Frage von meiomei,

Kann man auch als Angestellter Rürup ansparen oder ist Riester besser?

Rürup-Rente als zusätzliche Altersvorsorge - lohnt sich das nur für Selbständige oder kann das auch für Angestellte sinnvoll sein?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Rentenfrau,

Hallo meiomei, auch Angestellte können die RürupRente nutzen, aber so "grob" würde ich sagen, daß sich dies nur für gut verdienende Personen empfiehlt. Geringverdiener sind mit den Riesterzulagen für sich (154 Euro) und für evtl. Kinder (185 Euro) meist besser bedient.

Kommentar von Niklaus ,

Kinderzulage 300 € bei Geburt ab 2008

Antwort
von Kevin1905,

Kann unter Umständen auch für Angestellte sinnvoll sein, meist dann wenn das Einkommen sich der Beitragsbemessungsgrenze annähert oder bereits drüber liegt.

Pauschale Aussagen sind nicht zu treffen, da dies von den Zielen eines Menschen unmittelbar abhängt.

Ein Rürupvertrag ist z.B. gänzlich unkündbar auch ist eine Kapitalabfindung nicht möglich. Der Vertrag unterliegt zwar eben wie Riester der nachgelagerten Besteuerung, jedoch nicht zu 100% wenn vor 2040 erstmalig Rente bezogen wird.

Ganz außen vor lässt du die private Vorsorge ohne Förderung in der Beitragsphase (3. Schicht) oder die betriebliche Altersvorsorge.


Ohne Konzept geht hier wenig, man kann schnell aufs falsche Pferd gesetzt haben. Versicherungsmakler aufsuchen und rechnen lassen.

Antwort
von spiridon1975,
  • Fuer Angestellte ist Riester fast immer besser als Ruerup. Ruerup ist nur sinnvoll als Ergaenzung, wenn der Sparbetrag ueber Riester hinausgeht. Es gibt aber einige Ausnahmen, z.B. wenn ein dauerhafter Umzug ins nicht-EU-Ausland geplant ist, wo Riester spezifische Probleme bereitet.

  • Ruerup lohnt sich bei Angestellten nur fuer aeltere (ab 50) mit hoher Einkommensteuerbelastung. Auf Grund von Uebergangsregelungen kommt es bei jungen Leuten zur Doppelbesteuerung, da nur ein Teil der Beitraege steuerlich abgesetzt werden kann aber die Rente am Ende voll besteuert werden muss. Fuer Selbstaendige mit hoher Steuerbelastung ohne gesetzliche Rentenversicherung kann dies aber trotzdem zur Abdeckung des Existenzminimums im Alter sinnvoll sein. Fuer junge Angestellte aber nicht.

Antwort
von SiSaSu,

Grundsätzlich geht beides, aber normalerweise ist Rürup bei Selbstständigen beliebter. Das liegt oft an der Höhe des Verdienstes. Aber es wäre durchaus möglich sich auch als Angestellter einen Rürupvertrag zu holen. Besonders wenn du ein hoher Angestellter bist mit einem hohem jährlichen Einkommen, sollte man das mal von einem Fachmann prüfen lassen, da kann man schon den ein oder anderen Vorteil haben.

Antwort
von Niklaus,

Grundsätzlich kann man auch als Angestellter Rürup machen. Doch pauschal kann man nicht sagen, was für dich optimal ist.

Denn das hängt von deinen persönlichen Einkommens- und Familienverhältnissen. Steuern, Inflation vor und nach Rentenbeginn, Krankenversicherung etc.


Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten: „Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? Die Altersvorsorge ist seit 2005 in 3 Schichten aufgeteilt. Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente). Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente. Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. Kapitallebensversicherungen und Aktienfondssparpläne etc. Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Jede Form der Altersversorgung hat unterschiedlich hohe Aufwendungen zum Ansparen einer gleichen Nettorente. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Denn es ist ein großer Unterschied, ob man von der ausgezahlten Rente noch Steuern und ggf. Krankenversicherung zahlen muss oder nicht.

Beispiel:

Mann, ledig, 34 Jahre alt, Versorgungslücke ab dem 67. Lebensjahr 540 € monatlich (=erforderliche Nettorente)

Um die Versorgungslücke von 540 €/Monat netto abzudecken, werden folgende Bruttorenten je Schicht benötigt:

  • Basisrente: 779 €
  • Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 1.050 €
  • Unterstützungskasse, Pensionszusage: 1.050 €
  • Riesterrente: 779 €
  • Private Leibrente: 568 €
  • Investmentfonds-Auszahlungsplan: 690 €

Der erforderliche Beitragsaufwand monatlich, um die Versorgungslücke abzudecken, beträgt:

  • Basisrente: 210 €
  • Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 302 €
  • Unterstützungskasse, Pensionszusage: 302 €
  • Riesterrente: 210 € (damit wird aber nicht die komplette Versorgungslücke gedeckt)
  • Private Leibrente: 110 €
  • Investmentfonds-Auszahlungsplan: 116 €

Die Differenz zwischen Bruttorente und Nettorente sind Steuern und Beiträge für die Krankenversicherung. Ausgehend von den unterschiedlichen Bruttorenten, ist die Höhe des monatlichen Aufwands natürlich auch unterschiedlich. Bei der Ermittlung des Nettoaufwandes müssen nämlich noch die unterschiedlichen staatlichen Förderungen und die unterschiedlichen Renditen der Vorsorgeformen eingerechnet werden.

Kommentar von Rentenfrau ,

Kompliment Niklaus

Antwort
von Maico,

Das kann auch für Angestellte sinnvoll sein. Der Grund warum viele Selbstständige eine Rürup-Rente haben ist glaube ich, dass es die einzige staatlich geförderte Altersvorsorge für Sie ist. Selbstständige sind i.d.R. nicht Riesterzulagen berechtigt. Was besser ist kann dir Wohl nur ein Berater sagen, der dir schwarz auf weiß die Berechnungen zeigt.

Kommentar von Niklaus ,

Selbstständige sind i.d.R. nicht Riesterzulagen berechtigt

Wenn der Selbständige einen unmittelbar förderbaren Ehepartner mit einem Riestervertrag hat, darf auch ein Selbständiger riestern.

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