Frage von mopsfiete, 16

kann das finanzamt mich zur benutzung mautpflichtiger tunnel zwingen?

das fa reduziert meine gefahrenen km da ich theoretisch einen mautpflichtigen tunnel benutzen kann was eine zeit aber keine geldersparnis für mich bedeutet

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo mopsfiete,

Schau mal bitte hier:
Steuererklärung Kilometerpauschale

Antwort
von blackleather, 7

Die Frage kann im Augenblick noch nicht abschließend beantwortet werden, und zwar aus folgendem Grund:

In genau derselben Situation wie du befand sich ein Steuerzahler, der zur Arbeit entweder den mautpflichtigen Warnowtunnel (Strecke: 11 km) oder einen 22 km langen, aber nicht mautpflichtigen Umweg benutzen musste. Er entschied sich für den Umweg, bekam aber nur 11 km als Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte vom Finanzamt anerkannt.

Seine Klage vor dem Finanzgericht Mecklenburg-Vorpommern scheiterte. Das Gericht urteilte: Zwar kann auch eine längere Strecke zu berücksichtigen sein, wenn sie verkehrsgünstiger als die kürzeste Verbindung ist. "Verkehrsgünstig" sei aber etwas anderes als "kostengünstig", und kostengünstigere Strecken müssen deshalb nicht berücksichtigt werden, wenn sie länger sind (Urteil v. 26.06.13, Az. 3 K 26/12).

Allerdings wurde - wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache - die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen, und dort hängt sie nun (Az.: VI R 49/13). Wer mit Bezug auf dieses anhängige Verfahren Einspruch gegen seinen Steuerbescheid einlegt, dessen Einspruch ruht kraft Gesetzes (§ 363 Abs. 2 Satz 2 AO), bis der BFH entscheidet.

Kommentar von KaPeDiem ,

Der Bundesfinanzhof hat leider die Revision als unbegründet zurückgewiesen und somit das Urteil vom Finanzgericht Mecklenburg-Vorpommern bestätigt:

"Die Revision ist unbegründet und daher zurückzuweisen (§ 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung --FGO--). Das FG hat der Berechnung der Entfernungspauschale zu Recht die Straßenverbindung über den A-Tunnel zugrunde gelegt."

http://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&a...

Antwort
von KaPeDiem, 5

Nachtrag zu "Antwort von blackleather" vom 25.11.2013

Der Bundesfinanzhof hat leider die Revision als unbegründet zurückgewiesen und somit das Urteil vom Finanzgericht Mecklenburg-Vorpommern bestätigt: "Die Revision ist unbegründet und daher zurückzuweisen (§ 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung --FGO--). Das FG hat der Berechnung der Entfernungspauschale zu Recht die Straßenverbindung über den A-Tunnel zugrunde gelegt."

http://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&a...

Antwort
von Gaenseliesel, 3

Hallo, Einspruch einlegen und begründen !

hierzu hat der VI. Senat des BRF entschieden, dass alle Umstände des Einzelfalls, wie z. B. die Streckenführung, die Schaltung von Ampeln oder ähnliches in die Beurteilung einzubeziehen sind.

Eine lediglich mögliche günstige Alternativeroute, die vom Steuerpflichtigen aber nicht benutzt wird, kann der Berechnung der Entfernungspauschale nicht zugrunde gelegt werden.

http://www.lbv-hamm.de/aktuelles/steuernachrichten/Entfernungspauschale-Nicht-im...

Viel Glück ! K.

Antwort
von Meandor, 3

Das FA macht gar nichts. Das FA schaut ins Gesetz und da steht Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und in Satz 4 steht, dass die kürzeste Entfernung maßgeblich ist. Wie Du tatsächlich fährst interessiert erstmal nichts.

Du kannst dann eine längere Streck ansetzen, wenn diese verkehrsgünstiger ist. Das müsstest aber Du darlegen.

Es zwingt Dich allerdings Niemand Deine Fahrtstrecke zu ändern, denn wie gesagt, es ist ja völlig egal wie Du fährst.

Antwort
von SBerater, 3

das Finanzamt zwingt dich nicht, einen mautpflichtigen Tunnel zu nehmen. Wenn du einen längeren Weg zur Arbeit fährst, dann unterliegst du den Kriterien, denen alle unterliegen: Zur Arbeit ist der kürzeste Weg zu nehmen, ausser es gibt einen längeren, der schneller zur Arbeit führt. Das muss alles in einem gewissen Rahmen sein.

Das Finanzamt nimmt also in deinem Falle den kürzeren Weg, weil wohl der andere zu weit ist, um toleriert zu werden. Dass bei dir nun ein Tunnel auf dem kürzeren Wege liegt, der auch noch Maut kostet, ist ein individueller Fall, der das Gesetz nicht interessiert - und damit auch das Finanzamt nicht.

Aber vielleicht kommt ja Licht ins Dunkel, wie man am anhängigen Verfahren von blackleather entnehmen kann.

Antwort
von imager761, 3

Das Finanzamt zwingt sich zu garnichts, erkennt aber bislang nur Fahrtstrecken nach dem der Grundsatz der Verkehrsgünstigkeit an.

G imager761

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