Frage von Niklaus, 188

Ist Stiftung Warentest noch finanziell unabhängig.

Mir stellt sich die Frage in wie weit Stiftung Warentest noch unabhängig ist. Immerhin vermarktet Sie ihr Gütesiegel für bis zu 25.000 €. Mit den Siegel wird sehr viel Geld verdient.
Könnte dieses viele Geld, das von der Industrie kommt, die Unabhängigkeit beeinflussen. Denn ohne gute Noten wären die Siegel ein Ladenhüter. Hier nachzulesen.

http://www.ral-logolizenz.com/

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Awando, 167

Seit dem 1.7.2013 hat die Stiftung Warentest für die eigenen Marken - Test, Finanztest, Warentest.de - das Lizenzsystem geändert. In der Vergangenheit durften Firmen das Logo gegen eine Gebühr von 500 Euro nutzen.

Mit der neuen Regelung kostet die Lizenz zwischen 7000 und 25.000 Euro. Die Kosten sind u.a. davon abhängig, ob das Logo auch für die TV und Kinowerbung verwendet wird.

In den vergangenen Jahren finanzierte sich die Warentest Gruppe zu ca. 90% aus den Einnahmen der Vermarktung von eigenen Produkten, Logos und der Magazine Test, Finanztest usw. .

Die verbliebenen 10% (ca. 3,8 Millionen Euro) sind Steuergelder.

In 2012 verbuchte Warentest erstmalig einen Verlust in Höhe von 1 Millionen Euro. Dies dürfte durch die erhöhte Lizenz sicher schnell aufgefangen werden.

KRITIK: 90% des Umsatz von 38 Millionen Euro werden durch den Verkauf generiert. Dadurch ist man finanziell abhängig von einem erfolgreichen Produktverkauf.

In der Vergangenheit wurde mehrfach die Intransparenz der durchgeführten Tests, wurden mehrfach die Testkriterien kritisiert. Diese Kritik zieht sich durch alle Sparten.

Mit den 10% staatlichem Zuschuss aus Steuergeldern, kann keine Unabhängigkeit gewährleistet werden. Der Zuschuss verliert damit sein Ziel und ist zu ändern.

Das neue Lizenzsystem verschärft diese Diskrepanz !

Warentest gehört reformiert, muss transparent werden, die Kriterien müssen offen kommuniziert und für jeden Verbraucher ersichtlich und verständlich sein.

Die Regierung muss die Zahlung von Steuergeldern unmittelbar stoppen, so lange die genannten Punkte nicht erfüllt sind.

ENTWICKLUNG: In der Ausgabe 07.13 (neue Lizenzgebühren relevant) veröffentlichte Finanztest einen branchenweit beispiellos kritisierten Test von Berufsunfähgikeitsversicherungen. Kritisiert wurde die Reduzierung der Testkriterien auf ein fragwürdiges Minimum, die Intransparenz bzgl. der Auswahl der Kriterien, der Testkriterien selbst.

Eine eigens gegründete Facebook Gruppe, in der auch der Chefredakteur (Herr Tenhagen) von Finanztest anwesend war, versuchte Herrn Tenhagen mit den Kritiken zu konfrontieren und bot hier sogar einen runden Tisch an.

Leider ohne jeglichen Ansatz von Erfolg. Nicht auf einem der genannten Kritikpunkte wurde reagiert, noch wurde nur ein einziger Kritikpunkt überhaupt aufgegriffen.

So sollte man keine weiteren Steuergelder mehr verschwenden ! Jeder Bürger hat ein Recht auf Transparenz und versprochene Unabhängigkeit.

Jeder Volksvertreter müsste nach so einer Aktion zurücktreten.

HINTERGRUND: 75% der getesteten Berufsunfähigkeitsversicherungen bekamen in der Ausgabe 07/2013 ein "sehr gut"

Kommentar von LittleArrow ,

Nun, ich habe schon lange gewartet, bis endlich eine "hilfreichste Antwort" gefunden wurde. Endlich haben wir sie und "Glückwunsch für Dich!"

