Josef Ackermann verzichtet auf seine Prämie, hätte er überhaupt eine bekommen?

gefragt von Ordnungmusssein am 18.10.2008 um 12:36 Uhr

Ich habe in der Zeitung gelesen, dass Josef Ackermann auf seinen Bonus dieses Jahr wegen der Finanzkrise verzichten will. Da frage ich mich doch, hätte er überhaupt einen Bonus bekommen? Oder ist das nur eine Aussage damit er als guter Samariter dasteht?

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wfwbinder
beantwortet von wfwbinder am 18. Oktober 2008 14:04
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Die Deutsche Bank wird in diesem Jahr einen Gewinn machen. Es hat zwar Abschreibungen gegeben, aber de Fehlinvestitionen waren mit Sicherheit nicht so hoch wie bei den Landesbanken und IKB/KfW.

Also würde er einen Bonus bekommen.

Kommentar von Ee1a4e75ae842e040348ec1d857805e8smallobelix am 18. Oktober 2008 14:11

die kleine spitze richtung IKB/KfW gefällt mir :)

Kommentar von 1928372d696aac89e5ef95eea076f957smallwfwbinder am 18. Oktober 2008 14:31

Ist ja nur eine Tatsachenbeschriebung. Ich erinnere mich an ein Interview mit einem der Deutsche Bank Oberen, der auf die Frage, ob man aus den US-Hypothekengeschäften keine Verluste hätte, die Anwort gab, man hätte sich auch beteligt, aber nur in einem Umfang das die Abschreibungen keinen sichtbaren Einfluß auf die Bilanz hätte.

In den US-Banken Kreisen soll dagegen der Spuch grassiert haben: If you can't sell it, sell it to the Landesbank.

Kommentar von Ee1a4e75ae842e040348ec1d857805e8smallobelix am 18. Oktober 2008 15:01

der spruch gefällt mir! die überweisung der kfw spricht ja auch bände. mal sehen, ob die politiker jetzt die besseren bänker werden :)


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demosthenes
beantwortet von demosthenes am 18. Oktober 2008 14:48
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Im vergangenen Jahr erhielt der Vorstand der Deutschen Bank 33.4 Mio € und davon waren nur knapp 4 Mio das eigentliche "Festgehalt".

Auch wenn der Gewinn 2008 geringer ausfallen wird, dürfte die fällige Provision immer noch ganz beachtlich sein.

Wenn die DB immer so stolz darauf verweist, dass sie von den Schrottpapieren weniger betroffen sei als andere Banken, dann vergisst sie leider immer zu erwähnen, dass sie als einzige Nicht-US-Bank an der trickreichen "Verpackung" der miesen Hypotheken beteiligt war, also recht genau wusste, wie die Risiken wirklich aussahen und nicht auf die offiziellen "Ratings" angewiesen war.


anonym
beantwortet von wattNeKrise am 18. Oktober 2008 13:57
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Ohne zu wissen, wie sich die Boni zusammensetzen, gehe ich davon aus, dass er einen erhalten würde. und keinen geringen.

Vermutlich wird er auch in Optionen oder Aktien ausgezahlt, was sich bei den aktuellen Kursen sehr lohnen kann. Er verzichtet also sicherlich auf einiges!

Kommentar von 1928372d696aac89e5ef95eea076f957smallwfwbinder am 18. Oktober 2008 14:33

stimmt und ich finde das zwar von der political correctness als so, wie man es in der Öffentlichkeit erwartet, aber unter dem Gesichtspunkt was man ihm sonst noch so nachsagt, würde ich nach dem Motto agieren:

"ist der Ruf erst ruiniert, verdient es sich ganz ungeniert."


obelix
beantwortet von obelix am 18. Oktober 2008 12:41
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davon kann man ausgehen, dass er einen bonus bekommen hätte. auch wenn er nicht so hoch ausfallen würde wie die anderen jahre.


anonym
beantwortet von Erben am 21. Oktober 2008 15:27
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Ja, der liebe Herr Dr. Ackermann. Immer irgendwie mit dem falschen Fuß unterwegs. In der Branche als Gott verehrt, in der Öffentlichkeit der Schweizer Buhmann. Ich denke, er wird bald Deutschland den Rücken kehren aber vorher noch einmal ein paar Millionen einstreichen. Ich weiß nicht, ob ich ihn bewundern oder mich über ihn und sein Mitstreiter ärgern soll. In einem Magazin habe ich eine interessante Variante der Krisenbewältigung gesehen: http://www.exclusive-life.de

Dort wird die Krise auf eine sehr humorvolle Weise bewältigt und Ackermann und Konsorten können endlich mal sinnvoll agieren.



anonym
beantwortet von 1hoss43 am 19. Oktober 2008 00:23
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Zu diesem Thema stelle ich doch mal einen Brief hier ein:

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Danke, Herr Ackermann

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Ein Offener Brief von ZDF-Börsenexperte Franz Zink

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Angesichts der Finanzkrise hat der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, angekündigt, auf seinen millionenschweren Jahresbonus zu verzichten. Ist der Verzicht wirklich Millionen wert? Einen "Dankesbrief" auf jeden Fall.

