Frage von Curlycoco22,

Kann ein Arbeitgeber das AV kündigen bei Krankschreibung (3 Wochen) wegen phsychischer Probleme ?

Arbeitgeber droht an, bei der nächsten Krankschreibung das AV zu kündigen. Bin 28 Jahre in der Firma und dieses Jahr insgesamt 29 Tage krankgeschreiben, aber nicht auf einmal, die letzte Krankschreibung war jetzt drei Wochen lang aufgrund einer phsychischen Sache. Nun droht mein Chef mit Kündigung. Ich war früher nie lange krankgeschrieben. Er akzeptiert keine Krankschreibung aufgrund einer phsychischen Sache, dass muss man selbst in den Griff bekommen. Ich fühle mich sehr verletzt und gemobbt, zumal das Gespräch unter vier Augen stattfand. Was soll ich tun. Am liebsten würde ich abhauen, aber ich bin 50 Jahre alt und auch schon lange in der Firma. Ich bin so verzweifelt. Danke

Antwort von Snooopy155,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

So einfach kündigen kann Dein Chef Dich nicht. Die Kündigung muß entweder betriebsbedingt begründet werden, wobei Du dann womöglich aufgrund Deiner langjährigen Betriebszugehörigkeit sogar einen besonderen Kündigungsschutz genießt, oder es müssen der Kündigung Abmahnungen vorausgehen. Und diese Abmahnungen kann er schlecht mit "Fehltagen" begründen. Da wird er schnell vor jedem Arbeitsgericht scheitern.

Aber aus Deiner Frage lese ich auch heraus, dass Du Dich mittlerweise gemobbt fühlst und das im Zusammenhang mit psychischen Problemen ist eine ungute Voraussetzung für eine gute Arbeitsleistung und Zusammenarbeit im Betrieb. Wenn der Betrieb groß genug ist, würde ich mit dem Chef darüber nachdenken, ob ein anderer Arbeitsplatz innerhalb der Firma besser geeignet wäre um Konfliktsituationen abzubauen. Denn langfristig kann Dein Chef das Problem aussitzen und gehst inzwischen "vor die Hunde"

Antwort von demosthenes,

Da hat Dein Chef ganz schlechte Karten, denn so einfach geht das nicht.

Aber sei doch froh, dass das Gespräch unter vier Augen stattfand und nicht vor versammelter Mannschaft!

Antwort von althaus,

Psychische Probleme sind genauso Krankheiten wie jede andere. Deinem Arbeitgeber darf es nicht interessieren aufgrund welcher Krankheit Du krank geschrieben bist. Du hast auch keine Pflicht dies näher zu erläutern. Wenn man krank ist, ist man krank bzw. arbeitsunfähig. Ich würde beim nächsten Gespräch mit dem Chef ein Vertrauensmann mit dazu nehmen. Vielleicht jemanden vom Betriebsrat oder so. Dann wird der Chef mit Sicherheit vorsichtiger mit Dir reden, da dann Zeugen mit dabei sind. Vor allem kann er Dir nicht drohen, in der Art, wenn Du krank wirst, dann Kündigung. So eifach geht das nicht, vor allem nachdem Du so viele Betriebsjahre schon hinter dir hast. Ich hoffe Du hast eine Rechtsschutzversicherung oder bist in der Gewerkschaft, dann hast Du zumindest jemanden der Dich berät und zur Seite steht.

Antwort von BLHeld,

So einfach wie sich der Chef eine Kündigung vorstellt ist das nun auch nicht.

Die Rechtssprechung unterscheidet zwischen verschiedenen Kündigungsarten durch den Arbeitgeber.

Unterschieden wird zwischen einer fristlosen Kündigung, die allerdings das letzte Mittel ist, in der Regel mindestens eine schriftliche Abmahnung erfordert sowie einer Zustimmung durch den Betriebsrat bedarf (soweit in der Firma vorhanden), und einer fristgerechten Kündigung.

> Blockquote Eine fristgerechte Kündigung kann aus personenbedingten, verhaltensbedingten oder betriebsbedingten Gründen erfolgen. Eine Kündigung des Arbeitgebers ist immer dann notwendig, wenn der Arbeitnehmer durch seine Person oder durch sein Verhalten wiederholt den Betriebsablauf stört oder eine Weiterbeschäftigung aufgrund der Markt- und Betriebssituation nicht mehr möglich ist. Der Arbeitgeber muss die Kündigung bei einer fristgerechten Kündigung jedoch nicht begründen, auch nicht auf Anfrage hin. > Blockquote

Nach Zugang der Kündigung hat man 3 Wochen Zeit Klage vor dem Arbeitsgericht zu erheben.

Hier ist eine anwaltliche Vertretung nicht erforderlich, allerdings gerade bei Kündigungsschutzklagen sehr zu empfehlen. Häufig bieten Gewerkschaften Ihren Mitgliedern durch die Rechtsschutzsekretariate Unterstützung und Beistand an.

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