Frage von Dany777, 30

Ist nach Ausland gehender Zinsertrag vorher in Deutschland zu versteuern?

Hallo liebe Community,

ich möchte einen privaten Kredit mit Verzinsung aus dem Ausland(nicht in Europa) nehmen. Meine Fragen: 1. Müssen diese Zinserträge in Deutschland versteuert werden, bevor die nach Ausland überweisen werden? wenn ja, mit welchem Steuersatz ungefähr? 2. sind diese Zinsen für mich steuerlich absetzbar?

Viele Grüße

Antwort
von gandalf94305, 25

Ich verstehe dies:

  • Du möchtest einen privaten Kredit nehmen. Ok.

  • Dieser Kredit hat eine Verzinsung, d.h. Du zahlst Zinsen auf eine Restschuld. Ok.

  • Der Kredit wird außerhalb Europas gewährt. Ok.

Bei der ersten Frage hast Du mich abgehängt. Warum solltest Du irgendwelche Steuern zahlen müssen für Zinsen, die im Rahmen eines Darlehens für Dich anfallen? Wenn Du Erträge hättest, d.h. Darlehensgeber wärst, könnte ich das verstehen. Du sagst aber klar, daß Du Darlehensnehmer sein möchtest. Das verstehe ich jetzt nicht.

Die Schuldzinsen sind steuerlich nicht relevant, solange sie nicht in einem steuerlich anzuerkennenden Zusammenhang mit einer Einkunftsart stehen. Also: wenn Du damit Dein Arbeitszimmer finanzierst, könnte man Schuldzinsen absetzen. Wenn damit eine zu vermietende Immobilie finanziert wird, könnte man Schuldzinsen absetzen.

Die wesentliche Frage ist eher, wie die Zinsen belegt werden und in welcher Höhe sie bestehen. Gibt es einen Darlehensvertrag, können die Zahlungen nachgewiesen werden und sind die Zinsen in marktüblicher Höhe, so wird das Finanzamt zwar ggf. heftig nachfragen, aber wenn Du den Nachweis erbringen kannst, geht das durch.

Der Empfänger der Zahlungen wird natürlich die Zinsen ggf. versteuern müssen - das kommt jedoch auf das Wohnsitzland des Empfängers an.

Kommentar von gandalf94305 ,

PS: Und ja, Darlehensangebote aus dem Ausland - idealerweise noch Privatdarlehen, damit man ja nicht nachweisen muß, welche Institution dahintersteckt - sind eine beliebte Betrugsmasche. Ich hoffe, Deine Frage bezieht sich nicht auf eins der wundervollen Kreditangebote mit @yahoo.com oder @gmail.com Adresse, bei der Dir ein lieber Mensch irgendwo in der Welt gerne Deinen letzten Groschen abknöpft, da ja vor Auszahlung des Darlehens noch eine Menge Gebühren anfallen. Dafür bekommst Du das Darlehen ja auch zu rasanten Sonderkonditionen.... äh... apropos "rasant".... warum ist denn plötzlich der Geldgeber nach so vielen Gebührenzahlungen verschwunden? Auf E-Mails antwortet er nicht mehr und die Banknachforschung zeigt, daß Western Union sehr wenig kooperativ mit Auskünften ist bzw. die Konten, auf die Zahlungen erfolgten, eigentlich ganz anderen, harmlosen Leuten gehören... Hmm... seltsam aber auch!

Kommentar von Dany777 ,

Auch Dir gilt mein herzlicher Dank! Die Sache habe ich unten geschildert.

Gruß

Antwort
von EnnoBecker, 21
  1. Müssen diese Zinserträge in Deutschland versteuert werden, bevor die nach Ausland überweisen werden?

Das kann dir doch eigentlich egal sein, wie der Zinsempfänger das versteuert. Aber dennoch: Ich kenne weder das Einkommensteuergesetz von "Ausland" noch weiß ich, ob es ein BDA Deutschland -"Ausland" gibt. Deshalb kann die Frage nicht beantwortet werden.

  1. sind diese Zinsen für mich steuerlich absetzbar?

Auch das kann man nicht beantworten, weil du nicht dazuschreibst, wofür das Darlehen verwendet wird.

Kommentar von Dany777 ,

Vielen Dank für die schnelle Antwort! Entschuldigung, dass ich die Sache nicht ganz klar beschrieben habe. Ich versuche es noch ein mal: Dieser eventuelle Kredit käme aus China, von einem guten Freund. Mit dem Geld möchte ich eine bestimmte Wohnung kaufen, die zur Zeit vermietet ist. Der Mieter möchte noch 2-3 Jahre in der Wohnung bleiben, bis er seine eigene vier Wände hat. Von mir aus OK. Aber nach dem Kauf wäre ich zwangsläufig Vermieter geworden, für die Zwischenzeit. Deswegen sind meine Fragen zustande gekommen. Ob die Zinsen in Deutschland vor der Überweisung nach China versteuert werden muss, ist für diesen meinen Freund und auch mich schon wissenswert. Es ist für mich nentsprechend auch wichtig, ob ich als "Vermieter" diese nach China fließenden Zinsen, egal mit oder ohne Versteuern, für die Mieteinnahmen steuerlich absetzen könnte. Ich hoffe, dass die Situation etwas klarer geworden ist ;-)

Ich habe mal einen Mitarbeiter des Finanzamtes danach gefragt, er war überfragt und hat mir Steuerberater empfohlen.