Diesen folgenden Teil Deiner recht verallmeinernden Antwort kann ich nachvollziehen, aber nur insoweit er hier von mir - bewußt auszugsweise - zitiert wird:

In der Vergangenheit wurde mehrfach die Intransparenz der durchgeführten Tests, wurden mehrfach die Testkriterien kritisiert. Diese Kritik zieht sich durch alle(?) Sparten. ...

Warentest ...muss transparent(er) werden, die Kriterien müssen offen kommuniziert und für ... Verbraucher ersichtlich und verständlich sein.

Man wird nie jeden Verbraucher erreichen und Verallgemeinerungen bzw. Übertreibungen unterstützen nicht eine berechtigte Kritik. Du willst bestimmt nicht, dass jeder Verbraucher erreicht wird, denn dann bräuchte es keine V-Makler mehr (für diese volksnahen Produkte), weil Stiftung Warentest diesen V-Maklern die Butter vom Brot genommen hat. Das ist halt die Kehrseite von dem, was Du forderst.

Hier finde ich einen weiteren kommentierungswürdigen Teil in Deiner Antwort:

KRITIK: 90% des Umsatz von 38 Millionen Euro werden durch den Verkauf generiert. Dadurch ist man finanziell abhängig von einem erfolgreichen Produktverkauf.

Offenbar wäre es für Dich befriedigender, wenn der Produktverkauf nicht erfolgreich und daher der Subventionsanteil höher wäre. Als Steuerzahler sehe ich das anders: mir ist ein erfolgreiches Produkt lieber.

Und wenn die Leser der Produkte der Stiftung Warentest unzufrieden wären, dann würden sie sich doch diese nicht kaufen oder?

Nur als PS zum HINTERGRUND (BU-Test):

Wieviele der mit SEHR GUT beurteilten BU-Versicherer (das waren doch 50?) werben jetzt schon mit dem neuen Test-Siegel für ihre tolle Bewertung? Kennst Du schon die Antwort? Ich würde danach mal gerne eine Hochrechnung machen.

Antwort
von LittleArrow, 94

Mit den Siegel(n) wird sehr viel Geld verdient.

Das ist eine unbewiesen Behauptung, da es allenfalls der Wunsch des Lizenzgebers ist, damit Geld zu verdienen. Aber was ist dabei schon "sehr viel"? Dem Link von Primus entnehme ich einen erwarteten Betrag von bis zu € 2 Mio., was eine vernachlässigbare Größe im jährlichen Stiftungsbudget ist.

Davon abgesehen können die Produktanbieter, hierzu zählt nicht nur die "Industrie", auch ganz auf eine Logonutzung verzichten, denn sie bräuchten ja im Anzeigentext nur auf den jeweiligen Test und das Testurteil zu verweisen. Sie können also z. B. lizenzfrei in der Warenbeschreibung schreiben

Stiftung Warentest: sehr gut (1,4) im Heft 8/2013 von insg. 5 sehr guten und 20 guten Angeboten

Nur, wer das bekannte plakative Test-Logo t nutzen will, soll zahlen.

Ich sehe die Unabhängigkeit durch das Logo-Lizenzverfahren nicht gefährdet.

Unabhängigkeit sollte man auch nicht gleichsetzen mit Unfehlbarkeit, so wie dies von Dir gerne suggeriert bzw. propagiert wird und von Dir im Umkehrschluss aus "Nicht-Unfehlbarkeit (bei einem einzelnen Test)" daraus "Untauglichkeit (für alle Tests)" gemacht wird. Als Beispiel hierfür findet sich hier in der Antwort von Privatier59 und billy Deine wohl eher rhetorische Frage zum BU-Test.

Das ist doch viel zu vordergründig, denn viele Deiner Antworten überbetonen leider ein Dir verfügbares Universum von Produkten, Deine persönliche Unabhängigkeit, Unfehlbarkeit und die im Notfall einspringende, aber ungenannte Berufshaftpflichtversicherung. Leider alles ohne t;-) Man könnte übrigens auch anders und besser Werbung für sein Schaffen manchen.

