Frage von Eigenerchef, 8

Kann ich statt geringer Lohnerhöhung Tablet Computer anbieten zur privaten Nutzung?

Ich habe Anfrage erhalten von Mitarbeitern, ob ich die Möglichkeit sehe ihnen Tablet Computer anzubieten, sprich ich bezahle-die Leute dürfen es dienstlich und privat nutzen. Was muß ich beachten, wenn ich dem zustimme-ging nur um 5 Geräte, für mich an sich kein Problem. Aber wie ist das mit der Steuer-muß hier evtl.geldwerter Vorteil berücksichtigt werden und die Mitarbeiter sind dann doch wieder unzufrieden?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von EnnoBecker, 5

Du musst einige Regeln beachten.

Die Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 45 EStG greift nicht. Steuerfrei sind danach nämlich die Vorteile des Arbeitnehmers aus der privaten Nutzung von betrieblichen Datenverarbeitungsgeräte...., die der Arbeitgeber** auch in seinem Betrieb** einsetzt,

Und gerade das soll es ja nicht sein.

Also sind wir hier voll im Arbeitslohn. Arbeitslohn sind alle Güter, die in Geld oder Geldeswert bestehen und dem Arbeitnehmer zufließen. Also auch die Überlassung von den Rechenknechten.

Wie dabei die Tablets zu bewerten sind, steht in § 8 (3) EStG, nämlich mit 96% des normalen Preises. Bis 1.080 Euro im Jahr sind diese Dinge dann steuerfrei.

Also im Ganzen recht interessant.

Auf die Möglichkeit einer mit 25% pauschalierten Steuer, die der Arbeitgeber trägt, nach § 40 (2) Nr. 5 EStG sei der Vollständigkeit halber noch hingewiesen.

Kommentar von gandalf94305 ,

die Leute dürfen es dienstlich und privat nutzen

Meinst Du nicht, daß damit die Anforderung der Nutzung auch im Betrieb gegeben ist? Die Mitarbeiter müssen vielleicht mit dem Tablet ja dringend ihre dienstlichen E-Mails von zuhause lesen oder irgendwelche Daten im Betrieb mobil abfragen... von der Nutzung in Meetings als Präsentationsinstrument mal ganz abgesehen :-)

Kommentar von Eigenerchef ,

top beantwortet, Danke Dir

Kommentar von FREDL2 ,

@EB:nö, 1.080,00 ist der Rabattfreibetrag und der gälte nur, wenn Eigenerchef mit Tablets Handel betreibt oder sie gar herstellt. Davon las ich nichts.

Kommentar von EnnoBecker ,

die vom Arbeitgeber nicht überwiegend für den Bedarf seiner Arbeitnehmer hergestellt, vertrieben oder erbracht werden

...interpretiere ich nicht in der von die angegebenen Weise. Aber seis drum, du bist hier der Lohnprofi. Nicht. Also: Hut ab.

Kommentar von FREDL2 ,

@EB:nicht überwiegend für den Bedarf seiner Arbeitnehmer heisst im Umkehrschluss für andere muss er herstellen, vertreiben oder erbringen, im Normalfall für die Kunden. Dann kann er den eigenen Leuten diese Waren bis 1.080,00 steuerfrei überlassen plus abzügl. noch ein paar Prozenten.

Kommentar von EnnoBecker ,

Eben. Er darf also Tablets herstellen oder mit ihnen handeln oder irgend etwas anderes. Hauptsache für seine Kunden.

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Steuern, 1

§3 Nr. 45 EStG: "Steuerfrei sind [...] die Vorteile des Arbeitnehmers aus der privaten Nutzung von betrieblichen Datenverarbeitungsgeräten und Telekommunikationsgeräten sowie deren Zubehör, aus zur privaten Nutzung überlassenen System- und Anwendungsprogrammen, die der Arbeitgeber auch in seinem Betrieb einsetzt, und aus den im Zusammenhang mit diesen Zuwendungen erbrachten Dienstleistungen;"

Also: kein geldwerter Vorteil.

