Frage von sebariet, 90

Ist es rechtens, wenn die Versicherung des Nachbarn bei verursachtem Wasserschaden weniger zahlt, als für die Behebung des Schadens notwendig wäre?

Bei dem Nachbarn meiner Eltern ist ein Wasserschaden entstanden, welcher auch Schäden an der Decke meines Elternhauses hinterlassen hat. Bei der Übernahme der Kosten, weigert sich die Versicherung meines Nachbarn jedoch den vollen Preis zu erstatten mit der Begründung, dass die Decke bereits alt gewesen sei (meines Wissens zwischen 15 und 20 Jahre) und so kein voller Preis erstattet werden könne, da der Wert einfach nicht mehr belegbar sei. Nun frage ich mich natürlich: Ist das rechtens? Für mich erscheint es lächerlich, dass meine Eltern den von Nachbarseite entstandenen Schaden anteilig mitzahlen müssen.

Vielen Dank für die Hilfe.

Antwort
von Mikkey, 70

Es ist durchaus normal, dass nur der wirklich verursachte Schaden ersetzt wird und nicht die Wiederherstellungskosten. Da kann mancher Autofahrer sein Lied von singen.

Tröste Dich (bzw. Deine Eltern) mit dem Gedanken, dass sie so mit geringem Aufwand eine Renovierung bekommen.

Antwort
von Privatier59, 47

Für mich erscheint es lächerlich, dass meine Eltern den von Nachbarseite entstandenen Schaden anteilig mitzahlen müssen.

Diese Einschätzung haben viele Opfer von Schadensfällen. Sie hat aber weder wirtschaftlich noch rechtlich Bestand:

Es gibt im Schadensrecht das Bereicherungsverbot. Keiner darf nach dem Schadensfall besser gestellt werden als er vor dem Schadensfall stand. Wem ein Schrottauto gehört, der bekommt bei einem Totalschaden eben nicht den Preis für einen Neuwagen bezahlt, sondern nur die Verschrottungskosten erstattet.

Eine Wohnungsdecke die vor 15 bis 20 Jahren zuletzt gestrichen wurde ist schadenstechnisch im Grunde ein Schrottwagen. Die Versicherung hätte sich durchaus auf die Position stellen können, hier überhaupt nichts zahlen zu brauchen. So ist das nun mal leider im Schadensrecht.

Was ich mich im übrigen frage ist, wieso die Eltern nicht versucht haben, den Schaden über die eigene Hausratversicherung zu regulieren. Die ist nämlich eine sogenannte Neuwertversicherung, mit anderen Worten, man bekommt -weil man eben dafür die Versicherungsprämien bezahlt hat- mehr als den aktuellen Wert, nämlich den Neuwert der beschädigten Sache. Die hätte auch die Renovierung ohne Beanstandung übernehmen müssen.

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