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Lieber Herr Ackermann,

ich war zutiefst gerührt und bewegt: Welch´ eine Geste der Güte, der Großzügigkeit, ja der Barmherzigkeit. Wer hätte das gedacht, dass Sie und Ihre drei Vorstandskollegen auf so viel Geld verzichten wollen. Dass Sie gerne mit Ihren Mitarbeiter teilen, wissen wir, seit Sie vor drei Jahren trotz Milliardengewinns Arbeitsplätze abbauten. (Schon vergessen? Wir nicht.) Dass Sie sich sehr für sozial Benachteiligte einsetzen, wissen wir, seit Sie vor zwei Jahren 1,3 Millionen Euro locker gemacht haben. Über 363 gemeinnützigen Organisationen, von der Aidshilfe, über Vereine für Schiffbrüchige, Obdachlose und Terroropfer kam von dem Geld zu Gute.

Von Richtern und Werten

Natürlich haben Sie sich geärgert, dass dieses Geld nicht als Spende steuerlich geltend gemacht werden konnte. Unvergessen Ihr Wutausbruch: "Deutschland ist das einzige Land, wo diejenigen, die erfolgreich sind, und Werte schaffen, deswegen vor Gericht stehen." (Na ja, mit dem Werteschaffen war's jetzt nichts. Ich sage nur: Börsen-Crash).

Auf Ihre prophetische Gabe komme ich später noch mal zurück. Aber was will man gegen solche uneinsichtigen Richter machen, wie die der Wirtschaftsstrafkammer des Düsseldorfer Landgerichts? Die waren einfach der Meinung, dass Sie für Ihre Großzügigkeit als Mannesmann-Aufsichtsrat, der Ex-Mannesmann-Vorstände zweistellige Millionen-Prämien verdanken, einfach zu spendabel gewesen seien. Gewiss, es war nicht Ihr Geld. Das lag in der Firmenkasse von Mannesmann noch rum.

Großes Herz und große Gesten

Dass Sie ein noch viel größeres Herz für ganz Deutschland haben, wissen wir seit gestern. Echt generös, dass Sie auf die Staatsmilliarden verzichten wollen, die die Bundesregierung jetzt bereit stellt. Denn Ihr Verzicht kommt damit anderen Banken zu Gute, denen es sehr viel dreckiger geht, als Ihrem Haus.

Und dann Ihre mäzenatenhafte Geste gegenüber Ihrer Sitz-Stadt Frankfurt. Dass das Frankfurter Städel kürzlich einen überaus wertvollen Teil aus der Kunstsammlung der Deutschen Bank bekam, Sie haben keinen Hehl daraus gemacht, das haben wir Ihnen zu verdanken. Gewiss nicht Ihre persönliche Kunstsammlung. Dank des Verzichts der Aktionäre auf einen Teil der Gewinne, konnte die Sammlung aufgebaut werden. Aber, wer, wenn nicht Sie, hätten die Kunst-Spende veranlassen können.

Volksbank statt Lehman

Aber diesmal wollen Sie ja wirklich freiwillig eigenes Geld geben. Um wie viel Geld handelt es sich denn eigentlich, auf das Sie verzichten wollen? Ach so, nicht die 12 Millionen Euro, die Sie im letzten Jahr als Bonus bekamen. Weil die schon angelegt seien. Auf einem Festgeld-Konto der Volksbank Frankfurt - wegen der Einlagengarantie. Oder ist das nur ein böses Gerücht? Wenn nicht: Schlau, schlau. Hätte mich auch gewundert, wenn Sie es in Zertifikate der Lehman-Brothers gesteckt hätten. Sie verstehen eben was vom Geld. Ja, und das Festgehalt, die 1,2 Millionen Euro im Jahr? Stimmt, von irgendwas muss man schließlich leben.

