Frage von Trech, 20

Kann der Erbvertrag geändert werden?

Guten Tag! Folgender Sachverhhalt:

1988 wurde von meiner Großmutter mit meinem Großvater (Gütertrennung) ein notarieller Erbvertrag in Form eines Berliner Testaments geschlossen. Zusätzlich wurde festgelegt, dass nach Tod des Letztversterbenden das gesamte Vermögen zu gleichen Teilen auf die zwei aus der Ehe hervorgegangenen Kinder übergehen soll. Der Sohn soll aber als Vorausvermächtnis das elterliche Haus erhalten. Der Großvater ist 2008 verstorben; Alleinerbin war folglich die Großmutter.

Meine Großmutter hat sich mit ihrem Schwiegersohn (also meinem Vater) zerstritten. Sie möchte nun verhindern, dass er nach ihrem Tod und im Falle des Todes meiner Mutter "ihre Sachen" teilweise erbt. Dadurch möchte sie eine Nacherbschaft einrichten, die besagt, dass nach dem Tode meiner Mutter (Vorerbin) deren Kinder, also ich und mein Bruder, als Nacherben erben sollen und mein Vater insoweit nichts erhält.

Meine Frage: ist das aufgrund des wirksamen Erbvertrags noch möglich, oder kann meine Großmutter diesen nicht mehr umgehen?

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von wfwbinder, Community-Experte für Erbe & erbrecht, 6
  1. Das klappt nicht, nach dem Taod des ERstversterbenden ist es in dieser Form nciht zu ändern.

  2. Aber, da im Falle, dass Eure Mutter (Gott möge es verhindern) vor Eurer Grußmutter stirbt, Ihr sowiso direkt erbt, ist nur der Fall abzusichern, das nach dem Tod der Großmutter, Eure Mutter vor ihrem Ehemann (Eurem Vater) verstirbt.

  3. Wenn der Familienfriede es zulässt, könnte Euer Vater einen Erbverzicht erklären.

  4. Oder Eure Mutter macht ein Testament udn setzt ihren Mann auf Pflichtteil.

Kommentar von Trech ,

Danke Dir!

Kommentar von imager761 ,

Oder sie verkauft "ihre Sachen" und gibt ihr Geld aus, was ihren Nachlass soweit schmälert, dass nichts, auch nicht dem Schwiegersohn, mehr verbliebe.

Antwort
von imager761, 6

Ohne vereinbartes Rücktrittrecht n. § 2293 BGB entfaltet der Erbvertrag Bindungswirkung.

Dass muss die Vorerbin (Großmutter) aber nicht an lebzeitigen Schenkungen, Verkauf "ihrer Sachen" und weitestgehenden Verbrauch ererbten oder eigenen Vermögens hindern, mit dem der Nachlass für die verfügten Nacherben (Kinder) so gering ausfiel, dass kaum etwas bleibt, was dem Schwiegersohn noch zufallen könnte.

Nur bestimmen, was die Tochter mit ihrem Nacherbe macht und wem sie es gibt, gar gesetzlich vererbt würde, das kann sie nicht.

G imager761

Antwort
von INSTWAB, 5

Kann nicht geändert werden, aber durch ein Testament zu regeln, denn wenn der Vater Pflichtteil bekommt, ist das nur in Geld.

Kommentar von gammoncrack ,

Hä???

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