Kommentar von GAFIB ,

DH - hätte ich besser nicht formulieren können. Ich bin auch absolut dagegen, die wenigen unabhängigen Publikationen schlechtzureden.

Einer der m. E. besten und rational denkenden Finanz-Autoren (Gerd Kommer) sagt immer so schön:

"99% aller Finanz-Publikationen sind Investment-Pornografie" - auf gut deutsch: Alles gekauft und reine Mode-Artikel.

Kommentar von Awando ,

Warentest ist nicht abhängig ! Daher werde ich in Kürze eine Petition ins Leben rufen, die bewirken soll, dass Warentest als unabhängige Institution installiert wird.

Wer glaubt, dass hier Unabhängigkeit herrscht, der ist naiv oder weltfremd.

Meine erste Erfahrung geht über 20 Jahre zurück. Damals stellte in einem Autoradiotest Warentest die Kriterien vor und Blaupunkt bestimmte die Wertungen.

Seitdem verfolge ich das kontinuierlich. WISO hatte das Thema aufgegriffen und fand kein Labor, welches bereit war für WISO zu testen. O-TON: "Wir bekommen über 90% der Einnahmen von der Wirtschaft, nicht von Warentest. Wir sind doch nicht bescheuert und vergraulen unsere Kunden." ZITAT ende.

Weitere Ausführungen weiter unten.

Also unabhängige Institution: Sehr gerne ! Warentest: Nein, auf keinen Fall, nicht mal im Ansatz.

Kommentar von Candlejack ,

Warentest ist nicht abhängig !

???

Kommentar von Awando ,

Meinte natürlich unabhängig :-))

Kommentar von LittleArrow ,

Nein, auf keinen Fall, nicht mal im Ansatz.

Wann ist eine Institution unabhängig? Ein ungeklärter Begriff.

Vielleicht sind unser Gerichtssystem (und Staatssystem etc.) und Porsche auch nicht unabhängig, nur weil sie von Steuerzahlungen oder Autokäufern abhängig sind?

Nein, alle sind nach Deine Denke nicht unabhängig, denn es gibt hier schon im Ansatz eine Abhängigkeit. Vielleicht stellst Du mal klar, was und wobei für Dich eine unabhängige Testorganisation ausmachen würde und wer sie bezahlt, ohne dass sie vom Zahler in Abhängigkeit gerät.

Kommentar von Awando ,

Meine Forderungen bei der Verwendung von Steuergeldern sind ganz einfach:

  1. Wie setzt sich das Fachgremium zusammen ?
  2. Fachgremien müssen regelmäßig durchgewechselt werden, um Unabhängigkeit zu Gewährleisten.
  3. Kriterien müssen offen gelegt werden, nachvollziehbar sein. Eine Art Rechenschaft muss immer gegeben sein.
  4. Kriterien die es nicht in die Bewertung geschafft haben müssen genannt werden.
  5. Gemäß der Rechtssprechung der ich in der Beratung unterliege, müssen nicht nur Leistungen benannt werden, sondern Konsequenzen benannt werden.
  6. Es müssen die Grundlagen der Bewertung genannt werden (z.B. Bedingung Nr. sounso und auch Laborergebnisse usw.
  7. Kunden schauen nur nach Testergebnissen und differenzieren nicht nach individuellen Gesichtspunkten. Die Benotung gehört abgeschafft und durch eine Empfehlung für oder gegen ersetzt. Ein BU Testergebnis "sehr gut" wäre z.B: in den meisten Fällen für 1,7 Millionen Beamte ungenügend !
  8. Es ist heute als Makler "grob fahrlässig" Unternehmenskennzahlen nicht zu berücksichtigen. Eine Anwaltskanzlei hat hier mit den 3 zuständigen Münchener Richtern die Kriterien erarbeitet, auf die die Richter Wert legen. Diese gehören immer (!) zu jeder Beratung. Finanztest verzichtet hier. Im Ergebnis blieben damit viele Kunden der z.B: INEAS KFZ Vers. mit Testurteil "sehr gut" auf ihrem Schaden sitzen. Es kam nicht einmal eine Entschuldigung (wie seit 03.97 dokumentiert noch nie !). Die bevorstehende Pleite war deutlich vorauszusehen. Genau so wie die von 2 weiteren Testsiegern.
  9. Eine Vorbesprechung wie die, dass Warentest die Kriterien nennt und eine (!) Firma dann bestimmt, was wie gewertet wird, ,darf nicht geschehen. Diese Besprechungen müssen transparent sein. In München kann man sogar dem Stadtrat beim Tagen per Livestream zuschauen. Das ist ja nicht notwendig, aber ein Protokoll wäre super. (zum genannten Fall steht ein Zeuge bereit).
  10. Auch Angaben zur Leistungsregulierung sind wichtig. Wenn eine VHV z.B. mit ganzen 7 (!) Leistungsfällen überhaupt ein "sehr gut" bekommt, dann haben diese sicher nicht so viel Erfahrung. Wie schnell wird reguliert ? Welche Erfahrungswerte hat man ? Wie viele BU Anträge werden angenommen ? Wie sieht die Regulierung in der Nachprüfung aus ?

