Frage von Caddy609,

Kann ich Wohnriester für den Erwerb eines Mehrfamilienhauses nutzen?

Meine Frau erbt in ein paar Jahren mit ihrer Schwester zusammen ein Mehrfamilienhaus (3 Mietwohnungen) von ihrer Mutter. Sie möchte ihre Schwester dann auszahlen, um das Haus allein zu behalten. Eine Wohnung wollen wir selbst bewohnen, die anderen zwei Wohnungen sollen vermietet .werden. Wir planen, deshalb einen riestergeförderten Bausparvertrag abzuschließen, da die Auszahlung eines Erbanteils zum Erwerb einer selbst genutzten Wohnung prinzipiell mit so einem Wohnriester-Vertag möglich ist. Nun handelt es sich ja allerdings um ein Mehrfamilienhaus, in dem wir dann nur 1/3 der Wohnfläche selbst nutzen und bewohnen. Ich habe schon einiges dazu gelesen (Wohnriester kann dann nur anteilig genutzt werden u. ä.) aber mir ist nicht klar, wie sich das in der Praxis auswirkt. Werden dann anteilig Zulagen zurückgefordert? Kann ich den Vertrag nur zu 1/3 der Summe nutzen? Die Hälfte des Hauses gehört ihr ja ohnehin schon durch die Erbschaft. Wie würde das praktisch ablaufen? Lohnt sich Wohnriester evtl. dafür gar nicht? Vielen Dank für Eure Hilfe!

Antwort
von MadRampage,

Wohnriester (bzw. jeder Riestervertrag) kann für selbstgenutzes Wohneigentum zur Altersvorsorge genutzt werden, ohne dass Zulagen und Steuervorteile zurückgefordert werden.

In Eurem Fall kann also Wohnriester nur für die eigene, selbstgenutze Wohnung genommen werden, nicht für die beiden anderen (vermieteten) Wohnungen. Ob es ausreicht 1/3 des Mehrfamilienhauses anzugeben wäre mit dem Riesteranbieter zu klären und schriftlich festzuhalten.

Einfacher (aus Riestersicht) wäre das Aufteilen des Hauses in drei Eigentumswohnungen - dann ist zu zuweisung zu einer selbstgenutzen Wohnung eindeutig und einfach und problemlos mit Riester förderbar.

Kann auch gut sein dass wegen der benötigten Aufteilung sich Riester hier gar nicht lohnt. Ihr könnte einen anderen Riestervertrag abschließen und die Finanzierung des Hauses normal lösen: Da nur 50% ausbezahlt und finanziert werden müssen und gleich 2 Mieteinnahmen erziehlt werden, sollte es kein Problem sein ein gutes Angebot von den Banken zu bekommen.

Und zwei gut vermietete Wohnungen können einen bessere Altersvorsorge als 1-2 Riesterverträge sein :)

Antwort
von alfalfa,

Schau mal hier zu Wohnriester:

http://de.wikipedia.org/wiki/Eigenheimrente

Die Antwort ist ja. Doch über Wohnriester in Eurem Fall ist nicht sehr weise. Denn: - Ein Bausparer ist pure Geldvernichtung - Die paar Zulagen machen den Kohl nicht fett, aber es hat im Alter (Rente) steuerlich Auswirkungen - Ihr könnt steuerlich bei dem Sachverhalten einen höheren Hebel erzielen.

Mein Tipp: 1. Mit Steuerberater sprechen (gute Investition) 2. Eigenkapital nutzen um Eure Wohnung abzuzahlen bzw, Schwester auszuzahlen 3. Ggfs Ballnfinanzietung prüfen oder (für Risikoaverse) Langfristiges Annuitätendarlehen 4. Beratung durch einen Finanzmaklet

Mal aus der Hüfte geschossen: So charmant Wohnriester ist, doch für Euer Vorhaben gibt es bessere Konzepte mit deutlich höherem Hebel.

Und bitte: Vergesst die Geldvernichtung Bausparer. Und wenn schon Riester, dann bitte klassisch, aber nicht als Wohnriester. Denn das mit Bausparvertrag vereinigt alle Nachteile die man nur haben kann.

Kommentar von Caddy609 ,

Hallo alfalfa,

also daß man bei Bausparverträgen nur Minizinsen kriegt, ist uns schon klar, aber dafür habe ich ja den niedrigen Darlehnszins!

Kannst Du kurz erläutern, warum ein BSV soviele Nachteile haben soll?

Und vom klassischen Riester halte ich gar nichts! Zinseinnahmen und Zulagen werden doch von den Provisionen, Gebühren und sonstigen Kosten fast völlig "aufgefressen". Das Hauptproblem sind die "Lebenserwartungsberechnungen" der Versicherer, die einen erst dann in den positiven Renditebereich kommen lassen, wenn man so ca. 10 Jahre älter wird als der "Durchschnitts-Deutsche"!

Und diese "Problematik" hat man meines Erachtens bei Wohnriester eben nicht, oder?

Kommentar von alfalfa ,

Mir ist Riester als Produkt bzgl. der intransparenten Kosten zu "komplex". Persönlich sehe ich Riester nur als Mitnahmeprodukt für Familien mit hoher Förderquote oder Verdiener mit Spitzeneinkommen oder Personen die recht gering verdienen. Dann rechnet sich das Ding sogar richtig.

Bei den Sterbetafeln nutzen fast alle die DAV 2004. Das ist schon okay.

By the Way, wenn du einen klassischen Riester mit dem Label Eohnen versiehst, dann hast Du ein Wohnriester.

Zum Bausparer: Schau Dir mal das aktuelle Niedrigzinsniveau an. Da sind die Soll Zinsen nicht der Effekt. Nee, bei der Zinslagen gibt ein Bausparer gar keinen Sinn.

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