Frage von patmac224, 20

Kann ich ab dem Alter von 25 während dem Studium trotzdem noch ein Nebenjob ausüben?

Erstmal zur Aufklärung:

  • ich werde bald 25
  • ich studiere
  • mein Vater zahlt mir den höchst angesetzten Unterhaltsbetrag (nach Düsseldorfer Tabelle)
  • ich habe einen 450€ Nebenjob, bei dem ich ca. 8-9 Monate im Jahr geld verdiene (komme nicht über die 20 Stundengrenze pro Woche und bekomme immer unter 450€ im jeweiligen Monat ausgezahlt)
  • Nebenjob im Sicherheitsdienst (also nicht selbstständig, sondern Arbeitnehmer eines Unternehmens)
  • ich bekomme kein Bafög

Mein Vater hat mir gesagt dass wenn ich 25 werde, er natürlich kein Kindergeld mehr bekommt und der Kinderfreibetrag auch wegfällt. D.h. er kann mein Unterhalt nun als außergewöhnliche Belastung absetzen. Nun hat er mir gesagt, dass ich dadurch kein Nebenjob mehr machen dürfe, da ihm sonst jeder Euro den ich verdiene, von diesem Beitrag den er absetzen kann abgezogen wird.

Stimmt das? Gibt es da verschiedene Fälle? Wenn es stimmt, wie sieht das dann mit Ferienjobs aus?

Ich wäre um jede Hilfe dankbar!

Antwort
von Kevin1905, 15
ich werde bald 25

Schön, lass es krachen, große Party!

ich studiere

Alles klar.

mein Vater zahlt mir den höchst angesetzten Unterhaltsbetrag (nach Düsseldorfer Tabelle)

Sauber!

ich habe einen 450€ Nebenjob, bei dem ich ca. 8-9 Monate im Jahr geld verdiene (komme nicht über die 20 Stundengrenze pro Woche und bekomme immer unter 450€ im jeweiligen Monat ausgezahlt)

Ok.

Nebenjob im Sicherheitsdienst

Na dann.

Mein Vater hat mir gesagt dass wenn ich 25 werde, er natürlich kein Kindergeld mehr bekommt und der Kinderfreibetrag auch wegfällt.

Da hat er Recht mit.

Nun hat er mir gesagt, dass ich dadurch kein Nebenjob mehr machen dürfe, da ihm sonst jeder Euro den ich verdiene, von diesem Beitrag den er absetzen kann abgezogen wird.

Mach doch einfach einen Studentenjob statt eines Nebenjobs. Kannst du verdienen so viel du willst und alles andere muss niemanden mehr interessieren.

Antwort
von gandalf94305, 20

Du kannst weiterhin jeden Nebenjob annehmen, der Dir passt.

Dein Vater wird jedoch die Unterstützung eines bedürftigen Haushalts nur so ansetzen können, daß Dein Einkommen berücksichtigt wird.

Verdienst Du also im Jahr 100 EUR über der Grenze von 624 EUR p.a., so führt das bei Dir zu praktisch keiner wesentlichen Besteuerung (also bei Dir: plus 100 EUR), bei Deinem Vater (mit einem Grenzsteuersatz von vielleicht 36%) jedoch zu einer Minderung um 36% von 1 EUR, d.h. minus 36 EUR.

Mit anderen Worten: der Betrag, den Du als dann freiwillige Unterstützungsleistung bekommst, wird sich wahrscheinlich um 100 EUR verringern. Bei Dir also ein Nullsummenspiel, bei Deinem Vater eine zusätzliche Steuerbelastung aufgrund geringer anzusetzender Unterhaltsbeträge.

Davon unberührt ist natürlich der Punkt, daß es für Dich durchaus sehr sinnvoll sein kann, Nebenjobs, die Dich beruflich weiter bringen, anzunehmen. Man sollte hier nicht immer nur die steuerlichen Nachteile einer Seite sehen.

Kommentar von patmac224 ,

Mein Nebenjob hat nichts mit meinem zukünftigen Beruf zu tun.

Ich bekomme die 670€ Unterhalt pro Monat.