Übrigens: Mit Punkt 9 habe ich persönliche Mitarbeiter von Warentest konfrontiert. Man wich aus und hat nicht (!) geantwortet. Also definitiv nicht widersprochen !

Dies alles sind keine Forderungen, die hier Kosten in die Höhe treiben, welche nicht umzusetzen sind. Der g-BA in der Sozialversicherung ist ein positives Beispiel. Ökotest veröffentlicht z.B. Ross und Reiter und Laborergebnisse (Zitat auf Leserbriefantwort: "Im Gegensatz zu Warentest, veröffentlichen wir z.B. Laborergebnisse")

:::

So viel zu Grundlegendem.

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Einige Leistungspunkte habe ich bereits genannt. Selbst zu den Musterkunden fehlen weitere. Im letzten Jahr z.B. geisterte ein Fall durch die Medien. Ein Kunde bekam von der Nürnberger keine Leistungen, obwohl der Staat bereits Erwerbsminderung anerkannte. Einige Tarife leisten aber autom. wenn Erwerbsminderung anerkannt wurde.

Die Liste ist unendlich fortzusetzen.

=====

Komplett außen vor waren z.B. die 1,7 Millionen Beamte. Deren besondere Kriterien wurden nicht berücksichtigt. Außen vor auch alle Mitarbeiter im medizinischen Dienst (Stichwort Infektionsklausel) Außen vor auch alle Mitarbeiter im sozialen Dienst der Kinderkrippen und Kindergärten (ebenfalls Infektionsklausel). Nicht geeignet war der Test auch für alle Selbstständigen. ....

Insgesamt war der Test also nicht im Ansatz geeignet für ca. 50% aller arbeitenden Menschen.

Statt einem "sehr gut" hätte eine "Empfohlen für kauf. Angestellte" z.B. den Test in einem besseren Licht stehen lassen.

Keiner glaubt doch, dass jemand hier so differenziert beobachtet. Die Leute sehen das Testsiegel, die Versicherer werben damit und die Vertreter sagen: Schau unser Produkt ist toll. Der Gea...te ist der Kunde wenn etwas passiert.

===

Übrigens: Herr Tenhagen und andere wurden mit diesen Punkten und anderen konfrontiert. Hier die Antworten:

"Wir hinterfragen unsere Testkriterien immer" "Unser Fachgremium setzt sich aus Personen von Versicherern, Maklern, Beratern .... zusammen." "Wir sind stetig daran interessiert und weiter zu entwickeln".

Also alles leere Phrasen ! NIcht ein Punkt wurde aufgegriffen. Nicht einmal wurde Transparenz gezeigt, überhaupt gesagt, dass Transparenz gewollt wird usw. .

So geht das nun seit 16 Jahren und ich kann nur über die Naivität vieler Menschen staunen, die bei Warentest irgendwo einen Ansatz von Neutralität sehen.

Diese würde ich mir wünschen !!!!

