Frage von spassmann12, 127

Kann der Versicherer mich trotz Rabattschutz kündigen und zurückstufen?

Ich bin seit 4 Jahren bei dem gleichen Versicherer Kfz versichert. In 2014 war meine SF-Klasse 21. Der Vertrag wurde von Anfang mit einem Rabattschutz versehen.

Nun hatte ich in 2014 einen Haftpflicht- und Vollkaskoschaden. Seltsamerweise kündigte mir der Versicherer aufgrund des Schadens. Eine Rückfrage bei meinem Vermittler ergab, dass der Grund das Fahrzeugalter (12 Jahre) sei und die Abrechnung nach Gutachten erfolgte. Der Versicherer will mir keine weitere Vollkaskoversicherung zugestehen und hat deswegen den gesamten Vertrag gekündigt.

Gestern erhielt ich nun die Versicherungspolice des neuen Versicherers, der anstandslos eine Vollkaskoversicherung aufgrund des Fahrzeugwertes von noch über 20.000.- Euro (Porsche Carrera) akzeptiert hat, allerdings mit einer SF-Klasse 10 in Haftpflicht und 13 in Vollkasko.

Eine Rückfrage dort ergab, dass der Vorversicherer diese SF-Klassen aufgrund des Schadens aus 2014 bestätigt hat.

Nun ich frage ich mich, wofür ich 4 Jahre lang den Rabattschutz bezahlt habe. Kann es wirklich sein, dass ein Versicherer erst jahrelang den zusätzlichen Beitrag für einen Rabattschutz kassiert, mich dann kündigt und der Rabattschutz verloren ist?

Antwort
von wfwbinder, 127

Also ich bin kein Versicherungsspezialist, aber:

  1. Rabattschutz ist kein Kündigungsschutz.

  2. Wenn man die Versicherung (vertragskonform) Reparaturkosten zahlen läßt, die über den Wiederbeschaffungskosten liegen, dann sehen die dieses Risiko auch für Folgeschäden.

  3. Bei einem neuen Versicherer kannst Du nur so eingestuft werden, wie dein tatsächlicher Status ist, nicht der, den Du auf Grund von 'Zahlungen an den alten Versicherer festhalten konntest.

Antwort
von Primus, 99
Nun ich frage ich mich, wofür ich 4 Jahre lang den Rabattschutz bezahlt habe.

Dieser Rabattschutz wird von dem neuen Versicherer nicht berücksichtigt.

Kommentar von spassmann12 ,

Richtig. Aber das war mir bekannt. Mit geht es hier um das Verfahren selbst, dem man scheinbar wehrlos ausgeliefert ist.

Kommentar von Primus ,

Das stimmt. ...und aus diesem Grund sollte man sich die Sache mit dem Rabattschutz vor Abschluss gut überlegen. Damit wollen die Versicherungen nicht Dir Gutes tun, sondern. ......!!

Kommentar von spassmann12 ,

Ich habe ja kein Problem damit, dass der Versicherer auch am Rabattschutz Geld verdient. Ich habe nur ein Problem damit, wenn es, wie in diesem Fall, 100% des Beitrages sind.

Antwort
von mig112, 107

Der "Rabattschutz" gilt immer nur bei dem aktuellen Versicherer; was aber auch klar aus dem Vertragswerk hervorgeht.

Das du gekündigt wurdest deutet auf einen Billigversicherer oder auf mangelhafte Betreuung hin, sonst wäre es gar nicht soweit gekommen! Am falschen Ende gespart.

Kommentar von spassmann12 ,

Es ist kein Billigversicherer, sondern einer der Großen. Mein Vermittler hat sich sehr, allerdings vergeblich, für mich eingesetzt.

Dass der gerettete SFR nicht weitergegeben wird, war mir bekannt. Das stand auf der ersten Versicherungspolice.

Mir geht es ausschließlich darum, dass diese Konstruktion ja erlauben würde, einige Jahre einen Mehrbeitrag (bei mir waren es 20%) für den Rabattschutz zu erheben und dann zu kündigen. Das wäre dem Versicherer, sogar ohne Schaden, einfach zum Ablauf möglich.

Mein Nichtspassauto ist seit einem Jahr mit Neuwertklausel (4 Jahre) noch bei dem alten Versicherer versichert. Wegen dieser 4 Jahre habe ich den Vertrag dort abgeschlossen. Dann kann der Versicherer ja nun auch zum Ablauf dieses Jahres kündigen und dadurch die Neutwertentschädigung auf 2 Jahre begrenzen, Das ist doch im Prinzip genau das gleiche?