Ich möchte jetzt nur wissen ob ich dann noch mein Nebenjob machen kann ohne dass es meinem Vater zu Lasten kommt.

Wieviel wird ihm abgezogen wenn ich z.B. bei 450€ Mal 8 Monate etwa 3600 hinzuverdiene?

Gibt es noch Sonderregelungen für Ferienjobs (bei dem ich bis jetzt während den Semesterferien viel mehr steuerfrei verdienen hätte können)?

Das ist alles was ich wissen muss.

Antwort
von Mikkey, 17

Die steurlichen Belange findest Du im EStG

§ 33a Außergewöhnliche Belastung in besonderen Fällen

Die Geschichte verstehe ich so, dass ab einer "Überversorgung", also mehr als 8354€ im Jahr nichts mehr abgesetzt werden kann.

Ansonsten könnte evtl. dies ebenfalls noch nützlich für Dich sein:

http://de.wiktionary.org/wiki/w%C3%A4hrend
Antwort
von EnnoBecker, 16
Nun hat er mir gesagt, dass ich dadurch kein Nebenjob mehr machen dürfe, da ihm sonst jeder Euro den ich verdiene, von diesem Beitrag den er absetzen kann abgezogen wird.

Und ist dein Vater schon in Behandlung?

Jeder andere Vater würde seinem Nachwuchs doch nahelegen, gefälligst selbst mal für sein Leben Sorge zu tragen. Oder?

Ich jedenfalls habe seinerzeit derlei Unterhaltsverpflichtungen aus meiner eigentlich geplanten Altersvorsorge finanziert. Dann kehrt die Unterhaltsverpflichtung nämlich auf den Filius zurück, wenn ich alt bin und das kommt mir dann gerecht vor.

Und immmer, wenn meine Kinder eine Party auf meine Kosten gefeiert haben, habe ich auch eine gefeiert - auf ihre Kosten, auch wenn die Bezahlung erst 30 Jahre später stattfindet.

Und mitgeteilt hab ich es ihnen auch. Mittlerweile arbeiten sie aber alle und ich muss leider wieder selber für mein Alter vorsorgen. Ich weiß nur noch nicht genau, wie ich das mache, dass sie mir dass zurückzahlen, was ich ihnen von Gesetz wegen geben musste. Vielleicht verprasse ich einfach mein Geld kurz vor der Rente.

Steuerlich steckt Folgendes dahinter:

Wenn man keinen Anspruch (mehr) hat auf Kindergeld bzw. kindbezogene Freibeträge, kann man Unterhaltszahlungen steuerlich geltend machen, wenn bestimmte Bedingungen vorliegen.

Eine davon ist die Einkommenssituation des Unterhaltsberechtigten. Je mehr der nämlich verdient, desto weniger wirkt sich die Zahlung des Unterhaltsverpflichteteten bei dessen Steuer aus.

Trotzdem ist es von deinem Vater irgendwie nicht die richtige Richtung. 30% Steuern zu sparen ist immer noch teurer als 100% Unterhalt zu sparen.

Wärest du mein Sohn oder Tochter oder irgendwas dazwischen, ich würde dir im persönlichen Gespräch schon nahebringen, wer für wessen Leben Verantwortung zu tragen hat.

Kommentar von patmac224 ,

Könnten Sie bitte sachlich bleiben?

Ich sorge später noch genügend für meinen Vater. Mir geht es nur darum ob ich jetzt gerade zusätzlich zu dem Unterhalt noch nebenher 450€ im Monat verdienen kann ohne dass ihm dabei extra abgezogen wird.

Er weiß dass ich nebenher arbeite und er will mein Unterhalt auch finanzieren. Hier gibt es gar keine persönlichen Probleme oder sonst etwas....

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich bitte, mir die Stelle der Unsachlichkeit aufzuzeigen. Ohne dieses ist es nur eine Behauptung ohne Substanz.

Wenn ich wohlwill, unterstelle ich auch gerne bloßes Unverständnis.

