Frage von erichmeier, 16

Kann ich als Nicht-Verwandter im Testament als Erbe mit einem bestimmten Betrag bedacht werden?

Die Mutter meiner Lebensgefährtin möchte mir im Testament einen Geldbetrag von 25000 Euro vererben. Die Immobilie (Wert 250000 €) soll hälftig an Tochter und Sohn vererbt werden. Das Barvermögen (Wert 100000 abzgl. "meiner" 25000 €) soll ausschließlich an die Tochter (meine LG) gehen. Ist es möglich, dies im Testament so zu schreiben bzw. auf welche Formulierungen ist ggf. zu achten? Hat der Sohn zu akzeptieren, wenn er lediglich 50 % der Immobilie erhält und das Barvermögen an seine Schwester und mich geht (solange sein Betrag über dem Pflichtteil liegt)?

Antwort
von Mikkey, 5

Es gibt einen Pflichtteilanspruch, den die Kinder Deiner "schwieger-"Mutter haben, der ist genau halb so hoch, wie der ihnen zustehende Erbteil.

Bleibt dem Bruder also mit der halben Immobilie mindestens ein Viertel der gesamten Hinterlassenschaft, kann er sich normalerweise nicht dagegen wehren.

Du kannst von der Mutter natürlich mit einem Vermächtnis bedacht werden, daran ist nichts auszusetzen.

Ein Testament setzt man, wenn es um größeres Geld geht, mit einem Notar auf, dann ist es ausreichend klar formuliert und (meistens) rechtlich nicht angreifbar.

Antwort
von imager761, 5

Die Mutter meiner Lebensgefährtin möchte mir im Testament einen Geldbetrag von 25000 Euro vererben.

Vererben? Dazu müsste sie dich erst einmal adoptieren. Andernfalls kann sie dir nur ein Vermächtnis zuweisen.

Sie - wäre der Sohn der Auffassung, dass du diese Begünstigung unter Zwang, Erpressung oder Drohung erreicht hast, gäbe das einen Anfechtungsgrund her, der das Testament insgesamt nichtig machen würde.

G imager761

Antwort
von qtbasket, 3

Das ist schon ein Rechtsberatung.....

....und die ist nicht erlaubt !!!

Nur soviel, man kann im Testament fast alles vererben wie man als Erblasser will, nur den Pflichtteil, den kann man den Kindern nicht ohne weiteres wegnehmen. Also ich enterbe dich hiermit ist eine ziemlich leere Drohung.


BGB § 2303

Pflichtteilsberechtigte; Höhe des Pflichtteils

(1) Ist ein Abkömmling des Erblassers durch Verfügung von Todes wegen von der Erbfolge ausgeschlossen, so kann er von dem Erben den Pflichtteil verlangen. Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils.

(2) Das gleiche Recht steht den Eltern und dem Ehegatten des Erblassers zu, wenn sie durch Verfügung von Todes wegen von der Erbfolge ausgeschlossen sind. Die Vorschrift des § 1371 bleibt unberührt.

Antwort
von kmichel, 3

Grundsätzlich kann jeder mit seinem Vermögen machen was er will. Insofern kann man auch sein Vermögen vererben an wen man will. Die Verwandten haben gewisse Ansprüche, die vom Verwandtheitsgrad abhängen. Aber in deinem Fall ist das völlig ok. Und selbstverständlich kann man Dinge wie Häuser auch anteilmässig vererben. Das bedeutet aber häufig vorprogrammierten Streit wie man das tausendfach in Erbengemeinschaften findet.

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