Kommentar von LittleArrow ,

Danke für Deine interessanten und umfangreichen Erläuterungen mit vielen anschaulichen Details. Sie beziehen sich i.w. auf den oft kritisierten BUV-Test. Einige Kritikpunkte lassen sich sicherlich auch auf andere Versicherungs-Tests übertragen. Ich schließe daraus, dass personenbezogene Versicherungstests - auch je Individualgegebenheiten und -bedarf - nach mit Vorsicht zu genießen sind. Weniger Widersprüchlichkeiten gibt es vermutlich bei Kfz-Versicherungen.

In vielen anderen Testrubriken sind diese Mängel wohl überwiegend nicht festzustellen. Vielleicht auch, weil diese Produkte weniger komplexe Bedingungen und Zusammenhänge haben, z. B. Haarfön, Wandfarbe, Bohrmaschinen, TV und Photoprodukte.

Grundlegende Zweifel an der Unabhängigkeit - es ging um das Thema der Logo-Lizenzen - bei anderen Tests lassen sich aus Deinem Kommentar nicht erkennen.

Es gibt gibt bzw. gab ja bei den verschiedenen Testrubriken das Problem, ob die getesteten Produkte (im weitesten Sinne) im Vorfeld von Testplanungen/-ankündigungen "angepaßt" oder "manipuliert" werden können oder dagegen weniger anfällig sind.

Tests im Finanzbereich lassen sich m.E. eher im Vorhinein ankündigen, planen und mit den beteiligten Parteien vorbesprechen. Deine Anregungen sollten auch für die Stiftung Warentest ermutigend sein.

Kommentar von Awando ,

Das mit der BU war ein Bsp., da es mich hier ja besonders "trifft".

Die genannten Änderungen sollen sich auf Warentest insgesamt beziehen.

Bsp: Betriebsleiter einer Fa. kommt zu Vorbesprechung zum Autoradiotest. Warentest stellt die Kriterien vor. Blaupunkt bestimmt die Wertung (Zeuge belegt, vorhanden)

Bsp.: Verstärkertest. Ein in allen Punkten "sehr gutes" Gerät (Onkyo) bekommt ein Mangelhaft, da es nicht perfekt entstört ist. Ansonsten wäre es Testsieger. Die Geräte bewegen sich in der 500 Euro Klasse. Der Entstörkondensator wäre für ca. 2 Euro zu bekommen. Dann gibt es kein Problem. Darauf wird nicht hingewiesen, auf Hinweis nicht reagiert.

Bsp.: Redaktion WISO veröffentlichte Dokumente und Tonberichte, dass es kein Labor gibt, welches objektiv testen würde. Nicht in Deutschland. "O-TON: Über 90% des Umsatzes kommen aus der Industrie. Also von den Firmen, die getestet werden. Wir wären ja bescheuert, wenn wir uns unser Geschäft versauen würden." Warentest testet nur in Deutschland. Andere gehen z.B. in die Schweiz. Hier kam WISO übrigens zu ganz anderen Laborergebnissen !

Bsp.: FOCUS kritisierte bereits 2000, dass eine Unabhängigkeit nicht gegeben ist. Nach Recherche, vorliegenden Dokumenten usw.

Bsp: Ein PKV Test führte bereits 1997 zu massiver Kritik. Ein Gericht entschied, nach eigens gebildetem Fachausschuss, dass der Test für einen Vergleich nicht geeignet ist.

Bsp.: 2012. Mit mir zusammenarbeitende Fachanwaltskanzlei meinte zu Finanztest in Bezug auf derzeitige Rechtssprechung in München: "Wenn Sie sich als Makler auf Finanztest berufen, dann stehen Sie - überspitzt gesagt - mit einem Bein im Knast

Bsp.: Im Bundestag wird Finanztest wenig wahrgenommen. Das hat seine Ursachen. Gelesen werden die Ausführungen von Dr. Marc Surminski. Mit durchaus politischem Einfluss.

usw. usw. usw. .

Ich habe jetzt bewusst ein paar verschiedene Beispiele aufgeriffen.

Seit 16 Jahren wurde durch mich, wurden durch Anwälte, Firmen usw., incl. Belege, auf die genannten Punkte hingewiesen. Es gab nicht eine (!) nachweisbare Reaktion, nicht ein Infragestellen eines Tests. Selbst zu dem hier zitierten von 1997.