Klärungsbedarf besteht dennoch.

gar keine persönlichen Probleme

Gab es zwischen meinen Kindern und mir auch nicht. Mir ist durchaus bewusst, dass die derzeitigen Zustände, die eine Unterhaltspflicht für einen Menschen, der rund ein Drittel seines Lebens bereits hinter sich hat, gesetzgeberisch gewollt sind.

Dafür kann weder mein Sohn noch meine Tochter was und mit allen meinen vier Kindern bin ich da zum Glück durch.

Als ich eine Generationsrunde früher an der Stelle war, an der du jetzt bist, gab es sowas nicht. Da musste man sich selber mühen un konnte siene Existenzangst nicht einfach bei den Alten abladen. <- Und nochmal: Mir ist klar, dass die Mühe der Kinder heutzutage im Extrenfall darin münden MUSS, die eigenen Eltern zu verklagen, wenn es nicht anders geht.

Wie gut für dich, wie gut für mich, wie gut für deinen Vater, wie gut für meine KInder..... wie gut für alle, die sich durch den Staat nicht das Familiengefüge zerstören lassen.

Wie schlecht für dich und für eine Kinder, dass das immer schlimmer wird. Worüber ich heute klage, darüber wirst du in 30 Jahren wohl nur noch den Kopf schütteln.

Und wie gut für mich, dass ich schon so ein alter Sack bin. Ich möchte nicht mehr miterleben, wie mein Wertegefüge vollends auseinandergeschraubt wird. Mir reicht es schon, dass Leute, die

er will mein(!) Unterhalt auch finanzieren

schreiben, später mein Arzt sein werden oder derjenige der die Brücke gebaut hat, über die ich gehen muss.

Kommentar von EnnoBecker ,

Und siezen musst du mich auch nicht. Siezerei verursacht so ein Oben/Unten-Dings und genau das brauchen wir hier nicht.

Du bist doch wer.

Kommentar von patmac224 ,

Alles klar, dann habe ich Deine Aussage falsch verstanden. Könntest Du mir nun bei meinem eigentlichen Anliegen (ob ich zusätzlich einen Nebenjob verüben kann/darf ohne dass es meinem Vater weiter zu lasten kommt) weiterhelfen, oder bist Du da auch ratlos?

Kommentar von EnnoBecker ,
oder bist Du da auch ratlos?

Natürlich nicht, ich würde ja sonst verhungern :-)

Also, was dein Vater meint, ist § 33a (1) EStG.

Wenn er keinen Anspruch mehr hat auf KiG/Freibeträge (siehe oben), kann er Unterhaltsbeträge an dich steuerlich absetzen.

Voraussetzung ist unter anderem, dass du nicht zu viel verdienst. Denn der Betrag, den er absetzen kann, wird um dein Einkommen gemindert. Die Berechnung ist kompliziert und wenn du nicht gerade Steuerberater werden willst, musst du dich damit auch nicht belasten.

Wenn du aber 45.000 Euro pro Monat verdienen kannst, dann mach das. Da ist § 33a (1) EStG schnurz.

Kommentar von patmac224 ,

Danke!

Dann (da mein Vater mir den maximalen Unterhalt zahlt) sollte ich nichts nebenher verdienen, weil es ihm dann eh abgezogen wird von dem was er absetzen kann (sprich: da das natürlich (verständlicherweise) auf mich zurückkommt (weniger Unterhalt für mich) sollte ich keinen Nebenjob ausüben weil ich dann im Grunde umsonst schaffe)?

Kommentar von EnnoBecker ,

Deine Schlussfolgerung wäre dann richtig, wenn der Einkommensteuersatz mindestens 100% betragen würde.

Tut er aber nicht.

Also sieh lieber zu, dass der Unterhalt obsolet wird. Das wird auch deinen Vater so freuen, dass der Platz unterm Weihnachtsbaum künftig schicker aussieht.

Kommentar von patmac224 ,

Verstanden! :)

Kommentar von Gaenseliesel ,

lach..... ein schöner Dialog zwischen euch Beiden !!!!

Fotsetzung folgt ?

Kommentar von Angelsiep ,
Vielleicht verprasse ich einfach mein Geld kurz vor der Rente.

Fang aber rechtzeitig damit an.

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