Frage von samweisg,

Kann ein Staat so viele Schulden machen, wie er will?

Mal eine Frage an euch:

Kann sich jeder Staat eigentlich so hoch verschulden wie er will oder ist das an Grenzen bzgl seiner Rücklagen gebunden?

Hilfreichste Antwort von qtbasket,
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Ein Staat macht keine Schulden wie ein Privatmann. Das ist ein Mißverständnis. Ein Staat hat einen nicht ausgeglichenen Haushalt und sucht nach Möglichkeiten, Kapital zu finden, damit er die Deckungslücke schliessen kann.

Wenn er nun in beliebiger Höhe zum Beispiel Schuldverschreibungen ausgibt, siehe Griechenland, droht dem Staat eine bestimmte Zahlungsunfähigkeit - schon alleine die Aussicht, keine Löhne an seine Bediensteten, keine Zinsen zu tilgen usw. führt dazu dass seine Wikrtschaft sehr schnell kollabiert und sich als Dominoeffekt sofort auf andere Staaten ausweiten kann.

Deshalb ist in der Eurozone eine Schuldenbremse eingezogen worden, (4 % Grenze) und jetzt will die EU Kommission dies noch verschärfen.

Zinsen und Tilgung müssen die kommenden Generationen bezahlen. Deshalb wurde vor einer Woche die letzte Rate von Schuldverschreibungen der Weimarer Republik für Raparartionszahlungen aus dem eersten Weltkrieg von der Bundesregierung bezahlt - nach fast 90 Jahren.

Antwort von HerrMaier,
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Letztlich können Staaten so viel Schulden machen wie sie wollen, solange sie Anleger finden, die ihnen Anleihen abkaufen. Es gibt zwar auf dem Papier teilweise Grenzen (in der EU z.B. eine Grenze bezüglich des Verhältnisses der absoluten Gesamtschulden sowie der relativen jährlichen Neuverschuldung zum Bruttoinlandsprodukt), diese werden aber regelmäßig nicht beachtet. Die Bundesrepublik plant ja auch eine Schuldenbremse. Ob das wirklich eingahelten wird, bleibt abzuwarten. Ich bezweifle es eher.

Antwort von Plopp,
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"Ein Staat macht keine Schulden wie ein Privatmann."...Das ist insofern richtig, dass der Privatmann schneller seinen Schuldengipfel erreicht hat als Staaten. Ebenfalls ist der Privatmann nicht in der Lage, Geld zu drucken, um seine Schuldverschreibungen auszukaufen. Dies kann der Staat auch nicht auf Dauer tun, weil nach der Fischer'schen Verkehrsgleichnung: Durchschnittl. Preisniveau = Geldmenge * Umlaufgeschw. / Handelsvolumen das System kippt, wenn das Handelsvolumen nicht annähernd mit der explodierenden Geldmenge schritthält. Das Handelsvolumen wird durch das BIP ausgedrückt.

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