Kommentar von mig112 ,

Das Fahrzeugalter spielt bei deinem Vertrag keine Rolle; auch nicht der eingetretene Schaden; es ist schlicht die mutmasslich sehr hohe Typklasse und dadurch das Risiko!

Daher bist du durchs Selektions-Raster gepurzelt. Deine Vertragskonstellation spielt ebenfalls keine Rolle. Ob nun mit oder ohne Werkstattbindung, Rabattretter oder -schutz, Exklusivdeckung, Schutzbrief... egal. Ein versierter aber vor allem unabhängiger Versicherungsmakler hätte das nun Eingetretene verhindern können, insbesondere weil es Versicherer gibt, die weder vor älteren Kfz noch vor hohen Typklassen zurückschrecken.

Kommentar von spassmann12 ,

Die Typklasse hat sich seit Beginn des Vertrages vor 4 Jahren nicht geändert, in Vollkasko ist sie sogar um 2 gesunken. Da das Fahrzeug vor 4 Jahren unproblematisch versichert wurde, hätte mich doch vielleicht auch ein versierter Makler dort versichert?

Und dass es Versicherer gibt, die mein Fahrzeug ohne Probleme versichern, habe ich ja selbst erfahren. Sonst hätte ich jetzt ja keinen Versicherer mehr.

Kommentar von mig112 ,

Nichtsdestotrotz haftet nun der Makel einer "Kündigung durch den Versicherer" an deinem Vertrag - und exakt dieses hätte ein Makler zu vermeiden gewusst.

Vertreter sind halt nur Beauftragte ihres Brötchengebers. Makler hingegen sind qua Vertrag Partei des Kunden.

Kommentar von spassmann12 ,

Das verstehe ich jetzt nicht. Woher weiß denn der neue Versicherer, dass ich gekündigt wurde? Laut meinen Versicherungsbedingungen darf diese Information nicht weitergegeben werden. Die Daten, die übermittelt werden dürfen sind explizit aufgeführt.

Und selbst wenn, kann hat doch dieser "Makel" keine Rolle gespielt. Man hat mich doch versichert.

Und wenn ich jetzt einen neuen Versicherer habe, ist der doch der Makel verschwunden, wenn ich wieder wechsel? Oder würde sogar ein neuer Versicherer eine Information über die Kündigung des Vorvorversicherers erhalten?

Kommentar von Hanseat ,

Die Typklasse ist bei einem 911er unproblematisch, sie ist auch nicht höher als z.B. bei einem etwas stärker motorisierten 5er BMW. Ich denke schon dass die Abrechnung nach Gutachten eine große Rolle gespielt hat.

Kommentar von spassmann12 ,

Das vermute ich auch. Aber das löst mein Problem leider nicht.

Ich habe aber jetzt noch einmal ein wenig gegoogled und das hier bei Wikipedia zum Rabattschutz gefunden:

"Kritisch ist, dass der Versicherer sich durch Kündigung im Schadenfall oder zum Ablauf der "SFR-Rettung" entziehen kann. Da dem Nachversicherer nur die rückgestufte SF-Klasse bestätigt wird, kann der Versicherungsnehmer trotz Mehrbeitrag für den Rabattschutz diesen nicht nutzen. Empfehlenswert wäre in einem solchen Fall eine Überprüfung des Vorganges durch den Ombudsmann."

Ich glaube, dass werde ich einmal machen und dann hier informieren, was der dazu sagt.

Kommentar von mig112 ,

Jetzt fängst du aber an, lustig (komisch) zu werden!

Gem. der Obliegenheiten bei Antragstellung hast du wahrheitsgemäß zu beantworten, dass der Vorvertrag vom vorherigen Versicherer gekündigt wurde; übrigens egal in welcher Sparte. In ALLEN mir bekannten Fällen wird dann ein Antrag mit zwingender Direktionsanfrage daraus...

Der Datenschutz spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Kommentar von spassmann12 ,

Das verstehe ich nicht. Ich habe die neue Versicherung über einen Makler per Auftrag abgeschlossen. Der erhielt alle Unterlagen, auch die der Kündigung. Ich erhielt dann eben gestern den Versicherungsschein. Soll ich jetzt zur nächsten Möglichkeit kündigen, damit der Makel weg ist?

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