Frage von delila,

Jetzt aussteigen?

Momentan ziehen die Boersenkurse ja global an, entsprechend gibt es natuerlich Warnungen uebertriebener Euphorie. Gibt es spezielle Segemente bei denen es Zeit ist auszusteigen bzw. Aktien zu halten?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Privatier59,

Ist immer die Frage des Zeithorizonts, der Gesamtvermögenslage und des Anlagemediums. Wer direkt in Aktien voll investiert ist und sein Geld in absehbarer Zeit braucht, dem würde ich schon raten, an den Ausstieg zu denken. Wer aber Aktienfonds hält und diese für die langfristige Vermögenslage/Alterssicherung reserviert hat, der kann durchaus drinbleiben.

Kommentar von GAFIB ,

DH - insbesondere für den 1. Satz und den weiteren Hinweis auf absehbare Liquiditätsbedürfnisse. Ansonsten sehe ich keinen generellen Unterschied zwischen Aktien und Aktienfonds: Wenn Aktien zu teuer sind, sind es Aktienfonds ebenso.

Meine Einschätzung: Die meisten Aktienmärkte sind immer noch fair bewertet, bei einer globalen Streuung sollte der Aufwärtstrend noch einige Zeit lang anhalten - dies ist auch dem Anlagenotstand im Geld-/Rentenbereich geschuldet.

Antwort
von gandalf94305,

Einsteigen kann man immer. Aussteigen sollte man sorgfältig überlegen. Vielleicht sind Kursrückgänge ja keine Verkaufs-, sondern eine Nachkaufgelegenheit.

Hat man also in seiner Anlagestrategie einen Anteil von 2% für Emerging Europe festgelegt und geben die Kurse hier nach, so müsste man sich zunächst überlegen, ob die Allokation von 2% für Emerging Europe noch sinnvoll ist, und im zweiten Schritt bei nachgebenden Kursen ggf. geeignet aufzustocken, um die 2% wieder zu approximieren.

Das Problem mit Leuten, die einfach total verkaufen, wenn Kurse nachgeben, ist, daß sie dann auch wieder bei steigenden Kursen nicht investiert sind. Aus diesem Grund ist es sinnvoller, mit einer Zielallokation zu spielen und aufzustocken.

Verkaufen sollte man konsequenterweise nur dann, wenn ein deutlicher Rückgang droht (z.B. per Stop Loss oder Trailing Stop Loss) bzw. ein Anlagesegment von Dir heruntergewichtet wird (und damit Überschüsse verkauft werden müssen) bzw. ein Instrument, das man in einem Anlagesegment einsetzt, nicht mehr adäquat performt (dann müsste man es austauschen oder verkaufen und anderweitig rebalancieren).

Der zweite Punkt - nämlich die Gewichtung eines Anlagesegments - ändert sich insbesondere bei zyklischen oder saisonalen Werten. Mining-Aktien sind immer noch recht günstig zu haben und auch Industrials haben noch Potential. Telco und Health Care/Biotech sind tendenziell teuer. Da jedoch auch solche Werte Erträge abwerfen, sollten solide Aktien/Fonds langfristig sinnvoll sein zu halten, auch wenn der Kurs etwas schwankt. Bei Rentenfonds wäre ich jetzt etwas vorsichtig, da am langen Ende ja schon wieder mit Zinserhöhungen gerechnet wird.

Abgesehen davon jedoch: von Gewinnmitnahmen ist noch keiner arm geworden. Es geht nicht darum, was man haben könnte, sondern darum, was man hat :-)

Antwort
von Klauxs,

Meistens im Frühjahr sollte man den Markt recht genau beobachten. Denn dann fallen oft die Kurse.

Antwort
von LittleArrow,

Ja, ich habe ein spezielles Segement, bei dem ich den Ausstieg und Wiedereinstieg quasi gleichzeitig prüfe: Aktiengewinne mitnehmen, um meinen bestehenden Verlustvortrag aus Aktiengeschäften vor 2009 (also vor der Einführung der Abgeltungsteuer bzw. des ermäßigten Einkommensteuersatzes auf Kapitaleinkünfte) noch rechtzeitig bis Ende 2013 zu nutzen.

Antwort
von Karin21,

Ich wuerd das erstmal ein bischen beobachten. Ich denke auch wenn das naechste Quartal nich so gut ausfaellt, wird der Herbst wieder Gewinne bringen.

Antwort
von Rat2010,

Ich habe derzeit keinerlei Probleme, wenn Kunden einsteigen wollen. Für Anleger leben wir in der besten aller Welten.

Aussteigen??? Kommt auch vor, ist aber wesentlich schwieriger und passiert bei mir vor allem bei Renten, Immobilien und defensiven Anlagen. Defensive Werte, Konsumwerte so Richtung Beiersdorf könnten mal wieder eine Konsolidierung vertragen aber ich bin nicht gut in Einzelwerten!

Ich habe das Problem, dass scheinbar schon viele wacklige Hände aus dem Markt geschüttelt wurden. Die Märkte sind für mich und offensichtlich auch die Fondsmanager sehr rational. Was fehlt ist ein höheres Kursniveau aber der Anfang ist gemacht. Es sieht für mich bei Aktien so aus, als könnte es noch Jahre so weiterlaufen. Oder es passiert ein Knall (nach oben). Ob so oder so weiss man hinterher.

Expertenantwort
von freelance, Community-Experte für Aktien,

Segmente? Auf Segmentbasis eine Einschätzung abzugeben, halte ich für sehr schwer.

Man kann von Euphorie sprechen, aber es gibt auch Erklärungen für den Anstieg, die die Kurse gerne weiterlaufen lassen könnten: Liquidität, niedrige Leitzinsen, Erholung der US-Konjunktur.

Im Moment sieht es (für mich) nach einer weiteren Erholung der Weltwirtschaft aus. Das kann die Kurse weiter stützen.

Was ich als negativen Aspekt sehe: ab Mai kommen die schwächeren Monate, in denen die Börse gerne mal einen Rücksetzer hat. Und im April beginnen die Quartalszahlen, wo sicherlich viele Werte gut oder schlecht reagieren werden.

Wäre ich ein kurzfristig orientierter Anleger, würde ich mir Ausstiegsmarken setzen und dann auch ohne Überlegen verkaufen. Steigt der Markt weiter, tut das auch nicht weh.

Antwort
von althaus,

Mit dem Timing hatte ich schon öfters Pech. Derzeit bin ich fast voll investiert. Das Timing zum aussteigen ist also gut, wenn meine Pechsträhne so weitergeht. Bislang hat es sich gelohnt genau das Gegenteil von mir zu machen. Also verkaufe oder kaufe ein paar Puts.

Kommentar von freelance ,

:)

Insofern bitte regelmässig mitteilen, wie du investiert bist, damit wir komplementär agieren können :)

Antwort
von NasiGoreng,

Ja, die gibt es. Nur weiß keiner welche.

Zudem führt der Verkauf von bisher gut gestiegenen Aktien dazu, dass das Depot schließlich eine negative Auslese darstellt und die breite Risikostreuung aufgehoben ist.

Vor allem solltest Du Dir aber vor einem Verkauf von Aktien überlegen, ob Du eine bessere Anlage kennst. Ich kenne keine.

Am besten macht man garnichts und akzeptiert, dass die Aktienkurse schwanken.

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