Frage von andi2073, 99

Ich möchte eine juristische Person zur Vermögensverwaltung wegen meiner Auswanderung nach Nicaragua gründen, was muss ich beachten?

Ab Mitte nächten Jahres arbeite ich (befristet für 1 Jahr) für eine Schweizer Firma in Nicaragua und verdiene recht gut. Ich beabsichtige jedoch dort langfristig zu bleiben, und ein Jurastudium zu machen.

Logischerweise muss ich in Nicaragua auch Steuern zahlen. Dabei ist zu beachten, dass eine Steuererklärung in Südamerika generell anders aussieht als in D. Man hat hier eine Auflistung seines gesamten Welt-Vermögens zu mchen und zwar die Situation am 1. Januar und am 31. Dezember. Also Bankkonten mit Saldo, Haus, Auto, private Rentenversicherungen. Dazu kommen die Einkünfte und Ausgaben wie Miete und Krankenversicherung. Am Ende muss ein Vermögenszuwachs durch die Einkünfte/Ausgaben plausibel sein.

Nun ist es so dass Nicaragua ein sehr starkes organisisertes Verbrechen hat, wenn ich so eine Erklärung mache, wird u.U. öffentlich was ich habe und man entführt dann meine Kinder. Es gibt viele Beispiele dass z.B. Bankangestellte sensible Daten an Kriminelle weitergegeben haben.

Dank Schäuble und seinem automatischen Datenaustauch kann ich leider nicht hingehen und das deutsche Bankkonto einfach nicht deklarieren. Ich möchte aber was machen um meine Privatsphäre zu schützen. Und da habe ich jetzt die Idee eine juristische Person zu gründen die einfach Eigenkapitalhandel betreibt (überwiegend Investments in nicht-EU Staatsanleihen), dabei minimale Gewinne erwirtschaftet und in D davon Steuern zahlt. Mein Bruder würde sich als Gesellschafter beteiligen und Geschäftsführer mit Wohnsitz in Deutschland sein, 90% des Kapitals wären aber von mir. Es wird bis zu meiner Verrentung kein Geschäftsführergehalt gezahlt und keine Gewinnausschüttung gemacht, grossartige Gewinne erwarte ich ehe nicht. Das könnte ich jetzt als UG gründen, innerhalb der nächsten 10 Jahre erwarte ich eine Erbschaft, die dann voll in die Firma eingebracht wird.

Ab 55 (bin jetzt 40 Jahre) plane ich dann, mich mit ca. 4000 EUR jährlich in Nicaragua zu verrenten. Dieser Betrag müsste dann entnommen werden und zuerst in Deutschland versteuert werden. Nach jetzigem Steuerrecht in Nicaragua wäre das dort steuerfrei. Spätestens mit 80 Jahren soll die Firma gelöscht werden, da dann das Kapital so ziemlich aufgebraucht wurde.

Nun die Frage: Welche Rechtsform ist wohl hier am besten? Für eine UG oder GmbH zahle ich im Saarland 200 EUR Jahresbeitrag und für Kontogebühren und Steuerberater geht auch noch was drauf, so dass ich doch jährlich 500 EUR laufende Kosten habe. Eine Limited braucht einen Secretary-Service, der ist auch nicht gratis.

Was ich vermeiden will sind 2 Dinge: --- dass ich etwas in D auf meinem Namen habe was nach Nicaragua gemeldet wird. --- dass die Firme ein Mindestkapital von z.B. 25000 EUR haben muss, welches bei ihrer Auflösung dann auf einmal versteuert werden müsste, damit würden dann nämlich echt hohe Steuern anfallen.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo andi2073,

Schau mal bitte hier:
Steuererklärung Ausland

Antwort
von wfwbinder, 96

1. Fangen wir mit dem Einfachsten an. Das Stammkapital was man am Anfang in eine Gesellschaft einbringt, muss man am Schluss natürlich nicht versteuern. Nur wenn man aus der Auflösung der Gesellschaft einen Mehrbetrag bekommt, ist diese Differenz zu versteuern.

2. Eine 300,- Euro UG mit einem Vermögen von ja anscheinend mehreren hunderttausend auszustatten sorgt ja dafür, dass Du Forderungen an die Gesellschaft hast. Das wäre wieder eventuell anzumeldendes Vermögen (wobei ich kein Steuerexperte für Nicaragua bin).

3. Ich würde mir auch überlegen, ob ich mehrere Jahre für ein Studium in einem Land bleibe, dass mir so unangenehm ist. Wie wäre es, das Studium in Costa Rica zu machen, der Schweiz Mittelamerikas.

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