Bzgl. der KFZ Versicherung habe ich geschrieben, dass selbst dieser nicht geeignet ist. Denn die Pleite von INEAS war sowas von vorauszusehen. Es hätte mind. eines Vermerks bedurft, eines HInweises.

Und was soll ich damit anfangen ?

Die gleichen Produkte (z.B. Apfelschorlen) kommen im Teilbereich "Inhaltsstoffe" bei Ökotest und Warentest zu unterschiedlichen Ergebnissen. Eine Anfrage an Ökotest wurde beantwortet. Laborergebnisse wurden veröffentlicht. Warentest erläuterte nicht, was man wie wertete, sondern berief sich nur auf korrekte Ergebnisse der Laboruntersuchung (Wessen Labor ? Welche Ergebnisse ? Welche Kriterien ? ) Geheimnis.

Übrigens, damit kein falscher Eindruck entsteht. Ich bin CSU Mitglied und die Ökotest gehört zu 100% der Deutschen Verlagsgruppe und die zu 100% der SPD ;-)

Aber Testsiegel sind toll: 08/2012 Ökostest: Adelholzener Wasser "mangelhaft". Begründung: 2 Schadstoffwerte waren erhöht. Im gesetzlichen Rahmen, aber nach deren Kriterien erhöht. Bei einem erhöhten Wert gibt es "befriedigend", bei 2 "mangelhaft". Kurz darauf: Selbe Quelle, selbes Wasser: "sehr gut". Warum ? Nun. Adelholzener strich die Aufschrift "für Babynahrung geeignet". Und nun galten andere Kriterien, also bei Ökotest. Es gab daher dann ein "sehr gut".

Frage: Hättest du das Wasser mit einem Mangelhaft gekauft, wenn du den Test gelesen hättest ? Auf dem Siegel steht nur "mangelhaft" oder "sehr gut". Das Wasser ist völlig unverändert.

Unser Vertrauen in solche Dinge ist viel zu hoch. Und das Vertrauen in meine Branche ist ganz, ganz gering.

Und daran müssen wir arbeiten. Der erste Schritt ist Transparenz, dann Installation von Beratungsqualität usw. .

Kommentar von LittleArrow ,

Und das Vertrauen in meine Branche ist ganz, ganz gering.

Gut, wenn Du daran vertrauensbildend arbeitest.

Man sieht also, wie vielschichtig dieses Thema ist. Kriterien werden geändert oder verschärft, Personen wechseln und Labors bleiben in der Anonymität. Letzteres hat für die Labore sicherlich auch eine nachvollziehbare, bedeutende Schutzfunktion. Das Thema kann lange weitergeführt werden.

Nur zur Erinnerung: Es gab früher mal die kommerzielle Testzeitschrift DM, auch weg vom Kiosk.

Antwort
von spiridon, 72

Dass sich die Makler hier ueber den (zugegebenermassen nicht besonders gelungenen) BU-Test von Finanztest ueberall auslassen liegt wohl eher daran, dass sie sich von Finanztest angegriffen fuehlen.

Warum? Leuten die ein paar Hefte gelesen haben lassen sich eben die richtig schlechten Produkte nicht mehr andrehen.

Kommentar von Niklaus ,

Warum sollten sich Makler durch diesen Test angegriffen fühlen???

Kommentar von fragfreundXXL ,

dass sie sich von Finanztest angegriffen fuehlen.

stimmt, enttarnt fühlen würde es noch treffender ausdrücken.

Denn es wird dann so getan, als ob nur die Produkte schlecht wären. Dass der Makler/Vertreter diese schlechten Produkte empfohlen und schön geredet hat, wird tunlichst überlesen. Hinter den meisten Gesellschaften stehen entsprechende Makler/Vertreter.

Aber wen wunderts bei solchen Praktiken:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/nachrichten/vertreter...

Kommentar von Awando ,

Die kritisierten Punkte sinkt objektiv nachvollziehbar, für jeden einsehbar usw. . Die Antworten von Finanztest sind nicht vorhanden.

