Frage von Point88, 449

Kann ein bestandskräfitger Steuerbescheid durch einen Verlustvortrag nochmals geändert werden?

Hallo zusammen!

Problemstellung: Meine Steuererklärungen für die Jahre 2010, 2011 und 2012 sind alle bestandskräftig. Ich möchte nun meine Studienkosten (zwischen 2009 und 2013) nachträglich in den oben genannten Steuererklärung geltend machen.

Für das Jahr 2009 wurde von mir KEINE Steuererklärung abgegeben. Hier hätte ich die Möglichkeit einen Verlustvortrag in das Jahr 2010 zu übertragen (Frist für die freiwillige Abgabe von Steuererklärungen in meinem Fall 7 Jahre rückwirkend).

Durch den Verlustvortrag von 2009 in das Jahr 2010 wird ja mein Steuerbescheid für dieses Jahr geändert. **Entsteht dadurch die Möglichkeit weitere Aufwände für das Jahr 2010 geltend zu machen, die damals nicht mit angegeben wurden?******

Wäre super, wenn ihr mir weiterhelfen könnt!! Danke!

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Antwort
von blackleather, 449

Entsteht dadurch die Möglichkeit weitere Aufwände für das Jahr 2010 geltend zu machen, die damals nicht mit angegeben wurden?

Nein. § 175 Abs. 1 Satz 1 AO ("... soweit ein Grundlagenbescheid [§ 171 Abs. 10], dem Bindungswirkung für diesen Steuerbescheid zukommt, erlassen, aufgehoben oder geändert wird")

§ 177 Abs. 2 AO: "Liegen die Voraussetzungen für die Aufhebung oder Änderung eines Steuerbescheids zugunsten des Steuerpflichtigen vor, so sind, soweit die Änderung reicht, zuungunsten und zugunsten des Steuerpflichtigen solche materiellen Fehler zu berichtigen, die nicht Anlass der Aufhebung oder Änderung sind."

Antwort
von wfwbinder, 434

Für 2009 kannst du eine Einkommensteuererklärung abgeben, aber die wird nur die Akte im Finanzamt füllen, denn für eine Antragsveranlagung ist die Frist für 2009, mit Ablauf des 31. 12. 2013, und für 2010 mit Ablauf des 31. 12. 2014 abgelaufen.

wenn die Bescheide 2011 bis 2012 bestandskräftig sind, ist auch da wohl nichts mehr zu machen (sowohl § 129 AO, wie auch § 173 AO passen m. E. nicht), aber suche mal in den Tipps, Ennobecker hat da mal was hilfreiches eingestellt.

(Frist für die freiwillige Abgabe von Steuererklärungen in meinem Fall 7 Jahre rückwirkend).

Wie kommst Du darauf? wenn Du verpflichtet bist abzugeben, wärst Du sehr spät dran.

Stellt sich noch die Frage, warum du die Studienkosten nicht schon bei der Abgabe für die Jahre angegeben hast?

2013 und 2014 stehen Dir frei.

Kommentar von EnnoBecker ,
Für 2009 kannst du eine Einkommensteuererklärung abgeben,

Will er auch gar nicht.

Antwort
von EnnoBecker, 345

Das ist einfach.

Für 2009 kannst du noch problemlos abgeben. Sofern ein Verlust in 2009 festgestellt wird, wird der nach 2010 vorgetragen und ändert dort die Festsetzung trotz bestehender Bestandskraft. § 10d hat hier eine Spezialvorschrift bereitgestellt.

*Entsteht dadurch die Möglichkeit weitere Aufwände für das Jahr 2010 geltend zu machen, die damals nicht mit angegeben wurden?

Ob du die Veranlagungen für 2010 (außerhalb des vorgetragenen Verlustes) und 2011 bis 2013 noch ändern kannst, kannst du dir hier raussuchen:

https://www.finanzfrage.net/tipp/ob-und-wie-man-erreicht-einen-einkommensteuerbe...

Den hab ich extra für diese Zwecke geschrieben.

(Frist für die freiwillige Abgabe von Steuererklärungen in meinem Fall 7 Jahre rückwirkend).

"Rückwirkend" ist jede Einkommensteuererklärung. Die Antragsveranlagung verfristet nach vier Jahren, nicht nach sieben. In 2009 kommst du mit deinem Ansinnen nur dann hinein, wenn du NUR die Feststellung des VV begehrst, denn der ist keine Antragsveranlagung und verjährt tatsächlich nach sieben Jahren.

Also darfst du kein Häkchen machen bei "Einkommensteuererklärung", sonst guckst du mit dem Ofenrohr ins Gebirge, wenn du nicht aufpasst.

Kommentar von blackleather ,
In 2009 kommst du mit deinem Ansinnen nur dann hinein, wenn du NUR die Feststellung des VV begehrst, denn der ist keine Antragsveranlagung und verjährt tatsächlich nach sieben Jahren

Nicht unbedingt. § 10d Abs. 4 Satz 4 EStG.

Notausgang wäre hier nur § 10d Abs. 4 Satz 5 EStG.

Antwort
von vulkanismus, 295

Für 2009 ist es zu spät.

Somit hat sich die ganze Sache.

Außerdem gäbe es für 2010 keine Möglichkeit, etwas geltend zu machen. Dahingehend ist er rechtskräftig.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich würde hier nicht so schnell schießen, mein Lieber.

EIn bisschen Abgabenordnung kann nicht schaden. Lies mal § 10d (4) Satz 1 EStG und verbinde den mit § 170 (2) Nr. 1 AO.

Und zu 2010 könntest du recht haben, es ist aber gleichwohl durchzuprüfen.

Kommentar von vulkanismus ,

Ich habe mich hier von meinem Rechtsempfinden leiten lassen.

Die von Dir genannten Vorschriften zu lesen habe ich keine Lust.

Da Du noch mittendrin bist, überlasse ich es Dir bzw. dem Berater von Point88, mich vom Gegenteil zu überzeugen.

Kommentar von EnnoBecker ,
überlasse ich es Dir ...., mich vom Gegenteil zu überzeugen.

Das dürfte ein langer Abend für dich werden....

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