Frage von brieftraeger, 92

Kann es sein, dass man keine Anschlußfinanzierung bekommt, wenn man im Hochwassergebiet wohnt?

Wer vom Hochwasser betroffen war/ist, muss derjenige damit rechnen, keine Anschlußfinanzierung zu bekommen, wenn diese ansteht, oder dass die Bank u.U. höhere Sicherheiten verlangt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Privatier59, 63

Versicherungen prüfen die Lage der Immoblilie anhand von Gefahrenkarten. Dass Banken das auch tun, wäre mir neu. Allerdings könnte der Eigentümer nichts gegen die Ablehnung der Anschlußfinanzierung unternehmen. Wir sind ein freies Land in dem jeder Anbieter sich seinen Vertragspartner aussuchen darf.

Kommentar von baufinord ,

Banken prüfen sehr wohl, ob die Immobilien in Gefahrengebieten liegen. das gilt für Hochwasser wie beispielsweise auch für Regionen mit häufigen Bergbauschäden.

Antwort
von SBerater, 48

wenn die Bonität weiter gegeben ist, sehe ich da kein Problem. Die Bank kann ja ggf. auf eine lebenslange Finanzierung einstellen, wenn das Gebäude in einer Region wie Passau steht. Alle x Jahre kommen immense Renovierungskosten. Makaber, aber (vermutlich) wahr.

Antwort
von Franzl0503, 42

Briefträger:

Der Antragsteller hat im Beleihungsgesuch die Frage, ob das zu beleihende Objekt im Hochwassergebiet liegt und Überschwemmungsgefahr besteht, wahrheitsgetreu beantwortet.

Der Gutachter hat bei der Wertfindung die Gefahr von Hochwasser und Überschwemmung berücksichtigt.

Der Darlehensnehmer hat sich verpflichtet, Hochwasserschäden (wie auch Brandschäden) fach-und sachgerecht in einem bestimmten Zeitraum zu beseitigen oder beseitigen zu lassen.

Dies vorausgeschickt, erhält ein zuverlässiger Darlehensnehmer auch ein Verlängerungsangebot vom Grundpfandrechtsgläubiger.

Antwort
von billy, 27

Nein mit dem Hochwasser hätte das nichts zu tun, Banken prüfen ausschliesslich die Bonität ihrer Kunden.

Antwort
von baufinord, 31

Es ist durchaus möglich, dass eine Bank bei Ablauf der Zinsbindung "aussteigen" will oder andere (Zusatz-)Sicherheiten verlangt. Dies gilt insbesondere wenn die Immobilie nicht gegen Elementarschäden versichert ist (und sich ggf. auch nicht versichern lässt).

Allerdings liegt darin kein Automatismus. Normal wäre es, dass die finanzierende Bank 1-3 Monate vor Ablauf der Zinsbindung ein Angebot für einen neuen Zinssatz macht. Wichtig: dass die Zinsbindung endet, bedeutet nicht, dass der Darlehensvertrag endet (die Bank müsste diesen also gesondert kündigen).

Antwort
von qtbasket, 29

Das wäre ein grober Vertragsbruch und sittenwidrig !!!

Meines Wissens nach ist das auch eine Latrinenparole.....

Kommentar von LittleArrow ,

Wieso Vertragsbruch?

Für die Anschlussfinanzierung erfolgt doch eine aktualisierte Bonitäts- und Sicherheitenprüfung.

Kommentar von qtbasket ,

mesch, da steht jdm. bei dir auf der Leitung - das bezieht sich ausschließlich auf das Hochwasser

Kommentar von LittleArrow ,

Aha verstehe, mit dem Herrgott und dem Hochwasser wurde ein Vertrag geschlossen, dass dieses nur die Nachbarn betreffen soll ("Sankt-Florian-Prinzip").

Kommentar von Franzl0503 ,

LittleArrow: Stimme dir zu. Hier geht es doch um den gravierenden Unterschied zwischen Realkredit und Personalkredit.

Kommentar von LittleArrow ,

Ich danke für Dein Verständnis in dieser delikaten Situation.

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