Und, richtig, wer weiß, wie das Jahr 2008 noch läuft. Grämen Sie sich nicht zu sehr. Jeder Mensch kann irren. Jetzt haben wir diese blöde Finanzkrise. Ärgerlich ist das natürlich für einen so hochbezahlten und erfahrenen Banker, keine Frage. Und was haben Sie nicht alles versucht, diese Krise mit der Macht Ihrer Worte aus der Welt zu schaffen. Nicht mal mit Hilfe der Bild-Zeitung, und die hat ja nun wirklich das Meinungs-Monopol. Auch mit ganzem körperlichem Einsatz, mit dem Sie im Fernsehen mit schweizerischen Charme die Krise einfach fortlächeln wollten. "Wir sind am Anfang vom Ende der Krise." Wir alle, die Politiker, die Wirtschafts-Experten, die Banking-Community, die Börsen, die Medien, hingen wir an Ihren Lippen. Aber vielleicht war es auch ein Versprecher, und Sie hatten sagen wollen: Wir sind am Anfang vom Ende.

Eine Bank wie ein Fels

Diese blöde Finanzkrise hält sich aber auch an keine noch so gut gemeinte Empfehlung zu verschwinden. Sie kam. Sie ist da. Und sie ist so gewaltig, dass es viele Ihrer Freunde in den Chef-Etagen großer Investmentbanken in den USA, in Europa, in Asien aus ihren finanziell gut gepolsterten Sesseln schleuderte. Bisschen einsam inzwischen, da oben, in der 34. Etage, gell.

Nein, um die Deutsche Bank und um Sie machen wir uns momentan keine Sorgen. Eine Bank wie ein Fels. Gut, im Moment sehen wir nur noch den Fels in tosender Brandung, Sie haben sich vorsichtshalber zurückgezogen, man könnte ja nass werden, man könnte ja fortgespült werden, von diesem Tsunami der Finanzwelt.

Verzicht auf nicht Vorhandenes

Lieber Herr Ackermann, ich bin jetzt ein wenig abgeschweift vom Thema. Ging ja um Ihre herzerweichende Geste mit dem Boni-Verzicht. Ich meine, die Finanzkrise hat ja auch ganz schön in die Deutsche Bank reingehauen. Von den Milliarden-Abschreibungen will ich gar nicht reden. Aber vom Aktienkurs! Der ist ja in diesem Jahr so was von runtergerauscht. Im Wert gedrittelt, stimmt's. Ja, verstehe, das ist das Problem mit Ihrem Verzicht. Ihre Boni hängen ja hauptsächlich vom Kurs und vom Gewinn ab. Beide im Keller, Boni im Keller. Das heißt doch, Sie und Ihre Kollegen verzichten auf etwas, das Sie sowieso nicht bekommen. Und das verteilen Sie an die Mitarbeiter. Klasse Idee! Ihre PR-Leute sind wirklich Ihr Geld wert und steuerlich absetzbar.

Sie wollen trotzdem was Gutes tun? Sehr gut, wirklich sehr gut. Mein Vorschlag: Nehmen Sie doch einfach die Gehälter und Boni aus den fetten Jahren der Deutschen Bank. Sollen dreistellige Millionen-Beträge sein, davon die Hälfte. Das wäre gut, grad für die Mitarbeiter. Denn von denen könnte es einigen demnächst wirklich dreckig gehen, weil sie ihren Job verlieren. Investment-Banker, habe ich gelesen, werden heutzutage nicht mehr gebraucht.

Mit freundlichen Grüßen Ihr Franz Zink

Kommentar von Cae1d154b68eed7423bd12b8382556b4smallRentenfrau am 19. Oktober 2008 00:41

Also Hoss, ich weiß nicht, ob das hier das richtige Forum für den offenen Brief an Herrn Ackermann ist??

Kommentar von 1928372d696aac89e5ef95eea076f957smallwfwbinder am 19. Oktober 2008 07:50

Liebe Rentenfrau, da hier, im Gegensatz zu dem anderen GF Forum keine unsinnigen, oder Scherzfragen gestellt werden, sllten wir hier uahc etwas mehr Freiheit bei diesen Themen zulassen.

Ausserdem fehtl hier leider in kleines Forum wo man manche Dinge diskutieren könnte.

Kommentar von 1hoss43 am 19. Oktober 2008 08:31

Eigentlich finde ich nicht, daß dieser Brief in diesem Thread das Thema verfehlt, bezieht er sich doch exakt auf die Fragestellung!

Ausserdem handelt es sich dabei um einen "offenen" Brief, dessen Zweck es ja ist, von möglichst vielen Personen gelesen zu werden!


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