Frage von Eidherr, 17

Kann man beim Notar hinterlegen, wen man als gesetzlichen Betreuer haben will?

Für den Fall, daß man einen gesetzlichen Betreuer mal brauchen sollte im Alter o. wegen Demenz oder was weiß ich-wird dann automat. ein Betreuer vom Amt vorgegeben oder kann man beim Notar erklären lassen, wer das mal machen soll-wenn ja, was kostet sowas?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Zitterbacke, 15

Eine Betreuungsverfügung ist bei der Auswahl eines Betreuers durch das Betreuungsgericht im Rahmen des § 1897 Abs. 4 BGB zu berücksichtigen . Eine notarielle Beurkundung ist prinzipiell nicht nötig kann aber zweckmäßig sein,da hierdurch bestätigt wird, dass der Verfasser seine Unterschrift auch tatsächlich eigenhändig geleistet hat.

Die notarielle Beglaubigung der Unterschrift kostet Gebühren in Höhe von 10,- bis maximal 130,- € (§ 45 KostO).

Gruß Z... .

Antwort
von Primus, 15

Die einfachste Lösung ist eine Vorsorgevollmacht.

Die Vorsorgevollmacht ist grundsätzlich formfrei zulässig, kann also mündlich erteilt werden. Grundsätzlich sollte man aber eine schriftliche Vorsorgevollmacht erteilen, da dieses die beste Form des Beweises für das Bestehen einer Vorsorgevollmacht ist. Der Bevollmächtigte muss gegenüber dem Arzt oder einem anderen Dritten nachweisen, dass er im Besitz der Vorsorgevollmacht ist.

Dann ist es wichtig zu überprüfen, für welchen Bereich diese Vollmacht gegeben wurde. In der Sprache der Juristen nennt man das Wirkungskreis. Zu den Wirkungsbereichen gehören folgende Rechtsgebiete: •Gesundheitsfürsorge •Aufenthaltsbestimmungsrecht •Vermögenssorge •Rechtsangelegenheiten •Postöffnung und Fernmeldewesen etc.

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Antwort
von hildefeuer, 9

Eigentlich braucht man dazu keinen Notar. Die Vormundschaftsgerichte entscheiden nicht gegen den Willen des Betreuten, es sei denn der genannte Betreuer ist ungeeignet (z. B. Vorbestraft, nicht geschäftsfähig, insolvent etc). Ein einfacher Brief an das zuständige Vormundschaftsgericht dürfte reichen. Allerdings sollte man bedenken, das durch den Aufenthalt in einem Pflegeheim evt. ein anderes Vormundschaftsgericht zuständig sein könnte. Was sollte ein Notar in diesem Zusammenhang tun können, außer eine Rechnung auszustellen?

Antwort
von Privatier59, 6

Das Vormundschaftsgericht entscheidet in Betreuungssachen von Amts wegen. Zwar ist gemäß § 1897 BGB Rücksicht auf die Interessen und den erkennbaren Willen des Betroffenen zu nehmen. Eine Garantie dafür, dass sich das Betreuungsgericht daran hält, ist das aber nicht.

Man kann Betreuungsverfügungen und Vorsorgevollmachten ohne Notar verfassen. Aber auch da sollte man bedenken, dass zu späterer Zeit die entsprechende Urkunde zum einen auffindbar sein muß (öffentliche Verwahrung sollte Pflicht sein wenn man niemand hat der absolut zuverlässig in dieser Hinsicht ist) und zum anderen möglicherweise Zweifel an der Echtheit der Urkunde auftauchen könnten oder gar angezweifelt wird, ob der Unterzeichner noch Herr seiner Sinne war. Die notarielle Beurkundung beseitigt Zweifel an der Echtheit der Unterschrift und da der Notar gegen seine Amtspflichten verstoßen würde, wenn er von erkennbar dementen Personen Erklärungen unterschreiben läßt, ist zumindest unwahrscheinlich, dass entsprechende Zweifel aufkommen.

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