Frage von langer203, 121

Kann ich die Fahrtkosten zu meinem Kind und Freundin steuerlich absetzen?

Hallo, Ich muss eine Steuererklärung nach Aufforderung vom Finanzamt, machen. Jetzt ist die Frage ob ich die Strecke (280km, einfach) zu meiner Tochter und meiner Freundin als Familien Heimfahrt absetzen kann. Ich bin dort leider nicht gemeldet, da sie Hartz IV bezieht und es sonst Probleme mit dem Amt geben würde ( von wegen Ehe ähnliche Gemeinschaft usw.) Ich fahre alle 2 Wochen am Wochenende.

Für konstruktive Antworten, danke ich im voraus!

Antwort
von Mikkey, 121

Nein, das geht nicht, Familienheimfahrten sind bei eine doppelten Haushaltsführung absetzbar. Dazu ist aber erforderlich, dass Du einen Haushalt am Erstwihnsitz unterhältst oder maßgeblich mitbestimmst.

In diesem Fall ist es wohl nicht möglich, beide Goodies mitzunehmen. gerade die "Ehe ähnliche" Gemeinschaft ware hier für die Absetzbarkeit von Heimfahrten und für die Kosten der Wohnung am Arbeitsort als Begrünbdung geeignet.

Ich vermute mal, Hartz IV bringt mehr, Du musst also auf die Steuervorteile verzichten.

Kommentar von FREDL2 ,

@Mikkey: nö, Familienheimfahrten gibts auch ohne dopp. HH. Man braucht dafür noch nicht mal einen gemeldeten 2.Wohnsitz. Es würde bei der Argumentation jedoch helfen.

Gefühlte 1000x wurde hier bereits bekanntgegeben, dass es steuerlich keine Bedeutung hat, wo 1. oder 2. Wohnsitz gemeldet sind. Um irgendwas zu beweisen, schadets aber auch nicht.

Kommentar von Mikkey ,

Also ich finde im EStG eine Stelle, die als Definion des Begriffs Familienheimfaht herhalten kann (§9 Abs. 1 Nr. 5):

Aufwendungen für die Wege vom Ort der ersten Tätigkeitsstätte zum Ort des eigenen Hausstandes und zurück (Familienheimfahrt)

Sicher braucht man keinen gemeldeten 2. Wohnsitz, aber ganz bestimmt einen eigenen Hausstand, der als Ziel der Familienheimfahrt dient. Gerade den sehe ich hier eben nicht.

Kommentar von FREDL2 ,

@Mikkey: man braucht auch keinen. Wir reden nicht von Famileinheimfahrten, sondern von Fahrten zum Lebensmittelpunkt. Das kann u. a. auch das Elternhaus sein oder eben die Wohnung des Lebenspartners.

Antwort
von Tina34, 96

http://www.umgangsrecht.org/umgangsrecht/umgangsrecht_fahrtkosten.php

kommt auf das Finanzamt an... eigentlich nein, aber wer weiß vielleicht ändert sich die Rechtsprechung irgendwann.

Allerdings "bescheißt" ihr die Allgemeinheit ja eh schon genug, da ihr eine eheänliche Gemeinschaft habt auch wenn ihr nicht zusammen wohnt!

Antwort
von FREDL2, 76

Google mal "Fahrten zum Lebensmittelpunkt".

Dazu brauchst Du dort keinen eigenen Hausstand und somit auch keine dopp. Haushaltführung. Du musst dem FA glaubhaft machen, dass am Wohnort Deiner Freundin engere persönliche Beziehungen bestehen, als an dem Deinen. Weiterhin musst Du durchschnittlich mindestens 2x/Monat nach Hause, bzw. dorthin fahren, also mindestens 24 Fahrten im Jahr in der Steuererklärung geltend machen.

Antwort
von wfwbinder, 65

Da ist nichts zu machen.

DEr BFH war mit dem Fall mehrfach befaßt und hat immer gleich entschieden:

http://www.iww.de/astw/archiv/--33-estg--besuchskosten-getrennt-lebender-eltern-...

Kommentar von FREDL2 ,

@wfwbinder: ich meine, das ist etwas anderes. In den Urteilen geht es um die Kosten, um die gemeinsamen Kinder nach Trennung zu besuchen. Bei der Frage handelt es sich m. E. um Fahrten zum Lebensmittelpunkt. Dieser wird allgemein dort angenommen, wo sich der Partner befindet.

Bei genauer Überlegung eine äusserst hmmm andere Auslegung.

Der Frager soll es einfach mit dem Lebensmittelpunkt probieren. Versuch macht kluch.

Kommentar von wfwbinder ,

Das mit dem Lebensmittelpunkt korrespondiert dann aber schön mit dem ALG II.

ich frage mich sowieso wie der Frager das hinbekommt, denn eigentlich müßte er ja auch Erziehungsunterhalt zahlen.

Kommentar von FREDL2 ,

@wfwbinder

ich frage mich sowieso wie der Frager das hinbekommt

Es ist nicht der Fall, dass ich das Konstrukt moralisch gut finde. Steuerrecht hat jedoch mit Moral rein gar nichts zu tun. Ansonsten wäre es auch ausgeschlossen, dass ich evtl. einen höheren Steuersatz habe als Du. Nicht in den falschen Hals bekommen bitte, ist (Galgen)humorvoll gemeint.

Kommentar von wfwbinder ,

Es ging mir nicht um die Moral (B. Brecht: Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral).

Es ging mir wirklich nur um das rein technische Problem:

Kindesunterhalt

Erziehungsunterhalt

beides anscheinend nicht, dann sonst ja wohl kein Hartz IV,

Aber ein Einkommen was hoch genug ist, um eine Steuerermäßigung abzufragen.

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