Kein Makler steht hinter irgend einer Gesellschaft. Wenn er so arbeitet gehört er beseitigt (wie im genannten Bsp.) und es gehören endlich Rahmenbedingungen installiert, die Transparenz und Qualität fördern.

Diese Punkte werden aber derzeit von keiner (!) Partei ernsthaft verfolgt.

Anhand des Kommentars von fragfreundXXL sieht man, wie grottenschlecht die Bürger informiert sind, wie leicht sie zu manipulieren sind und das ihnen komplett die Mittel fehlen, selber objektiv vergleichen zu können.

Das muss sich ändern.

Denn es gibt gute und sehr gute Vermittler, neben den schlechten Vermittlern. Genau so, wie es gute Werkstätten, gute Handwerksbetriebe, gute Ärzte gibt. Und ebend auch Schlechte.

Kommentar von Candlejack ,

@spiridon: den Kommentar hast Du bei einer Antwort von mir vor wenigen Tagen auch schon einmal gemacht. Also kopiere ich meine Antwort genauso rein.

Wieso sollten sich die Makler angegriffen fühlen ? Finanztest bewertet die Produkte, nicht die Makler und hat auch nichts negatives über Makler geschrieben. ICH bin kein Makler und ich kritisiere den BU-Test von Finanztest seit 2002, regelmäßig auch mit Emails an die Redaktion. Aber was sie sich diesmal geleistet haben, spottet tatsächlich jeder Beschreibung, wenn man sich seit Jahren mit BU beschäftigt, die Bedingungen, Anbieter und Unterschiede kennt.

Der zweite Satz hat schon wieder eine negative Unterstellung, das überhöre ich jetzt einfach mal. Auf sachlicher Ebene: Makler bieten idR schon aufgrund ihrer Haftung nur Anbieter mit 5* und sehr gut an. Dahergehend müssten sie sich über dne neuen Test eher freuen, denn 58 von 75 Tarifen haben ein "sehr gut". Warum sie sich eben nicht freuen, hat die gleichen Gründe wie ich: die getesteten Kriterien sind veraltet und teils ungültig und die Tipps aus der Ausgabe waren teils haarsträubend und trifft bereits den Kern von Beraterhaftung, die Finanztest allerdings nicht hat.

@FragfreundXXL: und wieder drauf auf die Vermittler, auch wenns gar nicht zum Thema passt. Wo sollen denn da Makler enttarnt worden sein. Im Gegenteil. Laut Test hätten die Makler ja allesamt "sehr gute" Tarife vermittelt. Wunderbar !

Der verlinkte Artikel hat weder was mit Maklern, noch mit BUs, noch mit Finanztest zu tun. Aber hauptsache so oft wie möglich einen vermittlerkritischen Artikel gepostet paßt schon. Du bist unter dem neuen User genauso schlecht wie unter dem Alten, dann hätteste auch den alten behalten können ;-)

Antwort
von qtbasket, 57

Da sollte man doch genau differenzieren: Die Einnahme von Lizenzgebühren, Publikationsrechten etc. sagt ja nur aus, dass der Haushalt der Stiftung Zuflüsse hat, die nicht durch die Träger erbracht werden müssen. Daraus einen Interessenkonflikt abzuleiten, dazu bedarf es mehr - außerdem die rechtliche Konstruktion der Stiftung sieht auch Kontrollen über die Unabhängigkeit vor.

Immerhin, die Zeitungen, die Seiten im Internet alles kostenpflichtig und ohne Werbung.

Also, ich kann eine finanzielle Abhängigkeit der Stiftung Warentest nicht nachvollziehen.

Antwort
von Primus, 31

in wie weit Stiftung Warentest noch unabhängig ist

dazu habe ich kürzlich folgenden Artikel gelesen:

http://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/stiftung-warentest-die--note-gut--kost...

Kommentar von LittleArrow ,

Lesenswert! Der Artikel rückt manche Behauptung in der Fragestellung ins rechte, nämlich kleine Licht.