PS: Lies doch mal den §3 genauer, denn dort verbergen sich noch weitere Hinweise, was man steuerfrei den Mitarbeitern Gutes tun kann :-)

Kommentar von EnnoBecker ,

Leider nein.

Vergleiche mal den Sachverhalt mit der Nummer 45 und richte dein Augenmerk besonders auf das Wort "betriebliche" und die Wortverbindung "die der Arbeitgeber auch in seinem Betrieb einsetzt".

Gemeint ist mit dieser Vorschrift das Telefonat nach Hause oder das Stöbern im Internet. Aber nicht geschenkte Computer.

Tut mir leid, hier hast du dich verirrt.

Kommentar von gandalf94305 ,

Von einem "geschenkten Computer" kann ich in der Frage nichts lesen. Wäre das so, hätte ich Dir natürlich vollständig beigepflichtet.

Kommentar von EnnoBecker ,

Warten wir einfach ab, wie sich der Fragesteller äußert.

Kommentar von Eigenerchef ,

gute Gegen-Frage! Also direkt schenken möcht ich dann auch wieder nicht-wobei man die Dinger nach 2-3 Jahren dann ja eh nicht mehr als kostbar einschätzen kann. Ich denke schon hauptsächlich nur an die Nutzung-kostenlose Überlassung auch im privaten Bereich.

Kommentar von FREDL2 ,

@Eigenerchef: schenken darfst Du auch nicht. Die Geräte müssen im Eigentum des AG bleiben, dann ist die private Mitnutzung steuerfrei. Ob die Dinger sich dann in der Firma oder beim AN zu Hause befinden, ist unerheblich.

Falls Du Deine Meinung änderst und Du Deinen Leuten die Tablets doch schenken möchtest, kann man die Versteuerung als Pauschalierung (§ 40/2 Satz Nr. 5 EtG) mit 25% durchführen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ist hier nicht vorrangig § 37b (2) iVm (1) anzuwenden?

Kommentar von FREDL2 ,

@EB: 37b nur dann, wenn die Tablets z. B. als Weihnachtsgeschenk extra zum Verschenken angeschafft wurden und dann egal, ob für eigene AN, für Kunden oder für AN von Kunden. Verschenken will der Frager jedoch nicht. Hier haben wir "Überlassen von dienstl. Kommunikations- u. E-Geräten". Dass die nie dienstlich waren, kann dem AG keiner nachweisen. In nahezu jeder Pupsfirma hat zur Zeit jeder ein "dienstl." IPhone.

Würde er doch verschenken wollen, könnte er wählen zwischen der Pauschalierung für Computerzeugs mit 25% (nur für eigene AN) und 37b mit 30%.

Antwort
von SBerater, 2

wenn die Tablets betrieblich eingesetzt werden bzw. die Argumentation entsprechend ausfallen kann, dann wäre so ein Deal möglich. Die Geräte werden vom Betrieb angeschafft und die Mitarbeiter nutzen sie betrieblich. Die Geräte bleiben im Anlagevermögen.

Dieser Ansatz ist wie bei Firmenmobiltelefonen.

Ich kenne jedoch nicht die Firma und die Jobs der Mitarbeiter. Wie es ggü. den Finanzbehörden nicht erklärbar ist, dass mancher Mitarbeiter ein Mobiltelefon auf Firmenkosten hat, sollte auch hier auf diesen Aspekt geachtet werden.

Kommentar von FREDL2 ,

@SBerater

Wie es ggü. den Finanzbehörden nicht erklärbar ist, dass mancher Mitarbeiter ein Mobiltelefon auf Firmenkosten hat

Das muss keiner erklären. Wenn ein AN eins hat, dann hat er eins. Das FA hat da keine Mitbestimmung und schon gar keinen Einblick, was in welcher Firma zweckmässig ist.

Kommentar von SBerater ,

das vereinfacht dann ja den Fall mit den Tablets.

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