Frage von Adelaide,

Kann ich mein Haus dem geben, der meine Pflege mal übernimmt? Geht das? Mit Pflegevertrag?

Könnt ich mein Haus dem übergeben, der später -falls nötig- auch meine Pflege übernimmt? Geht so was überhaupt? Und wie kann ich das regeln? Mit Pflegevertrag? Habt Ihr mit so was Erfahrungen? Bedanke mich für Anregungen und Rat.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Privatier59,

Soweit ich das bei Dir in Erinnerung habe, hast Du keine Angehörigen die pflichtteilsberechtigt wären. Derjenige dem Du Dein Haus übereignset müßte also spätere Ansprüche in dieser Art, nämlich auf Pflichtteilsergänzung, nicht befürchten.

Allerdings frage ich Dich, wie Du es denn im Alltagsleben so mit Zahlungen machst: Würdest Du an der Kasse von Aldi schon mal 10.000,--€ einzahlen um die Rechnungen der nächsten 30 Jahre abbezahlt zu haben. Selbst wenn das gehen würde, Du würdest es nicht machen, denn Du möchtest doch erst die Leistung sehen. Der Wert eines Hauses übersteigt genannten Betrag ganz erheblich und dennoch spielst Du mit dem Gedanken, das Haus herzugeben für eine noch garnicht ausgeführte Arbeit. Sorry, aber so kann man sich selber ein Bein stellen. Vertraglich vereinbaren kann man das schon. Nur, wie stark wird das Interesse des Begünstigten an der Ausführung seiner Pflichten sein wenn er die Gegenleistung schon erhalten hat?

Mein Vorschlag ist: Mach so etwas nicht. Wenn Du pflegebedürftig wirst, dann verkaufe das Haus und finanziere mit dem Erlös den Aufenthalt in einem Altersheim Deiner Wahl. Du kannst Dir dann ja mehr als die Standardausführung leisten. Der Vorteil für Dich ist: Wenn es Dir da nicht gefällt, kannst Du immer noch woanders hinziehen.

Kommentar von Adelaide ,

Danke für den Rat, so hab ich das noch gar nicht gesehen.

Antwort
von imager761,

Grds. kannst du über dein Vermögen wie Immobilienbesitz lebzeitig frei verfügen. Demnach auch verschenken.

Da dies zwingend einer notariellen Beurkundung bedarf, kann und sollte man darin Regeln vereinbaren. Neben der Pflepflichtvereinbarung (die allerdings auch von anderen Personen erbracht werden darf, aber eben durch den verpflichteten Neueigentümer veranlasst und bezahlt werden muss) sollten Rückauflassungsvormerkungen geregelt sein: Rückgabemöglichkeit bei Undank, Insolvenz, Scheidung des Schenklungsnehmers oder Notbedarf (Pflegeheimkosten) des Schenkenden.

Letztere greift übrigens dann, wenn du Grundsicherung (Sozialhilfe) für einen Pflegeplatz in Anspruch nehmen müsstest: das Amt würde innerhalb von 10 Jahren das Haus notfalls zwangsversteigern lassen, um die Pflege von dir selbst bezahlbar zu machen - das sollte der Beschenkte wissen, bevor er dort Geld hineinsteckt.

G imager761

Kommentar von Adelaide ,

Danke.

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