Gruß

Kommentar von EnnoBecker ,
Ob die Zinsen in Deutschland vor der Überweisung nach China versteuert werden muss

Die Frage ergibt keinen Sinn. Die Zinsen werden doch von deinem Freund in China versteuert.

Bei dir sind es Werbungskosten im Zusammenhang mit der Vermietung.

Ich habe mal einen Mitarbeiter des Finanzamtes danach gefragt, er war überfragt

Ja, den Fehler machen viele. Man fragt ja auch nicht die Krankenkasse nach dem Erfolg einer medizinischen Maßnahme.

Kommentar von LittleArrow ,

Die Frage ergibt keinen Sinn.

Stimmt, wenn man den Begriff "Quellensteuer" nicht kennt und Art. 11 Abs. 2 des DBA BRD-China unberücksichtigt läßt;-) Es stellt sich daher die praktische Frage, ob seitens der BRD tatsächlich eine Quellensteuer auf Zinsen für ein chinesisches Immobiliendarlehn erhoben wird.

Der Finanzbeamte hätte aber den zweiten Teil der Frage mit Verweis auf die Anlage V beantworten können, die ja auch Schuldzinsen als Werbungskostenart enthält. Gut, dass Du das auch erwähnt hast.

Kommentar von EnnoBecker ,
Art. 11 Abs. 2 des DBA BRD-China

Das ist hier aber nicht gemeint. Gemeint ist nach dem Satz hier:

Ob die Zinsen in Deutschland vor der Überweisung nach China versteuert werden muss

Also, ob die zu zahlenden Zinsen aus Vermögen, welches der Darlehensnehmer bereits einmal der Einkommensteuer unterworfen hatte, zu leisten sind. Denklogisch ist das aber Unsinn.

Übrigens kann der chinesische Geldgeber die Quellensteuer auf seine chinesische Einkommensteuer anrechnen.

Kommentar von EnnoBecker ,
Art. 11 Abs. 2 des DBA BRD-China

Um noch mal hierauf zurückzukommen:

Artikel 11 Absatz 2 lautet:

"Diese Zinsen können jedoch auch in dem Vertragsstaat, aus dem sie stammen, nach dem Recht dieses Staates besteuert werden; die Steuer darf aber, wenn der Nutzungsberechtigte der Zinsen im anderen Vertragsstaat ansässig ist, 10 Prozent des Bruttobetrags der Zinsen nicht übersteigen."

Fein. Das machen Die Banken ganz gewiss auch so, wenn sie eine Ansässigkeitsbescheinigung des ausländischen Anlagers haben.

Hier haben wir einen privaten Kreditnehmer. Kann mir mal jemand erläutern, wie der deutsche Staat die Einhaltung dieser Norm überwachen will?

Kommentar von LittleArrow ,

Was gemeint war, ist bei der Unsicherheit des Fragestellers ja nur zu vermuten. Er denkt möglicherweise nicht nur an sich, sondern auch an den Freund in China.

Erläutern? In diesem Fall gerne, denn die Zinszahlung ins Ausland könnte bei der Anlage V auffallen. Es kann natürlich sein, dass der betreffende Finanzbeamte, der die Anlage V bearbeitet, den Auslandsbezug noch nicht gelernt hat.

Aber vielleicht ist die Quellensteuer auf Zinsen momentan (noch) nicht relevant, aber im Jahr 2017.

Kommentar von EnnoBecker ,
Was gemeint war, ist bei der Unsicherheit des Fragestellers ja nur zu vermuten. Er denkt möglicherweise nicht nur an sich, sondern auch an den Freund in China.

Aber dann würde doch da nicht stehen, ob die Zinsen vor der Überweisung besteuert werden müssen.

In diesem Fall gerne, denn die Zinszahlung ins Ausland könnte bei der Anlage V auffallen.

Kaum. Der Vermieter müsste schon durch Besonderheiten auffallen, damit da nachgefragt wird. Bei mir hat noch nie jemand die Schuldzinsen nachgefragt (bei Mandanten hingegen schon).

aber im Jahr 2017.

Richtig. Mir lag jetzt nur das neue DBA vor, aus 2014, welches noch nicht in Kraft getreten ist. Ich war so frech und habe vermutet, dass die "Neuheit" lediglich in der Einbeziehung Macaus und Hong Kongs besteht, ansonsten aber insbesondere der 11er gleichgeblieben ist.

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