Frage von maxmaier27,

Kann ich Freiberufler werden?

Guten Tag,

ich bin aktuell als akademischer Mitarbeiter (50%) an einer Universität angestellt. Mein Aufgabenschwerpunkt liegt in der Forschung im Bereich Informatik. Ich habe erfolgreich ein Bachelor- und Masterstudium angeschlossen. Neben meiner Tätigkeit an der Universität möchte ich mich nun selbständig machen bzw. als Freelancer für eine bzw. mehrere Firmen arbeiten. Die Aufträge kommen sehr sporadisch. Natürlich soll das ganze Vorhaben nun rechtlich/steuerlich abgesichert sein – ich will das also vollkommen legal und ohne Tricks machen.

1) Ich habe in verschiedenen Foren gelesen, dass es möglich sein soll, Rechnungen als Privatperson zu stellen. Im Lohnsteuerjahresausgleich müsste man dann das verdiente Geld „aus selbständiger Arbeit“ angeben und versteuern. Ist das korrekt? Funktioniert das überhaupt so?

2) Falls (1) nicht in Frage kommt muss ich mich ja anderweitig umschauen. Hier gibt es ja dann die Möglich ein Gewerbe anzumelden bzw. als Freiberufler eingestuft zu werden. Richtig? Meine Arbeit liegt vor allem in der Umsetzung wissenschaftlicher erarbeiteter Konzepte bzw. in der Konzeption, Analytik und Planung von System- bzw. Anwendungssoftware. Kann ich als Informatiker (starke wissenschaftliche Prägung) überhaupt als Freiberufler in Betracht kommen?

Danke für die Beantwortung meiner Fragen.

Gruß, Max

Antwort
von RobinsonCruzo,

Wenn du als Freelancer arbeitest kannst du natürlich auch einen Rechnung stellen. Dazu musst du folgende Angaben haben:

Dein Name und deine Anschrift
Der Name und die Anschrift deines Kunden
Das Rechnungsdatum
Die Rechnungsnummer
Deine Steuernummer bzw. Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
Das Datum deiner Lieferung bzw. Leistung
Art, Umfang oder Menge deiner Leistung
Netto-Beträge der einzelnen Leistungen
Enthaltene Umsatzsteuer
Das Zahlungsziel
Und natürlich der Rechnungsbetrag inkl. Umsatzsteuer
Hilfreich ist auch deine Bankverbindung
Und deine Kontaktdaten wie E-Mail oder Telefonnummer

Quelle: http://www.freelancer-blog.de/ordentliche-rechnung/

Außerdem solltest du dir mal die Kleinunternehmerregelung anschauen. Ich schätze, das Geld wird nicht sofort auf dich nieder prasseln...

Antwort
von obelix,

du wirst bei dem, was du schreibst, nicht als Privatperson Rechnungen schreiben, sondern du hast Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit. Hierzu informierst du das Finanzamt über dein Vorhaben und wirst eine Aussage über eine weitere Steuernummer bekommen. Das FA wird auch wissen wollen, wie hoch dein Umsatz sein wird.

Ist die Tätigkeit eine gewerbliche, musst du ein Gewerbe anmelden. Das kostet nicht die Welt.

Du musst noch überlegen, ob du Kleinunternehmer sein kannst und das auch willst. Hierzu bitte hier klicken http://www.finanzfrage.net/tipp/kleinunternehmer

Vorteil als KU: du sparst dir den Aufwand mit der Umsatzsteuer.

Bei der Einkommensteuererklärung wirfst du die alle Einkünfte in einen Pott, also auch die aus unselbständiger und selbständiger Tätigkeit. Und dann ergibt sich das zu versteuernde Einkommen.


Mein Tip: sehe ich mir deine Fragestellung an, so empfehle ich den Gang zum Steuerberater, der deine Fragen beantworten soll. Macht man Fehler, wird man das teuer bezahlen, wenn die Steuererklärung kommt.

Antwort
von EnnoBecker,

Natürlich kann man auch als Privatperson Rechnungen stellen. Aber dieser Fall betrifft dich hier nicht. Wenn du selbständig oder gewerblich tätig wirst, handelst du nicht als Privatperson, sondern eben als Unternehmer. Das zieht die entsprechenden Konsequenzen bei der Umsatzsteuer, eventuell der Gewerbesteuer und der Einkommensteuer nach sich.

Wahrscheinlich meinst du mit Lohnsteuerjahresausgleich nicht den Lohnsteuerjahresausgleich, denn den würdest du als Arbeitgeber einmal im JAhr für deine Arbeitnehmer durchführen.

Ob das, was du tatsächlich tust, gewerblich ist oder nicht, kann man mangels Angaben nicht einschätzen.

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