Frage von Himmelspforte, 18

kann eigentümer zwansverstigerung beantragen

guten tag kann ich als eigentümer auch die zwangsversteigerung beantragen? im grundbuch ist die bank eingetragen unser haus steht zum verkauf seit nunmehr 3 jahren. wir hatten viel interressenten jedoch ist es am kaufpreis gescheitert da die bank nicht einverstanden war.

Antwort
von peterjayz, 13

Das Wort Zwangsversteigerung enthält ja "Zwang", welcher bei dir nicht gegeben ist. Zwangsversteigerung beim Amtsgericht fällt also aus - wäre ohnehin nicht sehr ratsam, so lange es Alternativen gibt. Was du jedoch machen kannst, ist deine Immobilie im Gebotsverfahren zu veräußern. Dabei geben die Interessenten Gebote ab und das höchste nimmst du an (oder lässt es bleiben, wenn der Preis zu gering ist). Verbindlich wird der Verkauf erst bei Beurkundung beim Notar - ab diesem Zeitpunkt läuft alles wieder ab wie bei einem "normalen" Verkauf.

Viele Grüße

Kommentar von Himmelspforte ,

danke für die rasche antwort und wo kann ich das machen?

Kommentar von Franzl0503 ,

peterjayz:

Seit drei Jahren werden Preise für die Immobilie geboten, die zur Vollbefriedigung der Bank nicht ausreichen. Sei so nett, schlüssig zu begründen, was ein "Gebotsverfahren" daran ändern sollte.

Im übrigen hat himmelspforte auf seine Frage vom 5.9.12 eine Menge Antworten bekommen, die der Realität wesentlich näher kommen, als ein Gebotsverfahren.

Kommentar von peterjayz ,

Franzl0503: Ein Gebotsverfahren kann durchaus den Verkaufspreis erhöhen, wenn sich mehrere Interessenten gegenseitig überbieten. Man kann so unabhängig vom eigenen Verhandlungsgeschick die maximale Zahlungsbereitschaft sowie einen marktgerechten Preis austesten. Das ist zugegebenermaßen kein Erfolgsgarant, aber durchaus eine Möglichkeit, die man mangels weiterer Alternativen in Betracht ziehen sollte.

Himmelspforte: Du kannst deine Immobilie regulär auf Immoscout o.ä. anbieten. Nur statt einem festen Kaufpreis stellt man einen Startpreis x plus Hinweis auf Gebotsverfahren ein.

Antwort
von DavinaK, 11

Hallo Himmelpforte, Sie schreiben, dass Sie ihr Haus verkaufen möchten, auch viele Interessenten vorhanden waren, die Bank dem Verkauf aber nicht zustimmt. Ich vermute, dass die Bank eine am Objekt gesicherte Forderung gegen Sie hat, die aus dem Kaufpreis nicht vollständig zurückgeführt werden kann, Sie aber die Zins- und Tilgungsleistungen noch bedienen und auch bedienen können. Haben Sie mit der Bank schon einmal gesprochen, ob Sie bei einem freihändigen Verkauf, bei dem die Forderungen der Bank aus dem Kaufpreis nicht vollständig zurückgeführt werden, wegen der verbleibenden Restforderung, eine Zahlungsvereinbarung treffen können?

Dabei steht sich die Bank unter Umständen sogar besser als bei einer zwangsweisen Verwertung in der Zwangsversteigerung. Wird ein angemessener Kaufpreis mit Interessenten vereinbart und ist die Bezahlung gesichert, macht sich die Bank u.U. sogar schadensersatzpflichtig, wenn sie die Pfandfreigabe verweigert (so OLG Köln, Urteil vom 12.06.1995, AZ: 16 U 102/94, in gleicher Richtung BGH vom 20.03.2008, AZ: IX ZR 68/06 bei einer gegen den Insolvenzverwalter erpressten Zahlung auf eine ungesicherte Forderung). Diese Entscheidungen sind den Banken bekannt und werden auch beachtet – vielleicht auch erst nach einem Hinweis dazu.

In Ihrem Fall verliert die Bank bei einer Pfandfreistellung ihre Forderung nicht. Sie bleiben zur Rückzahlung der Restverbindlichkeiten verpflichtet, es sei denn, Sie sind vermögenslos und zahlungsunfähig und gehen den Weg über eine Privatinsolvenz mit Restschuldbefreiung. Wenn Sie die Angelegenheit mit ihrer Bank nicht allein regeln können, suchen Sie sich kompetente rechtliche Unterstützung bei einem mit der Materie des Immobilienrechts und dem Schwerpunkt Zwangsversteigerungsrecht vertrauten Anwalt.

Antwort
von Privatier59, 7

Es gibt Zwangsversteigerungen auf Betreiben von Gläubiger, es gibt Teilungsversteigerungen auf Betreiben eines Miteigentümers, aber eine Zwangsversteigerung durch den Eigentümer selber gibt es nicht. Wozu auch? Der Eigentümer kann rein rechtlich jederzeit verkaufen.

Dein Problem ist ja anders geartet: Du kannst rein rechtlich gesehen jederzeit veräußern. Allerdings will Deine Bank der Löschung von Grundpfandrechten nur zustimmen, wenn sie ihr Geld bekommt. Da kommst Du nicht gegen an. Dazu sind Grundpfandrechte ja nun einmal gemacht: Sie sollen der Absicherung des Kreditgebers dienen und wenn man das umgehen könnte, hätten sie ihren Zweck verfehlt.

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