Frage von Chrising, 10

Kann ich Mietkaution wegen Folgeschaden einbehalten?

Eine Mieterin meiner Sozialwohnung im Rentenalter wollte die hohe Badewanne gegen eine Dusche ausgetauscht haben. Ihr Neffe, angeblich gelernter Maurer und Fliesenleger, würde die Arbeiten gratis erledigen, wenn ich das Material bezahle. Ich erklärte mich einverstanden, und die Badewanne wurde gegen eine Dusche ausgetauscht. Die Renterin ist kurz danach ausgezogen, und ihr Nachmieter beklagte sich über Wasser, das nach dem Duschen durch die Bodenfliesen kommt. Es wurde festgestellt, dass der Neffe der Vormieterin gepfuscht hat und dadurch ein Wasserschaden entstanden ist, dessen Sanierung das Vierfache ihrer Kaution überschreitet. Kann ich die Kaution der Vormieterin zur Schadensregulierung einbehalten?

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Antwort
von hildefeuer, 2

Das wird sicherlich Lustig. Wenn Arbeiten unsachgemäß ausgeführt wurden muss doch dem Ausführenden zuerst die Gelegenheit gegeben werden nachzubessern. Erst danach kann ersatzweise jemand anderes mit Leistungen beauftragt werden. Warum sollte dieser Grundsatz denn für Gefälligkeiten nicht gelten? Wenn ich jemandem beim Umzug kostenlos helfe, brauche ich ja auch nicht für den runter gefallenen Computer haften. Ich Denke mal sich an den Neffen zu halten wird scheitern.

Antwort
von Primus,

Meiner Meinung nach müsste erst einmal der Neffe der Vormieterin gefragt werden, wie es mit seiner Haftpflichtversicherung aussieht und ob er gegen Gefälligkeitsschäden versichert ist.

Du warst mit der Gefälligkeitsarbeit, die ja keine Schwarzarbeit ist, des Neffen einverstanden und von daher ist die Mieterin meines Erachtens außen vor.

Die Angelegenheit bedarf wohl Klärung zwischen Dir und dem Neffen.

Kommentar von WiM12 ,

Im Falle eines Falles das es vor Gericht gehen sollte, hoffe ich für Dich, dass ihr irgendwo festgehalten habt, dass der Neffe das gratis macht. Sonst steht meiner Meinung nach Aussage gegen Aussage

Antwort
von Privatier59,

Die Mietkaution sichert auch Schadensersatzforderungen aus dem Mietverhältnis ab. So viel ist klar.

Schwierig wird es bei der Frage, ob hier ein Schadensersatzanspruch überhaupt entsteht. Wenn man der Mieterin, bzw. deren Neffen, Entgelt für die Arbeitsleistung gezahlt hätte, wäre das ein Werkvertrag. Der springende Punkt ist die Unentgeltlichkeit. Es handelt sich um eine Gefälligkeitsleistung und da braucht man eben grundsätzlich nicht zu haften, es sei denn, es würde Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit vorliegen. Ich will dem Ergebnis einer in dieser Sache dringend anzuratenden anwaltlichen Beratung nicht vorgreifen, hege aber gewisse Zweifel daran, ob man als Vermieter Schadensersatzansprüche mit Erfolg geltend machen kann.

Kommentar von Chrising ,

Danke für die sachliche Antwort. Da die Problemstellung wohl komplizierter als gedacht ist, habe ich einen Anwalt mit der Klärung der Frage beauftragt.

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