Kommentar von Mikkey ,

Vorstand Primus wehrt sich...

soso ;-)

Kommentar von Primus ,

Lach.... ist mir selbst gar nicht aufgefallen ;-))

Antwort
von billy, 31

Vielleicht ist es ein wenig blauäugig von mir, aber für mich ist die Stiftung nach wie vor unabhängig. Unstrittig ist, das die Stiftung auf Einnahmen angewiesen ist und das von Dir skeptisch betrachtete Geschäftsmodell ist eine Möglichkeit von vielen.

Kommentar von Niklaus ,
Kommentar von LittleArrow ,

Niklaus, nun überleg doch mal, ob die 5 aktiven Fonds (natürlich alle sehr gut), die Du heute empfiehlst auch in 10 Jahren noch alle "sehr gut" sind.

Der BU-Test war nicht gerade Spitzenklasse, weil die Kriterien zu lasch waren, aber es geht bei Deiner Frage auch nicht um diesen BU-Test.

Kommentar von Candlejack ,

nicht gerade Spitzenklasse. Finanztest macht ja bei BU-Tests seit 12 Jahren Murks (und bekommt jedesmal ne Email von mir), aber diesmal haben sie wirklich den Vopgel abgeschossen. Das war nicht nur nichts, das war fahrlässig !

Kommentar von LittleArrow ,

@Candlejack:

Mich hätte von Dir eher ein Kommentar zu Niklaus' Fragestellung bzgl. Unabhängigkeit erwartet und nicht zu dem bzw. den BU-Tests.

Zum mißglückten BU-Test haben wir doch nun genug Meinungen, auch Deine:

http://www.finanzfrage.net/frage/neuer-test-ueber-berufsunfaehigkeitsversicherun...

Kommentar von Niklaus ,
Antwort
von Privatier59, 31

Soll das jetzt ein Statement sein oder eine Frage? Mir stellt sich die Frage nach der Unabhängigkeit jedenfalls nicht, denn das Siegel wird ja nur für geprüfte Artikel angeboten und nicht schon im voraus. Und "viel Geld" braucht die Stiftung Warentest angesichts der immer knapper werdenden Mittel. Woher also nehmen und nicht stehlen...

Kommentar von Niklaus ,

Ich habe lediglich das Fragezeichen vergessen, aber an sich ist die Frage doch klar formuliert.

Kommentar von Niklaus ,
Kommentar von fragfreundXXL ,

Wie sieht es mit diesen Prüfungen aus.

http://www.helberg.info/blog/2013/06/finanztest-berufsunfaehigkeitsversicherung-....

Ich halte dennoch "Finanztest" für fachlich kompetenter als "Stiftung Warentest".

Überprüfen kann das Geschreibsel ohnehin niemand.

Wer gut schmiert, der gut fährt !

Kommentar von fragfreundXXL ,

“Wie sieht es mit diesen Prüfungen aus. ” http://www.helberg.info/blog/2013/06/finanztest-berufsunfaehigkeitsversicherung-...

Ich halte dennoch "Finanztest" für fachlich kompetenter als "Stiftung Warentest".

Überprüfen kann das Geschreibsel ohnehin niemand.

Streiche meinen o.a. Kommentar ! Ich habe das ganze zu oberflächlich gelesen. Habe "Finanztest" verwechselt mit einem anderen Produkt.

Kommentar von fragfreundXXL ,

Hab den Finanzteil des Handelsblatt gemeint. Sehr gut recherierte Artikel. Zum Beispiel:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/nachrichten/vertreter...

Kommentar von Candlejack ,

Och wie schade, das war eine soooo gute Steilvorlage ;-)

Was ist denn an einem Artikel wie dem vom Handelsblatt gut recherchiert ? Wenn man alle Fakten auf den Tisch bekommt. Natürlich gab und gibt es provisionsg#ile Vermittler. Deren Anzahl ist gott sei dank geringer geworden, aber es gibt sie noch. Ansonsten heißt es immernoch Vertrauen beim Kunden aufbauen und mit einer transparenten Beratung und transparenten Begründungen Vertrauen erweitern.

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