unsinn"... da fällt mir doch spontan das Stichwort "Nichtanwendungserlaß" ein. DAS ist Unsinn, der in Folge bis zur Heilung Aufwände und Kosten verursacht, die nicht nötig wären. Auf allen Seiten. Nichtanwendungserlässe gehören höchstrichterlich untersagt.

Antwort
von GeorgeAvard, 8

Du kannst es versuchen, denn es gab 2013 ein Gerichtsverfahren in dem es darum ging und die Revision läuft noch. Bei Ablehnung sollte man also Einspruch erheben auf das Verfahren verweisen und abwarten was kommen wird.

Kommentar von vulkanismus ,

Richtig, man kann Einspruch einlegen.

Man kann auch auf das Verfahren (welches denn?) verweisen.

Mit ein paar Textbausteinen ist der Einspruch erledigt.

Oder er geht zuerst an die Rechtsbehelfstelle und dann an das Finanzgericht.

Und dann wird man sehen, dass Dein Rat Unsinn war.

Antwort
von freiSein, 8

ist das nicht der Fall?

http://www.iww.de/wiso/alle-steuerzahler/werbungskostenbetriebsausgaben-aufteilb...

Das hiesse: die Entscheidung steht noch an.

Antwort
von Schiko, 7

Auch wenn es vom Betrag her eher geringfügig ist, wirst Du damit keinen Erfolg haben.

Euro 1250 ist die Pauschale, davon 60% ergibt 750 maximal abzugsfähig im Jahr.

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